Das tägliche Gedicht-Rainer Sauer

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Es stirbt ein Mensch, stirbt jenseits des Flusses

Gerad im selben Augenblick, vis a vis, ein Kind ist geboren


Inmitten Leben und Tod, der Fluss strömt weiter, bleibt unberührt

Trägt sein Wasser unbeschwert in Zukunft unbekanntes Land


Er trägt des sterbenden Seele hinfort in die Heimat

Nährt den Neugeborenen mit seinem kühlen Nass








Alles was ein Anfang hat, findet auch ein Ende

Endlos ist allein das große Nichts, Nichts das alle Ewigkeiten inne hat


Kann ich‘s benennen, wohnt es in Raum und Zeit, hat Form in Gedanken

Ist geboren wenn auch nur im Geiste, findet eben auch hier zukünftig Tod


Die Welt die wir kennen, Universen, alles in allem, temporär Erscheinung

Was Anschein hat, flieht letztlich davon, bleibend ist nur das Unbenennbare











Engelsreigen zu göttlich Rhythmen getanzt

Kinderseelen die sich in Reih und Glied unschuldig finden

Beid sind Ausdruck der beständig Liebe die in allen Menschen wohnt


Gerad erwachsen, hat der Mensch dies schnell in Vergessenheit gebannt

Doch die Unschuld, Tochter der Liebe, ist dennoch stets sein inner Begleiter

Kinderseelen die sich lieb zueinander neigen, erinnern uns der Wahrheit



















Ich durchschreite die Schattenseite weltlicher Gassen

Bewege mich hinzu auf Lichtfeld in der Ferne


Schritt um Schritt treibt es mich einwärts, gehe in das gleissend Licht

Eingetreten, durchdringt mich jeder winzig Sonnenstrahl mit aller Kraft


Bringt den Schmelztiegel meines Körpers in hitzig Wallung

Erkaltet Herzensblei, schmilzt im Nu zur golden warmen Lebensglut


Des Seelensees Damm bricht, Menschengold flutet mein ganzes Inneres

Der Seele pures Gold strömt aus mir aus Freude, strömt aus allen Poren










Ist denn die Liebe nicht genug

Muss der Mensch denn leisten, muss er dienen, erbauen, horten, machen


Ist denn Liebe nicht Geschenk an sich, ist gegeben ohne Fordern

Ist nicht des Menschen Geburtsrecht die Glückseligkeit


Ist die Liebe nicht freies Gut aller, gehört jedem und keinem

Soden ist alle Macherei auf freiwillig Basis, nicht Befehl auf Gottes Wunsch















Einen Fehler nochmals zu begehen, ist keineswegs der Dummheit Zeuge

Ist doch die Wiederholung in der Natur beliebt angewandt Funktion


Doch wer will schon ewige Wiederholung, mag stets das Selbige tun

Entdeckt doch in Ewigkeit auch das Gute irgendwann die Langeweile


So birgt erst recht der stete Fehler alsbald den gähnend Überdruss

Doch sicherlich birgt er keine Dummheit, nur ewiglich das Unbewusste








Des Menschen Mangel spiegelt sich im Mangel des Anderen

So sieht er sein Bedürfnis im Gegenüber, will geben, was er selbst benötigt


Doch hat er nicht was der andere braucht, hat nur was er selbst von Nöten

Es ist die Fülle die ihm eigen ist, die er vergessen, die erinnert masslos stillt


In dieser Fülle spiegelt sich auch der Reichtum des anderen

Spiegelt sich die Wahrheit, das nur die eigne Pracht Stillung schenken kann


Der Mensch in Fülle kann dem Mangelnden nicht geben was sein eigen ist

Liebe gibt stets gerne, doch Liebe gibt nicht sinnlos dem Fass ohne Boden











Ohne Zweifel, ich bin im Misstrauensspiele ach so meisterlich

Ich misstraue den Menschen, misstraue Mutter Erde, dem Himmel Azur


Misstraue bisweilen Gott selbst, eben auch nicht selten meiner eignen Natur

Letztlich, vertraue ich mir selbst noch am meisten, wenn auch im Zweifel


Vertrautheit ist hier nur bedingt am richtig Platze, ist wohl zu hoch gegriffen

Ist doch mein Versuch des Selbstvertrauens, Wunsch nach Kontrolle an sich


Zu erhalten die Illusion der Kontrolle, dies ist mein Verlassen auf mich

Um zu verbergen tief gewusst Wahres, groß Unsicherheit überall ersichtlich


Erstaunlich ist was ich fand, mich fallen gelassen in tief Grube Unsicherheit

Getragen sein im Netze des Unsicheren, fand ich Sicherheit ohne Vernunft








Geistig Gefangenschaft ist mir ein Greuel

Unmöglich ist mir all starre Bindung, die Fesseln der Vernunft


Legt mir Band an, das mich an der Leine des Verstandes longieren möcht

Mich führen will im endlos Kreise, rundherum im Bann der Illusionen


Ist mein Geist gefangen, fühl ich dem Tiger gleich, der Glanz im Aug verlor

Glanz im Auge eingebüsst, im golden Käfig der dreimal täglich Fütterung


Zugrunde geht mein Geist wenn er nicht frei fliegen kann

Lahmheit überkommt mich, wenn ihm die Flügel der Freiheit gestutzt
Kommentare (2)
  • Rainer Sauer -

    hallo Nils, ich weiß nicht was du mit länge und Formatierung rausnehmen meinst....sorry

  • Nils -

    Hallo Rainer, ich habe deine Seite bei FB mal geliked. Es freut mich sehr das mal wieder jemand seine Webseite hier eingetragen hat :-). Könntest du mir dennoch einen gefallen tun? Und zwar Eine Beschreibung verfassen z.B. was du auf deiner FB Seite so treibst, und die Gedichte dort evtl. in der länge und Formatierung herrausnehmen ?

    Wünsche dir viel Erfolg und freue mich schon drauf weiter von dir zu lesen.

    Kreative Grüße Nils

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