Juveniler Abschied

    • Feedback jeder Art

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Juveniler Abschied

      Wenn der Spross unserer Herzen
      aus Schatten sich zum Licht hin drängt.
      Wenn er unter Wehenschmerzen
      die Wurzeln in den Felsen zwängt,

      den man das eig’ne Wollen nennt.
      Ein Plan zu Wachsen, ausgeheckt
      vom Leben, das sich selbst erkennt.
      Wenn dann der Trieb zum Stamm sich streckt

      und Laub trägt, das dir Schatten schenkt.
      Dann lässt Du los und siehst den Baum
      selbständig stehen. Ungelenkt
      vom liebend elterlichen Zaum

      zieht dein Kind freudig seine Bahn.
      Befreit und mutig, voller Kraft
      lässt es dich steh’n und geht voran
      wie einst Du selbst mit Leidenschaft.

      Kehrt dann und wann zurück doch bleibt
      nicht mehr. So ist es und ist gut.
      Es war dir nur gelieh’n auf Zeit.
      Den Kreis zu schließen fordert Mut.

      13.8.2018
      © Rüdiger Jess

      Verwendung der Texte nur nach schriftlicher Zustimmung des Rechteinhabers


      In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders! 8)
    • Dieses Gedicht gefällt mir ausgesprochen gut - ich hatte in letzten Tagen ähnliche Gedanken, die mich irgendwie nicht mehr losgelassen haben, aber du hast zu diesem Thema ein schönes Gedicht geschrieben. Besonders gefällt mir die letzte Strophe, "Kehrt dann und wann zurück doch bleibt ….
      Habe ich gern gelesen.

      es grüßt
      die eiselfe
      Wahre Worte sind nicht immer schön, schöne Worte sind nicht immer wahr

      Was sein wird, wird sein
    • Hallo Ruedi,
      Du hast den Abnabelungsprozess in anschauliche Naturbilder gekleidet.
      Kinder müssen ihren eigenen Weg gehen, doch heutzutage ist keiner mehr aus der Welt,
      sodass fast immer die Möglichkeit besteht Kontakt zu halten besteht.
      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Ruedi schrieb:

      Wenn er unter Wehenschmerzen
      die Wurzeln in den Felsen zwängt,

      Ruedi schrieb:

      Ungelenkt
      vom liebend elterlichen Zaum

      Ganz großes Kino, lieber Ruedi!

      Dein Gedicht hat mir sehr gut gefallen!


      Das hier :

      Ruedi schrieb:

      Kehrt dann und wann zurück doch bleibt
      nicht mehr. So ist es und ist gut.

      Ist sicher auch gerade irgendwie mein eigenes Thema, weswegen ich allgemein mit Deinen Zeilen viel anfangen kann.
      Ich habe es gern gelesen!
      She is the gold at the end of the rainbow
    [ Die Gedichte, Geschichten und weiteren Werke, sind geistiges Eigentum der jeweiligen Autoren. ]



    © 2018 Poeten.org - Dichter und Denker Portal - All rights reserved.