Locus Amoenus

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    • Einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt
      Trittst du durch ein Tor
      und erblickst eine andere Welt:
      Da ist ein lauschiger Innenhof,
      Espen und Oleander
      Zeichnen das Quadrat nach.
      In der Mitte ein barocker Brunnen.
      Rote Sitzbänke
      Laden zum Verweilen ein.

      Pensionierte Lehrerinnen und Beamte
      Spielen auf den Kieswegen
      Gesittet Boule
      Gegen aufkommende Verzweiflung
      Oder vielleicht
      Als Hommage an die Menschlichkeit.

      Ich kam hier her zum ersten Mal
      Als Bettler und Gejagter.
      Starr vor Angst trank ich einen Schluck
      Frieden vom Brunnenwasser
      Und grüsste schüchtern die Schafe,
      Die hier sicher weideten
      Und nichts wussten
      Von den Bestien, die es draussen gibt.

      Heute schreibe ich Bettelbriefe
      In den aristokratischen Räumen,
      die den Hof umgeben.
      Schreibe für die armen Teufel,
      Die es in ihrer Hölle nicht mehr aushielten
      Und zu uns herkamen
      Durch die Wüste, über das Meer,
      Weil ihnen jemand gesagt hat
      Hier sei alles besser.

      Und wenn sie vor der Konsultation
      Im lauschigen Innenhof warten,
      Reden sie sich vielleicht ein,
      Dass dies sogar stimmt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Leontin Rau ()

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