Angst und Scham und Reue

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    • Angst und Scham und Reue

      Es war ein riesiger Würfel, auf einem noch grösseren Feld, in einem unendlichen Wald. «Wie bin ich hierhin gekommen? Wo war ich vorher?» fragte sich der Mensch, und blickte in den Himmel, wo er nichts sah als Schwärze und einen einzigen Stern, der so hell strahlte, dass er zumindest einen gefüllten Sternenhimmel samt Mond hätte ersetzen können. Der Wald bestand aus alten, grossen Bäumen, deren Gattung nicht erkennbar war. Der Würfel bestand aus makellosem, weissem Stein, und war in der Länge wie Höhe so gross wie zehntausend der Bäume aneinandergereiht es wären.

      Genau vor der Mitte des Würfels stand der Mensch. In Gedanken sah er von weitem einen riesigen Würfel, auf einem noch grösseren Feld, in einem unendlichen Wald. Genau vor der Mitte des Würfels war ein kleiner Punkt auszumachen. «Bin das ich? Woher kommt dieses Bild?» dachte er, bevor er das Gedankenbild abschüttelte, und sich erneut auf seine Umgebung zu fokussieren begann. Er blickte nach links, und sah der Wand des Würfels entlang bis in den Horizont, der aus Wald und Schwarz bestand. Er blickte nach hinten, und sah Bäume, vierzig Mal so gross wie er es war. Er blickte nach rechts, und sah ein regelrechtes Spiegelbild der Szene links von ihm. Er blickte nach oben, und sah nichts als schwärze und einen einzigen Stern, der so hell war, dass er einen Sternenhimmel mitsamt Mond hätte ersetzen können. Nun blickte er nach vorn, und erblickte in der weissen Wand eine dunkle Öffnung, eine einzige Länge seines Körpers entfernt. Sie war quadratisch, und etwas grösser als er. Der Mensch machte einen Schritt nach vorn. Es kam in ihm keine Angst auf, also machte er einen zweiten Schritt. Es kam in ihm Neugier auf, also machte er einen dritten und vierten Schritt. Jetzt beugte er sich nach vorn, sein Kopf eine einzelne Fingerlänge von der Öffnung entfernt. Er beugte sich weiter vor, nun war sein Kopf in der Öffnung. Er erblickte Dunkelheit. Wiederaufrichten wollte er sich. Doch er blieb gebeugt stehen. Sein Körper folgte ihm nicht. Gelähmt er war. «Ich spüre meinen Körper nicht, wo könnte ich sein?» Es war schwarz. In seinem Kopf jetzt kein Gedanke, nur Angst und Gedankenfragmente. Die Fragmente einer Szene, in welcher zu sehen sind ein unendlicher Wald, darin ein riesiges Feld, darin ein grosser, weisser Würfel, in der Mitte davor ein einzelner Punkt. Der Punkt bewegt sich auf den Würfel zu. Plötzlich empfand der Mensch, in die dunkle Öffnung gebeugt, Angst und Scham und Reue. Er versuchte zu schreien, wollte dem Punkt im Gedankenfragment etwas mitteilen, ihn stoppen, doch blieb stumm, sein Kiefer geschlossen.
    • Hallo drei,
      willkommen in der Poeten WG.

      Nun, ich will nicht viel sagen: Mein erster Einfall, verlässt hier Adam das Paradies . . . . und er bemerkte, dass er nackt war . . . .
      aber es könnte sich auch um einen aufgeschriebenen Traum handeln . . . .

      Ich wünsche viel Spaß beim Schreiben und Lesen.

      Kreative Grüße
      Martin
    • Es ist ein Traum den ich gemischt mit Erinnerungen an Zeiten meines Alkohol- und Drogenmissbrauchs immer wieder habe. Der Punkt aus der Weiten ferne macht mir immer unglaubliche Angst. Fühlt sich jedes mal an wie ein ganz übler Fiebertraum. In einem anderen, ähnlichen Traum, ist eine unendlich lange, weisse Linie im Weltall, und wegen mir wird sie krumm, was das Universum zerstört und mir schreckliche Schuldgefühle macht.
    • Ich habe zuerst an das Buch "2001 Odysee im Weltraum gedacht und an die Affenmenschen, die sich plötzlich diesem Monolithen gegenüber sehen, den sie nicht begreifen können.
      Aber der Autor hat es ja aufgeklärt. Ich wünsche alles Gute, beim bewältigen der Ängste.
      I swear that when our lips touch, I can taste the next 60 years of my life.
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