Der steinerne Engel

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    • Der steinerne Engel


      Der steinerne Engel

      Hier, in still geweihter Ruh,
      stirnt deine tragende Figur
      aller Zeit ihr Wesen zu,
      denn die Zeit verneigt sich nur,

      vor Verlorenem, das dringt
      aus jeder deiner Linien,
      daraus die Ewigkeit erklingt -
      Raum, dem Leere wurd' gelieh'n.

      Und Stürme, die umkreisen
      was dich so unendlich macht,
      beugen sich in klagend Weisen
      deinem Sein, das Sein entfacht.

      Deine verspürende Gestalt
      ist bewegt im Unbewegten,
      wo aus fernsten Fernen hallt -
      Klang eines ins All gelegten.


      ***


      Sieh, das Blau in großer Höhe - alles scheint so schrecklich fern: Sag dir leis: Ich kann, ich sehe! - Freund, dann erreichst du jeden Stern.
    • Ganz herzlichen Dank für Deine Gedanken, Vorschläge und Anregungen, lybyl. Wie Du das Gedicht für Dich selbst empfindest, macht ja Deine Persönlichkeit aus, die sich wiederum von der meinen unterscheidet.^ -

      Ich hoffe, dass Du davon ausgehst, dass mir das Regelwerk von Metrik und Technik, was das Gedichteschreiben betrifft, hinreichend bekannt ist. - Dennoch durchbreche ich oft das Korsett der "Vorschriften" und ordne nach Klang und Gefühl. - Dass es oft zweckmäßig ist, das Regelwerk zu durchbrechen, sagst Du ja selbst; dadurch wird manches Gedicht erst interessant. - Natürlich gelingt es mir, mit der rechten Diszplin, völlig regelkonform zu dichten, aber das ist nicht immer meins. - Soll aber keine Ausrede sein.^

      Das Werk selbst, sei bitte nicht enttäuscht, möchte ich dennoch so belassen; es hat in dieser Form und Entstehung einen festen Platz in meiner Erinnerung und die ist mir wichtig...

      Liebe Grüße,

      Holger
      Sieh, das Blau in großer Höhe - alles scheint so schrecklich fern: Sag dir leis: Ich kann, ich sehe! - Freund, dann erreichst du jeden Stern.
    • Hallo lybyl,

      ich fange mit Deiner Frage am Ende an: "Was zur Hölle bedeutet die letzte Zeile???"


      Es handelt sich quasi um eine Interpretation des rilkschen Engelsbegriffes: Wandelnd zwischen

      den Lebeden und den Toten: und so sind sie, die Engel, in Wesen und Klang "ins All gelegt".:


      "Engel (sagt man) wüßten oft nicht, ob sie unter

      Lebenden gehn oder Toten. Die ewige Strömung

      reißt durch beide Bereiche alle Alter

      immer mit sich und übertönt sie in beiden."


      Du nimmst kein Blatt vor den Mund, lybyl, das gefällt mir; auch der Text im Spoiler ist sehr aufschlussreich; ich liebe es eher etwas
      denzenter (siehe meine Antworten zu Detlef im Thema "Grüße aus dem Nichts"), gebe Dir aber recht darin, dass man "Blödheit, die
      sich mit Unverschämtheit paart" ruhig drastisch in die Schranekn weisen kann.^



      Sei herzlich gegrüßt,

      Holger

      Sieh, das Blau in großer Höhe - alles scheint so schrecklich fern: Sag dir leis: Ich kann, ich sehe! - Freund, dann erreichst du jeden Stern.
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