Triebtäter

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    • Finde mich selbst widerlich
      Dein Stück Fleisch von letzter Nacht
      Gleich einer Puppe schüttelst Du mich
      Brichst meinen Willen mit Übermacht

      Bin jetzt ein markiertes Revier
      Dein Geruch betäubt jeden Sinn
      Und auch der Ekel haftet an mir
      Blau und Lila leuchtet mein Kinn

      Spüre noch jene kalte Gier
      Den Schraubstock an meinen Armen
      Hast mich behandelt wie ein Tier
      Nicht eine Sekunde Erbarmen

      Habe Bilder in meinem Kopf
      Die Hure auf ihren Knien
      Vieh ins Bett gezerrt am Zopf
      Als Objekt von Gewaltfantasien

      Wünsche mir nur Vergessen
      Scham als meine Wäsche zerreißt
      Hast meinen Körper völlig besessen
      Nun vergewaltigst Du mich im Geist
      I swear that when our lips touch, I can taste the next 60 years of my life.
    • -

      Hallo Sushan,

      ich denke mal, geht's hier um eine Selbstreflektion [ von Li zu sich, aufs eigene ICH bezogen ... ]. Was mir im Text aber komplett fehlt ist, wenigstens eine Andeutung, von dem gegenüber, auslösenden Ereignis, eben, was LI in diese Gedankenwelt gebracht hat, hineinstürzt … in diese quasi selbst-abwürdigende Bilderwelt.

      Ist mir der Text ansonsten einzig spekulativ auf psycho_Rätselei ausgerichtet, ;)

      Dass es sich quasi um eine tatsächliche zwei-Personen Vergewaltigung handelt, verwirft mir der Text dann doch selbst.

      Vielleicht kannst du ja noch nachträglich einige Worte ein -und ausflechten, die mehr Wegung zeigen , :) … wieder einen Gruß, Dichtel …

      -
      Gabel im Mund ./ nicht so hastig

      Plapp ist nicht für seine Denke verantwortlich, Holy Moly ./ wofür auch, Dallo Moly ist tot

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dichtel ()

    • Dichtel schrieb:

      Ist mir der Text ansonsten einzig spekulativ auf psycho_Rätselei ausgerichtet,
      Dem möchte ich vehement widersprechen.


      Denn:



      Dichtel schrieb:

      Was mir im Text aber komplett fehlt ist, wenigstens eine Andeutung, von dem gegenüber, auslösenden Ereignis, eben, was LI in diese Gedankenwelt gebracht hat, hineinstürzt … in diese quasi selbst-abwürdigende Bilderwelt.

      Das/die Opfer stürzen nicht in diese Gedankenwelt, sondern werden gestürzt.
      Das Schlimmste ist nämlich, dass im Grunde eine Umkehr der Schuld stattfindet. Es sind i.d.R. nicht die Täter die sich mit der Schuldfrage quälen, sondern vor allem das/die Opfer
      Weil es sich fragt, wie viel Anteil es selbst an der Sache trägt und ob die Situation vermeidbar gewesen wäre usw.
      Die Gedanken kreisen immer wieder um diese Szenen, um nach dem eigenen Fehler zu suchen.

      Dazu kommt noch die Frage, ob man mit dieser Sache zu jemanden geht. Viele Frauen tun das nicht und enden als Dunkelziffer.
      Es ist ein Stigma, welches einem angeheftet wird, vom Täter. Weil die Angst groß ist, auch vor den Reaktionen der Außenwelt. Am Ende schließt sich der Kreis, weil das Opfer eben wieder an dem Punkt ist, ob es die Situation nicht selbst herbeigeführt hat.
      Und in Wahrheit mag auch niemand die Opfer und möchte sich mit Ihnen auseinander setzen. Mehr als einen Zweizeiler, im täglichen News Letter, gibt es meistens nicht.
      Man wird den (empfundenen) Dreck und Schmutz, der an einem haftet, nie wieder los.
      I swear that when our lips touch, I can taste the next 60 years of my life.
    • Hallo Sushan,
      dein Gedicht hat mich berührt.
      Es wird zu wenig für die Opfer getan und vor Gericht halten sich die Schänder die Akten vors Gesicht, die würde ich ihnen wegnehmen.
      Wenn sie ins Gefängnis kommen sollten sie durchs Spalier laufen müssen und dann als Ochsen in die Zelle gehen.
      LG
      Karlo
      © Karl-Heinz Hübner
      Alle Rechte vorbehalten,besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung,sowie
      Übersetzung.Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden!

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    • Dichtel schrieb:

      Dass es sich quasi um eine tatsächliche zwei-Personen Vergewaltigung handelt, verwirft mir der Text dann doch selbst.

