Herbstgedanken

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    • Herbstgedanken

      Der Herbst fällt ein mit kühler Hast knickt er das Blümlein blau,
      die stolzen Rosen schlank und schön vergehn im Nebelgrau.
      Kein Widerstand, kein Aufbegehrn, kein Fluch und auch kein Streit.
      In tiefer Stille scheint die Kreatur zum Abgang nun bereit.

      Vorüber ist das Lustspiel auf der weiten Bühne der Natur,
      schon kleiden für den letzten Akt sich Wald und Feld und Flur.
      Nun wird sich Blatt um Blatt noch einmal prachtvoll färben.
      Mir scheint, ein letztes großes Leuchten steht vor allem Sterben.

      Ach könnte ich den eignen Herbst doch nur in diesem Bild begreifen,
      so würde ich wie eine süße, volle Frucht am Baum des Lebens reifen.
      Dort wüsste ich, dass alles Fallen und Vergehn ein tiefer Sinn durchwebt,
      dass Sterben nicht Verderben ist und Neues nur durch Altes lebt.

      Elmar Vogel - Oktober 2019
      Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Elmar ()

    • Hallo Elmar,

      willkommen in der Welt der Gedanken und Worte;

      Das ist wunderschön!

      Hier liegt so viel Gefühl in den Zeile, wunderbar zu lesen.

      Elmar schrieb:

      Nun wird sich Blatt um Blatt noch einmal prachtvoll färben.
      Mir scheint, ein letztes großes Leuchten steht vor allem Sterben.

      Elmar schrieb:

      Kein Widerstand, kein Aufbegehrn, kein Fluch und auch kein Streit.
      In tiefer Stille scheint die Kreatur zum Abgang nun bereit.

      Elmar schrieb:

      Dort wüsste ich, dass alles Fallen und Vergehn ein tiefer Sinn durchwebt,
      dass Sterben nicht Verderben ist und Neues nur durch Altes lebt.
      Im eigentlichen müsste ich das Ganze Werk hervorheben, aber den von mir zittierten Stellen gebührt ein extra Applaus.

      Wirklich sehr, sehr schön;
      Ich freue mich schon auf weitere Werke von dir;

      mit behutsamen Grüßen, Behutsalem
      ©Behutsalem
      Ohne Poesie wäre das Leben ein Irrtum!
    • Vielen Dank für Eure anerkennenden und motivierenden Worte Behutsalem und Trauerliebe,
      Ich habe hier versucht von schlichten Bildern zu philosophische Betrachtungen überzuleiten.
      Daher die etwas artigen Gedanken zu Beginn der Verse, die ich dann metaphorisch fülle.
      Deshalb der Bruch, den Behutsalem sofort bemerkt hat. Ich habe irgendwie ein Faible für metaphorische Texte.

      Siehe auch: Metapher

      Herzlichst
      Elmar
      Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit.
    • Hallo Elmar!


      Elmar schrieb:

      Deshalb der Bruch, den Behutsalem sofort bemerkt hat.
      besser kann man es gar nicht machen Elmar;
      Du hast hier die Natur zum Einen und die des Menschen zum Anderen durch eine brilliantes Wortspiel in Verbindung gebracht;
      es ist ein herrliches Inneinanderfließen von Leben und Tod , weil beides untrennbar miteinander verbunden ist; und das hast du
      einmalig gut in deinem Gedicht zum Audruck gebracht;

      War und bin begeistert von diesem Werk!

      Behutsame Grüße, Behutsalem
      ©Behutsalem
      Ohne Poesie wäre das Leben ein Irrtum!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Behutsalem ()

    • Hallo Elmar,

      dieses Gedicht ist wirklich wunderschön berührend.
      Wie sich alles Sein ins Vergehen fügt, scheinbar ohne Kampf....

      Und dieses letzte große Leuchten, das vor dem entgültigen Verlassen der Bühne steht,
      hat mich vergangenen Herbst immens fasziniert.

      Ja, wie leicht wäre es, könnten wir auch unser eigenes Weggehen aus diesem Leben
      mit der selben Lässigkeit tun,
      wie die Natur es uns vorlebt.

      Den Göttern Dank haben wir ja viele Jahre des Übens,
      da dieses Schauspiel regelmässig aufgeführt wird.

      Sehr gerne gelesen.

      lG Eulenflügel

      Elmar schrieb:




      Ach könnte ich den eignen Herbst doch nur in diesem Bild begreifen,
      so würde ich wie eine süße, volle Frucht am Baum des Lebens reifen.
      Dort wüsste ich, dass alles Fallen und Vergehn ein tiefer Sinn durchwebt,
      dass Sterben nicht Verderben ist und Neues nur durch Altes lebt.
      Vielleicht muss mensch zu Grunde gehen um aus dem Vollen zu schöpfen
      (Eulenflügel)
    • Hallo Elmar,

      wie ich sehe, nicht nur ich bin vom deinem Gedicht angetan.

      Das schwierigste für uns Menschen ist, uns mit Verfall und Tod anzufreunden.
      Manche suchen Trost und Hoffnung in der Religion, manche versuchen gar nicht dran zu denken und jeden Tag genießen, nach dem Carpe Diem Motto.
      Es tut gut, einem Gedanken zu begegnen, der über die Resignation hinaus einleuchtet.

      LG
      Carlos l
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