Frei-Fliegen

    • Feedback jeder Art

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ich steige, ich falle, doch ich stürze nicht ab,
      es gibt keine Zeit und kein Dasein ist knapp,


      ich bin was ich will, ohne Zweifel und Fragen,
      nur fallen und steigen, da ist nichts zu klagen.


      Bin ich dem Tod oder dem Leben „entflogen?“
      Egal, das Herz ohne Angst, ohne Pfeil und Bogen,


      ich steige, ich falle, es gibt keine Grenzen,
      kein Jung, kein Alt, nur Farben die glänzen.


      Ich falle, ich steige, kein Vor, kein Zurück,
      die Richtung? Ich treib` bloß und ALLES ist Glück.



      Martin Heide
    • Das Gedicht ist aus einem Traum entstanden. Das ist nicht lange her. Ich erinnere mich noch an viele Einzelheiten. Ich war ein sog.
      "High-Flyer", ein Mensch mit einem Gen-Defekt, der es ermöglicht, aus dem Stand einfach frei zu fliegen. Die High-Flyer waren in der Bevölkerung nicht beliebt, zum Teil sogar verhasst, weil sie sich durch das Fliegen können, Situationen entziehen konnten, vor allem gefährlichen Situationen. Purer Neid schlug den High-Flyern entgegen.

      Ich habe mein Fliegen können solange versteckt, bis ich es nicht mehr aushielt. Ich war in einer Situation, wo nur Hohn und Spott über mich erging, wo mich andere Menschen, junge Menschen schlugen und mich auslachten. Unzählige Male ist das passiert. Ich hielt es nicht mehr aus und flog allen davon. Innerlich zeigte ich allen den Stinkefinger, die mich gequält hatten.

      Das Militär hörte von mir. High-Flyer waren dort sehr begehrt. Eine Soldatin hohen Ranges, trug mir zu, wie wertvoll ich bin. Ich gehöre nicht in die "normale" Gesellschaft. Ich hätte dort genug gelitten. Ein High-Flyer sei ein Beschützer und als solcher müsse er auch eingesetzt werden.

      So beschützte ich im Traum viele, die ermordet werden sollten oder die in Not bzw. Gefahr waren, was mir stets gelang. Die Einsatzorte fand ich selbst, ohne Befehl und ohne die Vermittlung von Ortsangaben. Ich flog und ich flog von selbst, ohne Vorgabe einer Richtung, einfach dorthin, ich wurde wie von selbst dort hin getrieben. Das hat mich innerlich sehr, sehr glücklich gemacht, so, wie ich es vorher nie erlebt hatte.

      Seit diesem Traum glaube ich sehr daran, dass jeder Mensch mindestens einmal im Leben "High-Flyer" werden wird.

      Martin Heide
    • Hallo Martin,

      was auch immer Träume einem sagen mögen, die Botschaft gefällt mir sehr. Es ist eine Gelassenheit, das Leben auf sich zukommen zu lassen. Die Richtung wird woanders geschrieben, das leben der Richtung ist Glück. Wie viel davon in unserer Hand liegt ist eine andere Frage, vielleicht sind wir es, die unbewusst die Richtung in Richtung Glück schreiben.
      Die Abwesenheit der Angst ansich ist bereits Glück, in höchster Form. Stelle ich mir zumindest so vor. Ich kenne nur die ständige Anwesenheit von Angst, und die Vorstellung ihrer Abwesenheit scheint mir ein Paradies zu sein.

      Du verwendest hier ja wiederholt "steigen und fallen / fallen und steigen". Ich persönlich finde "fallen und steigen" etwas seltsam, für mich stört es ein wenig die Traumkulisse, da mein Gehirn damit bemüht ist zu begreifen, wie man zuerst fällt und dann steigt. Aber ich sehe ein, dass eine viermalige Wiederholung von "steigen und fallen" auch suboptimal ist. Auch wenn es einem Traum durchaus entsprechen könnte.. der Lyrik wohl weniger. Nun denn, das ist, wie es ist, ist auch ok. Fiel mir beim Lesen einfach auf.

      Liebe Grüße, Lichtsammlerin
      Überleben allein ist unzureichend
    • Liebe Lichtsammlerin,

      zunächst vielen Dank für Deine Zeit und für Deinen Kommentar. Des Weiteren wünsche ich Dir alles, alles Gute für das neue Jahr.

      Nun, im Traum war ich innerlich wie ein menschlicher Vogel, wie ein Adler, wie ein Condor, der Gefallen/Glück am Steigen und Fallen empfindet in seinem, ureigenen Element der Kräfte (Steigen, Gleiten, Kreisen, Fallen immer und immer wieder) die Wiederholung ist Absicht und soll das Gefühl von Glück verstärken bzw. steigern.

      Eigentlich spricht der Traum vom Dasein eines Engels, wie wir uns diesen eben vorstellen.

      Herzliche Grüße
      Martin
    [ Die Gedichte, Geschichten und weiteren Werke, sind geistiges Eigentum der jeweiligen Autoren. ]



    © 2018 Poeten.org - Dichter und Denker Portal - All rights reserved.