      Vielleicht kannst du ja noch nachträglich einige Worte ein -und ausflechten, die mehr Wegung zeigen ,
      -

      Sushan schrieb:

      Das/die Opfer stürzen nicht in diese Gedankenwelt, sondern werden gestürzt.
      Das Schlimmste ist nämlich, dass im Grunde eine Umkehr der Schuld stattfindet.

      Hallo Sushan,

      ich habe doch gar nie die nachhaltige Problematik im Opfer eines Vergewaltigungs-Tat-Aktes bezweifelt … mir persönlich schloss der Text in seinem, mMn beliebigen Ursachengrundes [ fehlt mir die Tat-Wegung ] gerade diesen Fall, quasi beabsichtigt aus; schrieb ich doch deutlich , ;)

      gerade deine nach_Betrachtungen wären mir z. B. im Ansatz hilfreich gewesen [ im Text ], tauchen dort aber doch im Grunde zu Null auf,

      als ging es z. B. LI [ so meine Empfindung, wegen einiger Bildfigurationen ] um eine innere ICH-Problematik mit aufkommenden psychosomatischen Kopf-Bildern …

      Zum Beispiel der Titel 'Triebtäter' ist doch in seinem Eigenwert derart Wischwaschi [ verzeih mir ], als wollte er gerade von dem Konkretum einer Vergewaltigung abhalten …mal als Beispiel, gibt es ja noch mehrere dieser verschwimm_Bilder, z. B. …

      Ekel haftet an mir ./ Blau und Lila leuchtet mein Kinn

      oder:

      Habe Bilder in meinem Kopf ./ Die Hure auf ihren Knien

      oder:

      Als Objekt von Gewaltfantasien



      wieder ein pfeif_Tschüss, Frank …

      -
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      Plapp ist nicht für seine Denke verantwortlich, Holy Moly ./ wofür auch, Dallo Moly ist tot

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Dichtel ()

    • Hallo Sushan,

      ein schwieriges Thema, aus der Sicht des Opfers geschrieben. Soweit ist für mich die Aussage klar und das Thema eindringlich bebildert.
      Was mich nun, ähnlich wie Dichtel bewegt ist die Frage, sollte Lyrik / Kunst nicht mehr wagen, sollte sie nicht versuchen über die Betroffenheits- bzw. Bestrafungsebene hinauszudenken?

      Dabei meine ich nicht nur die Form, ich finde den Reim hier sogar eher störend als die Thematik unterstützend, was natürlich nur meine eigene subjekte Sicht ist. Ich würde mir zu so einem Thema Gedankenverzweigungen wünschen, z. B. wo liegen die Ursachen, im animalischen des Mannes, im überholten Frauenbild bzw. Überlegungen wie müsste eine Welt/Gesellschaft aussehen, damit so etwas nicht mehr geschieht.

      Soweit meine Gedanken, die weniger kritisch, sondern mehr unterstützend gemeint sind.

      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • karlo schrieb:

      und vor Gericht halten sich die Schänder die Akten vors Gesicht, die würde ich ihnen wegnehmen.

      Oh, dass macht mit auch immer so wütend.
      Was das Gefängnis angeht, weiß ich nicht so recht. Sie werden wohl unter ihresgleichen inhaftiert .
      Im ersten Moment finde ich das auch falsch, aber es sind ja trotzdem Menschen. Irgendwie.
      Und deshalb ist auch ihr Leben etwas wert, auch wenn es sich nicht nach Gerechtigkeit anfühlt. Blutrache, ausgeführt von Fremden, macht es auch nicht besser.
      Damit stellt man sich auf die dieselbe Stufe.
      I swear that when our lips touch, I can taste the next 60 years of my life.
    • Hallo Sushan,
      ich hatte mal einen Arbeitskollegen, der ist Italiener und las morgens beim Frühstück die Bild. Bei Sittenstrolchen fackelte er nicht lange und war der geborene Scharfrichter in grausamster Form, vielleicht dachte ich an ihn beim Schreiben. :)
      LG
      Karlo
      © Karl-Heinz Hübner
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    • @Dichtel
      @Perry

      Ihr habt recht.
      Der Text ist feige und das beginnt schon beim Titel.
      Da habe ich schon zurückgezogen, aus diversen Gründen (Zensur spielte auch eine, aber nicht die Hauptrolle).

      Der Text entstand nicht im luftleeren Raum und hat eine Historie, im Gegensatz zu den Sachen, die ich sonst so mache.
      Er entstand vor mehr als drei Jahren und war ursprünglich eine Art Brief, voll blindem Hass und dem was Perry wohl mit Betroffenheitshetorik meint.
      Reime habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht zustande bekommen und einige Male hätte ich das Ganze fast komplett gelöscht.
      Nun also das hier..
      Es ist sicher ungenügend und so fühlt es sich auch für mich so an.

