leichte Mädchen

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    • leichte Mädchen

      Ich ging vorbei an Fensterscheiben
      in dieser hoch verruchten Gasse
      die Neugier hielt mich an zu bleiben
      in Hamburgs Hermann Straße

      Mit großen Brüsten und 'ner Kippe
      grinsen mir die Weiber zu
      ich kaue schon auf meiner Lippe
      mein Freund lässt mir schon keine Ruh

      Doch bin ich etwas angewidert
      von diesen unehrlichen Blicken
      das Weib hat sich nur angebiedert
      doch würde ich sie niemals klicken

      Am Ende dieser Straße dann
      an einer Haustür hoch aus Glas
      ein Mädchen an die Türe kam
      sie zitterte etwas

      War später Herbst nur 15 Grad
      sie suchte an der Türe halt
      Ihr Liebesjob schien ziemlich hart
      sie war erst 18 Jahre alt

      Ich blieb vor dieser Türe stehn
      und sah wie Ihre Nase tropfte
      ich hab sie staunend angesehn
      als ich an diese Scheibe klopfte

      Sie öffnete 'nen Spalt das Tor
      und sagt ich soll nicht draußen stehn
      ich glaub ich hatte nie zuvor
      ein schön'res Mädchen je gesehn

      ein Taschentuch reichte ich ihr
      berührte dabei Ihre Haut
      die Wärme stieg ganz schnell in mir
      hab mich zu bleiben nicht getraut

      spät am Abend träumt ich noch
      von dieser schönen Dirne
      ihr Körper so im Adamsrock
      ging mir nicht aus der Stirne
      silbern ist mein Haar nicht grau, bin so jung wie ich mich trau !
    • die3.Jeije schrieb:

      ach Mathi, vieleicht hatte ich nur zu wenig Geld ?

      Das glaube ich nicht. Denn ich denke, Du bist ein sehr anständiger Kerl und ich würde mit Dir ohne weiteres ausgehen, ohne mir Sorgen zu machen.
      Das Gedicht untermalt doch eigentlich nur wieder, welch ein Gentlemen Du bist und das meine ich ganz ernst. Allein schon das Wort "klicken", da musste ich ein bisschen lächeln.
      Aus Deinen Werken lese ich sowieso immer eine große Romantik heraus und eine Liebe für schöne Frauen. Ich finde, dass fehlt heutzutage auch.
      So richtige Kavaliere, die noch wissen wie man eine Frau behandelt. Ich habe einen Freund, der ist auch so und gibt einem immer das Gefühl, etwas ganz besonderes zu sein.
      Leider haben das viele Männer verlernt, vor allem in meiner Generation. Die wollen liebe "klicken", als träumen und anschauen. ;)

      Übrigens hat mir auch der Teil mit den unehrlichen Blicken gut gefallen. Ich stelle mir das auch komisch vor, für Sex zu bezahlen und das dann auch genießen zu können.
      Ich glaube, ich könnte das nicht aus meinem Hinterkopf verbannen. Aber vielleicht ist das bei Männern ja anders? Keine Ahnung.
      Ich habe jedenfalls wieder gern vorbeigeschaut, lieber Heinz.


      P.S. Es ist eben ein Geschäft und scheinbar ein äußerst lukratives.
      Eine Freundin von mir kennt eine Frau, die sich damit finanziert hat, neben ihrem Studium. Die hat mir mal erzählt das diese Freundin immer meinte, sie macht das lieber, als sich irgendwo an der Kasse abzustrampeln. Für weit weniger Geld.
      Wer es kann, warum nicht. Ich maße mir nicht an, darüber zu urteilen, auch wenn es für mich nicht in Frage käme.
      She is the gold at the end of the rainbow
    • Hi Yue, Danke erstmal für deine nette Einschätzung meiner Person. Die jungen Frauen in dem beschriebenen Gewerbe sind oft garnicht so gut dran, mit ihrem Leben. Ich finde auch das Ihre Arbeit absolut auch eine Berechtigung hat. Wenn ich mir vorstelle das viele junge Männer mangels Selbstbewusstsein oder weil sie vieleicht extrem schlecht aussehen (z.B. böse Akne ) niemals eine Freundin finden, dann sind die leichten Mädchen wenigstens eine Möglichkeit diese so wunderbare und schönste Sache der Welt zu erleben.
      Ich wollte das als junger Bursche eben auch mal ausprobieren. Das hübsche Mädchen hat sich aber nicht auf Küssen und andere Zärtlichkeiten eingelassen und damit hatte das für mich keinen Reiz.

      Grüße zu dir
      Heinz
      silbern ist mein Haar nicht grau, bin so jung wie ich mich trau !
    • Hallo Heinz!

      Mir gefällt der Anstand in diesem Gedicht; Ich war mal in Paris.. ich suchte die Pigalle.. dachte immer das ist ein Lokal in Paris, dabei ist es wie in Hamburg die Reeperbahn.. also eine Avenue.. der Gelüste..

      in Hamburg war ich auch schon mal.. tolle Stadt.. und ich bin auch ganz ohne Reeperbahn ausgekommen..
      ich frag mich immer ob es in solchen Vierteln auch was für Frau gibt.. :)

      Gefällt mir sehr gut Heinz,
      mlg. Line
      ©Behutsalem
      Ohne Poesie wäre das Leben ein Irrtum!
    • Behutsalem schrieb:

      ich frag mich immer ob es in solchen Vierteln auch was für Frau gibt..

