Die Sonne erwacht

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    • Die Sonne erwacht

      Am Rande einer Galaxie erwacht 'ne Sonne
      zu eigenem Bewusstsein. Dehnt sich aus und strahlt.
      „Was bin ich groß und hell und heiß und eine Wonne.
      An diesen Himmel hat der Schöpfer mich gemalt!"

      „Du Mond," so raunt sie durch das Schweigen leerer Räume,
      „Du wärst doch ohne mich ein dunkler Fels voll Reif.
      Und ihr Kometen flögt vorbei ganz ohne Schweif,
      schien nicht mein Licht auf euch und eure eis‘gen Träume.

      Ihr seid nur Abglanz, ich dagegen, ich bin reich
      Und mach' allein durch meine Masse euch erbeben.
      Und Du, du kleiner wässriger Planet voll Leben,
      Du wärest wüst und leer und kalt und totenbleich."

      „Schon recht," spricht Mutter Erde, lächelnd ohne Beben,
      „Du strahlst als Sonne, doch Du stehst mir viel zu fern.
      Mich wärmt nur meine eig’ne Sonne, gibt mir Leben.
      Dein Schein taugt mir ja nicht einmal als Abendstern."


      (21.11.2018) :P
      © Rüdiger Jess

      Verwendung der Texte nur nach schriftlicher Zustimmung des Rechteinhabers


      In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders! 8)
    • Hallo Ruedi,

      ziemlich eingebildet ist Frau Sonne und die Klatsche am Ende von Mutter Erde ringt sie dann einfach nieder. Obwohl, ja nun der Mond kein Licht spenden würde, würde die Sonne es nicht gestatten.
      Ich denke, Sonne, Mond und Erde sind hier als Metapher zu lesen und du hast es ganz wunderbar beschrieben.

      Und ich habe es wirklich sehr gerne gelesen.
      Lieben Gruß
      Carry
      Ein Leben ohne Fantasie ist möglich
      aber echt langweilig.
      C.M.

      Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
      Blaise Pascal
    • Vielen Dank für das positive Feedback, liebe Carry.

      Ich weiß nicht, ob man hier die Tags irgendwo einsehen kann. Da tauchen aber jedenfalls hierbei u.a. Begriffe wie "oberlehrerhaft" und "Besserwisser" auf.....

      Ich habe halt doch eine bösartige Ader und die meiste Luft kann man nunmal aus den Aufgeblasenen herauslassen. Aus denen, die zwar scheinen (und durchaus etwas können), aber eben doch die Wirkung ihrer Fähigkeiten, bzw. ihre Position im Gefüge falsch einschätzen. Und sich dies anmerken lassen.


      LG

      Ruedi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ruedi ()

    • Ruedi schrieb:

      Vielen Dank für das positive Feedback, liebe Carry.

      Ich weiß nicht, ob man hier die Tags irgendwo einsehen kann. Da tauchen aber jedenfalls hierbei u.a. Begriffe wie "oberlehrerhaft" und "Besserwisser" auf.....

      LG

      Ruedi
      Hallo Ruedi,

      ich habe keine Ahnung, wie man diese Tags überhaupt finden sollte, ich habe mich noch nicht damit befasst.
      Gelesen habe ich diese Begriffe allerdings schon in unschönen Kommentaren. So ist die Welt und sind die Menschen und ich weiß nicht was sie antreibt zu versuchen andere niederzumachen.
      Oder ist tatsächlich nur ein Aufmerksamkeitssyndrom?

      Jedenfalls lese ich deine Texte und gut durchdachten Kommentare mit Interesse, auch, wenn ich nicht immer etwas dazu schreibe.

      Lieben Gruß
      Carry
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      aber echt langweilig.
      C.M.

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      Blaise Pascal
    • Hallo Ruedi,

      ganz schön überheblich, die gute alte Sonne. Dass sie selbstbewusst ist, ok, aber im Ton hat sie sich vergriffen. Deshalb schaltet die Erde ja auch auf stur und kann nicht eingestehen, dass die Sonne im Grunde Recht hat.

      Manches, was oberlehrerhaft und eingebildet erscheint, ist vielleicht nur unglücklich formuliert worden. Es heißt schließlich: "Der Sender ist für seine Botschaft verantwortlich." Doch auch der Empfänger kann die Nachricht mit dem falschen Ohr aufgenommen haben (Friedemann Schulz von Thun - Vier-Ohren-Modell).

      Als Hobbydichter, der seine Werke ins Forum einstellt, erhoffe ich mir Feedback und eine objektive Wertung, die auch negative Kritik beinhalten darf. Nur so kann ich mich weiterentwickeln.

