Zensur

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    • Er schrieb wie immer - emotional und persönlich,
      sein Text war nicht satirisch,
      aber unmissverständlich "freiheits"- politisch,
      die Zensur kam rasch und einschüchternd deutlich.


      Entweder er ändere seine „Predigt“
      oder er werde als Autor erledigt.
      Wurde gegen ihn Beschwerde geführt?
      Wurde ihm längst sein Ruf zerstört?


      Er schrieb um - das Original geändert.
      Das hat für ihn alles verändert.
      Wie konnte er so feige sein?
      Das konnte er sich nicht verzeih` n.
      Es war Verrat am eigenen Sein.


      Er rannte davon, Wochen, Tage, Stunden.
      er hatte genug von diesen Höllenhunden.
      Diese Heuchler, die sich nicht zu erkennen geben,
      Porzellan zerschlagen, aber selbst nichts bewegen.


      Er nahm sich Zeit, sich zu besinnen,
      um Selbstvertrauen zurück zu gewinnen.
      Künftig ließe er sich nicht mehr zügeln,
      klüger schreiben – die Wende beflügeln.


      Die Zensur ist ein fleischgewordener Strich,
      die Inquisition des Geistes an sich.
      Sie ist ein lauerndes Krokodil, das in den Ideen-Strom der Autoren scheißt
      und ihnen später auf grausame Weise im Flussbett die Köpfe abbeißt.


      Martin Heide
    [ Die Gedichte, Geschichten und weiteren Werke, sind geistiges Eigentum der jeweiligen Autoren. ]



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