      Das würde mich ja mal interessieren und gucken würde ich in solchen Vierteln auch mal gern. In Hannover gibt es ja so ein oder zwei Straßen, wo man durchgehen kann, direkt an den Schaufenstern vorbei.
      Das Problem sind aber die 20 jährigen Zuhälter, die dort in ihren Ferraris "Streife" fahren und einen dann anbaggern. Schon öfter erlebt, denn wir gehen öfter durch die eine Straße, weil es eine Abkürzung ist. So richtig gucken kann man da also auch nicht.
      Und am Steintor gibt es halt die Häuser, wo man reingehen kann. Allerdings würde ich das nie machen. Obwohl es mich schon interessieren würde.


      die3.Jeije schrieb:

      und damit hatte das für mich keinen Reiz.
      Das hat ein Freund von uns auch gesagt. Es ist eben kalt und man merkt deutlich das es nur ein Geschäft ist. Aber wie Du sagst: Man darf diese Frauen auch nicht verachten und mancher ist froh das es sie gibt. Und wenn beide Seiten okay damit sind, ist es doch in Ordnung.

      Allerdings tun mir diese Frauen auch leid, obwohl das sicher nicht für alle zutrifft. Aber wenn ich diese obercoolen Bubis da in ihren Luxussportwagen sehe, läuft es mir auch immer kalt den Rücken runter, wenn ich bedenke, dass solche Typen diese Frauen herumkommandieren.
      Denn wie anzunehmen ist machen das nicht alle ganz freiwillig, oder weil sie Lust dazu haben. Da steckt ein knallhartes Geschäft dahinter und man kann sicher darüber streiten, ob die deutsche Politik das Richtige tut.
      Alles in allem denke ich aber auch, es ist besser als Prostitution generell zu verbieten. Sie findet doch so oder so statt. Und wenn man dies unter Strafe stellt, macht man die Zustände mitunter noch schlimmer.
      Vor allem für die Frauen.
      She is the gold at the end of the rainbow
    • Hi Line,
      ob es in Hamburg auch Männer gibt die gewerblich Frauen verführen weiß ich nicht. Kurz nach der Wende war ich 2 Mal in Hamburg und danach höchstens auf Durchreise. Ich habe mir natürlich die Reperbahn angeschaut und dabei legendere Kiezkneipen wie "Die große Freiheit" oder da wo der Eintritt durch den Schritt einer langbeinigen Dame geht, angesehen. Sankt Pauli eben.

      Aber ich denke du kennst die Hermannstraße nicht. Gleich am Anfang und dann wieder am Ende dieser Straße ist eine 2,50 m hohe Sichtschutzwand aus Holz. Hier soll die Sicht für Kinder und Frauen vermieden werden. Übrigens Frauen haben absolut keinen Zutritt in diese Straße. Sollte es doch mal eine versuchen, kann sie sich auf Beschimpfungen einstellen. Es sollen schon Frauen mit Urin aus den Nachttöpfen, der dort hinter diversen Schaufenstern stehenden nackten Damen, begossen worden sein. Die etablierten Huren animieren, die zu hunderten durchkommenden Herren, hinter ihren Schaufenstern. Die Neulinge unter Ihnen stehen in den kalten Hauseingängen und zeigen Ihre Körper durch die Türverglasungen. Auch im Winter stehen die hübschen Nachwuchshuren splitternackt in den Treppenhäusern hinter der Glastür. Sie schützen sich lediglich mit einer gefütterten "Muff" die an einer langen Schnur um Ihren Hals bis genau vor ihrem Schambereich hängt. Wenn sie mal einen Freier abbekommen, gehen sie mit dem in ein freies Zimmer, das für 20 Minuten 50 € kostet. Ihr eigenes Honorrar, welches sie beim Zuhälter abgeben müssen, beträgt weitere min. 50,00 €.


      So ein Mädchen hatte ich in meinem Gedicht gemeint

      Grüß dich liebe Line
      Heinz
      silbern ist mein Haar nicht grau, bin so jung wie ich mich trau !
    • Hi Sushan,
      wir haben scheinbar gerade gleichzeitig geschrieben. Aber Jetzt zu dir
      Du hast recht. Die Frauen und gerade die noch jungen unerfahrenen oder seit einigen Jahren auch die osteuropäischen Damen werden skrupellos ausgebeutet. In Hamburg hält sich das noch in Grenzen, weil dort einige renomierte Kiezgrößen, um ihrer Interessen Willen, für eine gewisse Ordnung sorgen. Aber trotzdem haben die Mädels, wenn sie einmal dabei sind kaum noch die Möglichkeit da wieder rauszukommen.
      Vieleicht hatten sie aber auch garkeine vernünftige Alternative.
      silbern ist mein Haar nicht grau, bin so jung wie ich mich trau !
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