Lebensfeuer

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    • Ich denke das Leben ist wie ein Feuer. Ich fühle es in mir brennen.
      Es lodert bis zum Tod.
      Zum Ende.

      Am Anfang wird es vorsichtig entfacht, mühsam.
      Bis es lustig knackend Funken verteilt, die die Dunkelheit zerschneiden und für Augenblicke zum Leuchten bringen.

      Heiße, züngelnde Farben.
      Ein loderndes Lecken in schwarzer Nacht.
      Die Farben bin ich, und die Nacht ist die Welt. Oder ist es genau andersherum?

      Nach und nach, beruhigt sich das Feuer.
      Es wird ruhig, und sanft.
      Leichter zu zähmen.
      Aber bleibt dennoch voller Kraft.
      Was ist das für eine Kraft, wenn kein Feuer? Es brennt nicht wie Wut und nicht wie Angst.

      So brennt es eine Weile, sanft Schimmernd gegen die Schwärze.
      Und in seinem Umfeld, sammeln sich die Schatten.
      Schön und Schrecklich.
      Sie werden lebendig, in seinem Licht.
      Du kannst sie nicht fassen, kannst nicht sagen: Bleibe!
      Du kannst sie nur locken, mit warmem Glühen.
      Dann kommen sie zu dir.
      Wollen ein Teil von dir sein.
      Weil du leuchtest, lebendig.

      (Bin ich wirklich lebendig oder tu ich nur so?)

      Doch irgendwann, beginnt das Feuer zu schrumpfen.
      Wenn da kein Brennstoff mehr ist, den es verzehren kann.
      Es wird kleiner, und schwächer.
      Und all die Schatten, denen du Licht gegeben, rücken näher.
      Sie drohen dir nicht.
      Sie wollen dich schützen.
      Vor der Kälte des Windes.
      Weil sie dich brauchen.
      Weil sie dich nicht ziehen lassen wollen.

      (Werde auch ich solch ein Feuer? Oder werde ich erstickt, weil ich die Schatten verbrannte?)

      Irgendwann, ist keine Feuerzunge mehr zu sehen.
      Da ist nur noch rot glühende Kohle.
      (Der Rest. Das Ende. Das Nichts.)
      Aber jetzt ist es am wärmsten.
      Denn was da noch leuchtet, ist das Herz des Feuers.
      Keine schützenden Hüllen.

      (Abwehr!)

      Keine Mauer aus Schein.

      (Masken!)

      Nur noch das Herz.

      Und noch einmal drängen die Schatten heran, versuchen zu greifen, was nicht zu greifen ist.
      Das letzte Funkeln zieht sich zurück, verlischt, wird zu erkaltender Asche.
      Verloschen.
      Im Wind des Todes.
      Zurück bleibt Asche.
      Die davon getragen wird.
      Verschwindet.
      Nacht.

      Aber vergessen, vergessen wird dieses Feuer nicht.
      Es lebt weiter, in den Erinnerungen der anderen Flammen, welche seine Flammen entzündeten.
      Es lebt weiter, in den Schatten, die es zum Leben erweckte.
      Es lebt weiter, im Herzen und Scheiterhaufen, der jüngeren Brände.

      (Nacht voller Farben. Das bin ich.)
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