      Eigentlich gab es noch 2 weitere Strophen, aber leider habe ich die gestern versehentlich überkopiert.
      Nur den originalen "Brief" habe ich noch.
      Allerdings würden die auch nicht das liefern, was ihr euch vorstellt.
      Nur etwas mehr Kontext vielleicht, aber gerade deswegen habe ich sie raus genommen.
      Und entschärft habe ich das Ganze auch, es war mir selbst too much.

      Ich weiß was ihr sagen/haben möchtet, bin dazu aber nicht in der Lage.
      Und auch nicht mutig genug.
      Aber ich verstehe wie ihr es gemeint habt und habe es auch nicht als Angriff.
      Der Text ist unzureichend und kann auf so viele Arten falsch verstanden werden. Das wusste ich von Anfang an.
      Ich habe lange überlegt, ob ich ihn einstelle. Weil ich Bedenken hatte, wegen den Reaktionen. Vor allem aber wegen meinen Antworten auf mögliche
      Antworten.
      Vielleicht ist das keine gute Grundlage für so etwas.
      Es wird also leider bei Wischiwaschi bleiben.

      Perry schrieb:

      Ich würde mir zu so einem Thema Gedankenverzweigungen wünschen, z. B. wo liegen die Ursachen, im animalischen des Mannes, im überholten Frauenbild bzw. Überlegungen wie müsste eine Welt/Gesellschaft aussehen, damit so etwas nicht mehr geschieht.

      Da bin ich, wie gesagt die Falsche dafür, ich vermag es nicht.
      Und ich glaube auch nicht, wenn ich ehrlich bin, dass es sich jemals ändern wird.
      Eine Gesellschaft wo so etwas nicht mehr passiert, ist schlicht eine Illusion, wie ich glaube. Vergewaltigung ist so alt wie die Menschheit selbst.
      Erstmal müsste man dafür den alltäglichen Sexismus abstellen und alleine das ist utopisch. Da fängt es nämlich schon an.
      Die hysterische #meetoo Debatte hat doch wieder prima Munition geliefert für jene die sowieso glauben, da sind nur ein paar hysterische Weibsbilder, die aus allem ein Drama machen.
      Das schützt dann wieder die wirklichen Dreckschweine, die gern Frauen quälen und arbeitet sich stattdessen an Nichtigkeiten ab.

      Ich/Wir sind sicher alles andere als zart besaitet und wir vermuten auch nicht hinter jedem Witz sofort Sexismus.
      Aber von Obszönitäten und Anzüglichkeiten können wir auch Lieder singen. Und die Degradierung beginnt eigentlich schon bei Späßen ala
      "Lasst mich mal zuschauen."
      Und das ist wirklich harmlos, da gibt es ganz andere Sachen, die einem teils wildfremde Menschen so an den Kopf werfen.
      Von dem Punkt aus ist der Schritt gar nicht mehr so groß, wie man glauben mag.

      Zuletzt noch eine Frage an @Dichtel


      Meintest Du dasselbe was Perry auch "bemängelt hat? So ganz sicher bin ich mir nämlich nicht.
      Oder wolltest Du einfach mehr Kontext haben? Also wie es dazu kam, was vorher war, die Beziehung der Personen.. so etwas?
      Ich bin wohl schlicht zu blond, um das genau zu bestimmen.


      Schönen Abend euch allen!
      I swear that when our lips touch, I can taste the next 60 years of my life.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sushan ()

    • Hallo Sushan,

      Hat schon etwas Bedrückendes, dein Gedicht, zumal es äusserst konkret die Situation beschreibt (der Titel vielleicht zu flagrant und eklatant).
      Doch gebe ich Perry recht: die Reimform ist mMn hier nicht die geeigneste, da sie zu milde rüberkommt - warum nicht im Vers libre mit losen Bild- und Gedankenfetzen das ja eh schon unglaublich Gefühlschaotische auch in ihrem äusseren, lyrischen Zuschnitt verzweifelnd und zerrüttet darstellen?
      Trotzdem gern gelesen.
      LG
      Jenno C.
      www.jennocasali.jimdo.com
    • Keine Ahnung ob ich so etwas kann. Ich hatte mich schon an einer kurzen Kurzgeschichte versucht, die hier auch noch rumfliegt.
      Das was Du vorschlägst habe ich noch nie versucht.
      Aber es ist eine gute Anregung, mal sehen. Vielen Dank!
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