      LG Alces
      Poesie ist die Muttersprache des Menschengeschlechts.
      Johann Gottfried von Herder
    • Hallo Ruedi,

      da ist die Kommunikation zwischen den Gestirnen aber ganz schön in Argen.

      Was sagt man da zu so einer Sonne? Milde lächlen und denken: Du kannst mich mal? Aber Macht hat die Sonne nunmal, mit ihr steht und fällt viel auf der Mutter Erde.

      Zu dem besprochenen Rest kann ich, als Neuling nichts sagen.

      LG Sternwanderer
      Als ich eine Träne weinte
      nährte sie meine Seele
      nachdem ihre Spuren
      getrocknet waren war
      mein Stolz größer denn je.

      © Sternwanderer
    • Hallo Alces,

      danke für die Rückmeldung. Ich bin mir aber nicht sicher, ob mein Gedicht so ganz richtig angekommen ist.
      Die erwachende Sonne mag ja hell und heiß und alles sonst noch sein. Doch diese spezielle Sonne ist eben nicht die unsere, die unsere Erde wärmt, sondern ein Stern, der ganz woanders in er Galaxie beheimatet ist. So weit weg, dass er hier nicht mal ein Sternchen ist. Er kann reden, sich rühmen, aber nicht bis hierher wärmen. Hier kann er nicht tun, wofür er sich rühmt. Das war meine Idee.

      Die 4 Ohren (oder auch vier Seiten einer Nachricht) kenne ich ganz gut. Den Gedanken, den Du angeführt hast, kenne ich in der Formulierung: "Die Botschaft entsteht beim Empfänger." Und damit verbinde ich, dass es harte Arbeit sein kann, sich so zu äußern, dass wenigstens der Kern dessen ankommt, was der Sender sagen wollte. Da ja niemand wissen kann, was dem Empfänger gerade durch den Kopf geht oder über die Leber gelaufen ist.

      LG

      Ruedi
    • Hallo Ruedi,

      Ruedi schrieb:

      Ich bin mir aber nicht sicher, ob mein Gedicht so ganz richtig angekommen ist.
      So ist es in der Tat. Ich hatte vorhin überlegt, ob in diesem Vers

      "Am Rande einer Galaxie erwacht 'ne Sonne"

      sich nicht statt "'ne Sonne" "die Sonne" besser machen würde. Gut, dass ich es nicht getan habe.

      Die von dir beschriebene Sonne will sich also mit fremden Federn schmücken, unglaublich. Und mit Sender und Empfänger ist das tatsächlich manchmal wie verhext.


      LG Alces
      Poesie ist die Muttersprache des Menschengeschlechts.
      Johann Gottfried von Herder
    • Ich habe Deine Intention verstanden, wenn ich sie auch nicht auf das Forum umgemünzt hätte.
      War das überhaupt gemeint? Egal, aber Du stellst ja immer spannende Fragen, oder betrachtest Zusammenhänge und bist zudem noch mit der Gabe ausgestattet, dies mit spitzer Zunge zu tun, ohne verletzend zu wirken.
      Detlef konnte das auch hervorragend, nur weniger diplomatisch. Ein Jammer das er weg ist.

      Davon abgesehen hat das hier aber noch eine andere, sehr schöne Assoziation geweckt.
      In China feiern wir ja das Mondfest und dort ist auch der "Mann im Mond" eine Frau, die früher angebetet wurde. Es gibt eine Sage dazu, wie sie dort hingekommen ist.

      Es gab einen Jadekaiser, der den Himmel beherrschte und 10 Söhne hatte.
      Die sich aus Übermut und Ungehorsam in Sonnen verwandelten und das Leben auf der Erde unmöglich gemacht haben.
      Der Kaiser beauftragte dann Houyi, seinen besten Bogenschützen, 9 davon abzuschießen, damit die Menschen wieder leben konnten und auch Tiere und Pflanzen nicht verbrannten.
      Ab da weichen die Erzählungen ab und jeder erzählt es ein bisschen anders. Mal fiel der Bogenschütze in Ungnade und wurde aus dem Himmel verbannt.
      Andere sagen, er wurde berühmt und bildete für den Kaiser weitere Bogenschützen aus usw. Mir hat diese Version immer am besten gefallen:

