Weihnachten ist jeden Tag

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    • Weihnachten ist jeden Tag

      Weihnachten ist jeden Tag



      Das Weihnachtszimmer.
      Ort: Kinderkrankenhaus Reinickendorf in Berlin, 1953.
      Intensivstation

      Große ängstliche, fragende Kinderaugen, blicken die Eltern an.
      Der Raum ist abgedunkelt, aber das schwache Licht reicht aus, um Details zu erkennen.
      Das kleine Mädchen hat seine Arme auf die Bettdecke gelegt, in den Händen hält es ein kleines Stofftier fest.
      Aus einer Flasche tropft eine klare Flüssigkeit in eine der blassblauen, dünnen Venen.
      Es scheint eine "Alibi-Geste" an die Besucher zu sein.
      Die Tür öffnet sich und eine Schwester kommt herein, sie geht zum Bett und richtet das Kissen her.
      Beim Hinausgehen nickt sie den Eltern zu und sagt leise,"Sie können jetzt".
      Die Eltern beugen sich über das Bett und halten die kleinen, heißen Hände der Tochter.
      Der Vater sagt "Schau Susi, heute ist Weihnachten.....er muss unterbrechen, dann sagt er weiter, "der Weihnachtsmann wird jetzt zu Dir kommen und die Geschenke bringen".
      Das kleine Mädchen lächelt, sie atmet etwas schneller.
      Dann klopft es an der Tür, sie wird geöffnet und der Weihnachtsmann tritt in den Raum.
      Roter Kittel, Zipfelmütze und ein langer weißer Bart der sein Gesicht verdeckt.
      Er tritt an das Bett und sagt mit tränenerstickter Stimme "Na Susi, ich weiß dass Du ein braves Mädchen bist.....Du hast Deinen Eltern immer viel Freude bereitet.....schau mal, was ich Dir mitgebracht habe".
      Er greift in den mitgebrachten Sack und holt eine große Puppe heraus.
      Die Augen des Kindes leuchte, ihr Mund lächelt.
      Er legt die Puppe auf das Bett und ihre Hände greifen nach ihr.
      Die Eltern stehen umarmt am Bett und trösten sich gegenseitig.
      Es ist sehr still im Zimmer.
      Der Weihnachtsmann geht zu Tür, er nickt dem Mädchen noch einmal freundlich zu und geht dann hinaus.
      Vor der Tür steht noch immer die Schwester.
      Der Weihnachtsmann zieht den Kittel aus, dann die Zipfelmütze und nimmt zuletzt den Bart ab, er schwitzt.
      Die Schwester nimmt sie Sachen an sich und sagt "Das haben sie wie immer sehr gut gemacht, Herr Doktor".
      Der Arzt lächelt unter Tränen, " Ja Schwester, es ist immer wieder sehr schmerzlich, auch für mich, wenn so ein junger Mensch gehen muss".
      Es drückt die Hand der Schwester, Das haben Sie auch gut gemacht, Weihnachtszimmer an die Tür zu schreiben, es liest sich besser als Ster....",.
      Im Zimmer nehmen die Eltern Abschied von ihrer kleinen Tochter, dann verlassen sie leise das Zimmer und gehen weinend den langen Flur entlang, sie treten auf die Straße.
      Es ist ein schöner, warmer Sommertag.

      ich habe es tatsächlich so erlebt.
    • Hallo Tamburin

      Ich habe es nun doch noch einmal gelesen und habe wieder so empfunden, wie gestern.
      Nun bin ich noch jung und selbst keine Mama, hoffe es aber irgendwann zu werden. In unserer Nachbarschaft gibt es ein kleines Mädchen, welches meine Frau und ich sehr häufig bei uns haben.
      Es hat sich eine richtige Freundschaft entwickelt und mittlerweile übernachtet die Kleine sehr oft bei uns, wir holen sie von der Schule ab, oder gehen mit ihr z.B. zum Ballet, wenn die Eltern keine Zeit haben.
      Wir sind immer sehr stolz darauf, dass sie uns die Kleine anvertrauen, dass Liebste und Wertvollste was sie haben und gehen sehr achtsam mit diesem großen Vertrauen um.
      Nun will ich mir nicht anmaßen, davon Muttergefühle ableiten zu können, aber ich empfinde für dieses Kind sehr viel mehr als Freundschaft.
      Als ich gestern Deine Zeilen las, habe ich immer ihr Bild vor Augen gehabt... und musste weinen.

      Noch einmal: Es tut mir so leid!
      Ich bin extra noch mal hier her zurück gekommen, weil Dein Text so ergreifend ist und ich einfach nicht wegsehen wollte.
      Und Anteil nehmen!

      Alles Gute und Liebe für Dich!
      She is the gold at the end of the rainbow
    • Hallo Sushan,

      Erst einmal vielen lieben Dank, für Deine Worte.

      Das Leben hält viele schöne Augenblicke für uns bereit, diese sollten wir nie vergessen.
      Aber auch jene nicht, die uns so unendlich weh tun.
      Die riesengroße Freude, wenn ein Kind geboren wird, ist ein Höhepunkt im Leben eines jeden Menschen.
      Aber wenn dann, dieses Leben, plötzlich genommen wird, .......

      Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe und Gute.

      Gruß vom Tamburin
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