Spiegelbild

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    • Gedanken im Kampf - so ohne Gnade
      Die Füße nach vorn, sie tun was ich sage
      Sie laufen und laufen, schneller und schneller
      Das Laufband, der Ton wird immer heller

      So kraftvoll und hart, mein Körper, mein Pein
      Versucht immer wieder perfekt zu sein
      Der Spiegel er zeigt mich, ich will es nicht sehn
      Mich kann keiner bremsen, kann niemand verstehn‘

      Er ist immer da, der Druck, so ganz nah
      Ich spüre ihn ständig, er ist einfach klar
      Er treibt mich nach vorne, es ist kein Spiel
      Ich will immer weiter, ich will an mein Ziel

      Das Laufband läuft weiter, die Beine voll Feuer
      Die Ziele vor Augen, noch größer und neuer
      Nach sechzig Minuten noch immer kein Ende
      Ich seh‘ mich nicht mehr, ich spür eine Fremde

      Mein Ich ist im Tunnel, es ist nirgends hell
      Es nimmt kein Ende, die Schritte so grell
      Pam Pam - geht es weiter, ist noch nicht genug
      Mein Körper merkt nichts, sieht keinen Betrug

      Die Augen um mich, sie sehen, sind still
      Keiner das Echte recht sehen will
      Sie können es nicht, sie trifft keine Schuld
      Ich bin wie getrieben, kenn keine Geduld

      Nach 100 Minuten ist endlich Schluss
      Und weiter nur Wasser, Verzicht ist ein Muss
      Die Spannung steigt an, das Wiegen steht an
      Und zeigt wie viel noch weichen kann

      Die Waage, sie zeigt das Untergewicht
      Doch noch weit vom Ziel, nicht da - noch nicht
      Ich bin im Tunnel, wer findet mich dann
      Wenn ich mich nicht finde und ich nicht mehr kann

      Urplötzlich, der Schwindel und kalt meine Augen
      Um mich alles dunkel, die Ohren ertauben
      Die Sinne sie spielen ein grausames Spiel
      Ich sehe nichts mehr, ich sehe kein Ziel


      Ich breche zusammen, die Hilfe ganz nah
      Die Fremde ist weg, ich bin wieder da

      Das Laufband läuft weiter, doch ich lauf nicht mit
      Ich muss jetzt noch gehen, es geht Schritt für Schritt
    • Hallo Kate,

      ein wirklich fesselndes Gedicht. Je mehr Strophen so eine Ballade umfasst, desto größer ist immer die Gefahr, dass sie langatmig wird. Ich finde, das hast du hier wunderbar vermieden. Je mehr man gelesen hat, desto tiefer ist man stattdessen in die Schilderungen eingedrungen.

      Inhaltlich ein Thema, oder besser Themen, die schon länger in unserer Gesellschaft diskutiert werden. Magerwahn, Fitnesswahn, Gesundheit, unerreichbare Ziele. Ich kann Nils hier nur beipflichten. Der Schluss, den du darbietest, dass den Konsequenzen auch Konsequenzen folgen, sollten sich viele zu Herzen nehmen.

      Sehr gern gelesen
      LG Cheti
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