      Der Kaiser war zunächst froh das die Menschen wieder glücklich leben konnten, aber auch zunehmend traurig, über den Verlust seiner Söhne.
      Und seinen Zorn richtete er auf Houyi, der sie getötet hatte und verbannte ihn auf die Erde. Zusammen mit seiner schönen Frau Chang`e war er nun einer der Sterblichen.
      Aber weil er seine Frau so sehr liebte, suchte er nach einem Weg, wieder unsterblich zu werden, damit sie ewig zusammen sein konnten.
      Auf der Erde lebte die Mutter des Westens, die auch ein göttliches Wesen war und ein Zauber Elixir besaß.
      Zu der machte sich Houyi auf den Weg und bekam schließlich eine kleine Flasche davon, als Dank für seine Taten und weil er die Erde gerettet hatte.
      Dieses Elixir konnte einem jedenfalls ewiges Leben schenken, wenn man es zur Hälfte trank.
      Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, oder weil die Frau gierig wurde (je nach Version), trank sie aber alles, woraufhin sie dann zwar unsterblich wurde, aber davonschwebte und fortan einsam auf dem Mond leben musste.
      Ihr Mann dagegen war dazu verdammt, auf der Erde zu bleiben.
      So konnten sich die Verliebten nur aus der Ferne anstarren und keiner konnte zum anderen gelangen. Houyi starb dann irgendwann, zwar von den Menschen als Held verehrt, aber unglücklich.
      Und Chang`e, als Unsterbliche muss auf ewig in ihrem Palast im Mond sitzen, unfähig in den Himmel zurückzukehren, oder das Grab ihres Mannes zu besuchen, dem sie immer noch nachtrauert.


      Diese Geschichte kam mir sofort in den Sinn und ich dachte mir, ich schreibe sie mal auf.
      She is the gold at the end of the rainbow
    • @Sternwanderer
      Danke für deinen Kommentar. Vielleicht kann meine Antwort auf Alces' Kommentar noch etwas mehr erhellen, was ich hier meinte.
      Im Übrigen denke ich, auch als Neuling brauchst Du keine Befürchtungen haben, das zu äußern, was ein Text an Bildern, Assoziationen, Gefühlen usw. bei dir auslöst. Die handwerklich-theoretische Schiene musst Du ja nicht zwingend befahren, wenn Du glaubst, da nichts oder noch nicht genug beitragen zu können. Das kann man sich aneignen, wenn man will. Wir sind hier aber nicht in der Schule, wo man einen bestimmten Stoff jetzt und hier zu lernen hat.

      @'Sushan
      Dein Beitrag ist ja schon fast ein eigener Thread. Meine Erfahrungen und Kenntnisse mit asiatischen oder chinesischen Märchen beschränken sich auf die Nacherzählungen von Pearl S. Buck und ich kann nicht einschätzen, wie originalgetreu die waren. Da hatte ich mal ein Buch "Am Teich der Lotosblüten". Ich weiß gar nicht mehr, ob ich das noch habe. Das habe ich ein paarmal gerne gelesen. Im Rückblick ist mir der Eindruck geblieben, dass die deutschen Märchen eher actionreich und von einer Gut/böse-Schwarzweißzeichnung geprägt sind. Den chinesischen Märchen wohnte tendenziell eine gewisse melancholische Stimmung inne, wie Du mit deiner kleinen Nacherzählung hier ja wieder bestätigst.

      Danke euch beiden!

      Ruedi
    • Hallo Sushan,

      Sushan schrieb:

      In China feiern wir ja das Mondfest und dort ist auch der "Mann im Mond" eine Frau, die früher angebetet wurde. Es gibt eine Sage dazu, wie sie dort hingekommen ist.
      die chinesische Mythologie kennt schöne Sagen (-Gestalten) und Legenden, leider sind sie hier nur wenig verbreitet. Was du über die Frau im Mond erzählt hast, gefällt mir.

      LG Alces
      Poesie ist die Muttersprache des Menschengeschlechts.
      Johann Gottfried von Herder
    • @Carry,

      Hallo, habe eben mir selbst eine Frage beantworten können, die Du gestellt hast. Die Tags sind unter den Kommentaren, unter den Buttons zum Teilen (Facebook, Twitter....) aufgeführt. Habe ich eben selbst durch Zufall gesehen, obwohl ich bei jedem meiner Texte beim Reinstellen treu und brav die Tags stets ausgefüllt habe.

      LG

      Ruedi
    • Ruedi schrieb:

      @Carry,

      Hallo, habe eben mir selbst eine Frage beantworten können, die Du gestellt hast. Die Tags sind unter den Kommentaren, unter den Buttons zum Teilen (Facebook, Twitter....) aufgeführt. Habe ich eben selbst durch Zufall gesehen, obwohl ich bei jedem meiner Texte beim Reinstellen treu und brav die Tags stets ausgefüllt habe.

      LG

      Ruedi
      Hallo Ruedi,

      jetzt nach deinem Kommentar habe ich es gesucht und auch gefunden. Hmm seltsam, ich habe noch nie so ein Dings /Tags ausgefüllt.Bin also vollkommen ahnungslos, warum, wieso, wehalb.

      Derweil lieben Gruß
      Carry
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      C.M.

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