Weide im Wind Teil 3

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    • Weide im Wind Teil 3

      Zombies

      Dreht ihr die Augen?
      Ich weiß, ich weiß....

      Das Thema nervt nur noch.
      Tot geritten schon, in tausend und mehr Variationen.
      Schöne Schocks und Grenzüberschreitungen müssen das damals gewesen sein.
      Als noch Leute schreiend das Kino verließen und die Staatsgewalt die Verrohung der Sitten befürchtete.
      Heute hört man dies nur noch hin und wieder, es gehört zum Geschäft.
      Denkt doch um Himmels Willen an die Kinder!
      Verkauft sich gut!

      Was bleibt uns also?
      Kicks die nicht mehr kicken.
      Jedes Tabu bereits hundertfach gebrochen.
      Das Genre längst von sich selbst ad absurdum geführt.
      So netflixen wir uns kollektiv und staffelweise durch die neusten Walking Dead Iterationen.
      Und natürlich all ihrer Ableger...
      Alle suchen das nächste „geht zu weit“ und „hier ist die Grenze“.

      Ich wünschte, ich könnte mit suchen.
      Denn ich stecke längst mittendrin. Schon gefunden!
      Den Leuten scheint es nicht aufzufallen, dass die Apokalypse längst tobt.
      Man braucht nicht einmal das zu Hause zu verlassen, nur die BluRay, oder den Streaming Dienst.
      Eine Taste entfernt vom Brennglas der Gesellschaft.
      Fernsehprogramm!

      Letztens war ich bei Freunden.
      Im Hintergrund säuselte irgendein Nachmittagsprogramm.
      Wir unterhielten uns.
      Zunehmen irritiert klinkte ich mich aus den Gesprächen aus.
      Versuchte zu verstehen, was mir dort vermittelt werden sollte.
      Es gab etwas, da bin ich sicher!
      Meine geistige Abwesenheit fiel irgendwann auf.
      Ich musst einfach fragen!
      „Ist das da ernst gemeint?"
      "Das ist Satire, oder?“

      Verständnislose Blicke.
      Etwas betretenes Schweigen..
      Bevor mir dann versichert wurde, dies sei eine normale Fernsehsendung.
      Was ich denn hätte.
      Redlich habe ich versucht meine Zweifel in passende Worte zu kleiden.
      Ohne den Eindruck zu erwecken, ich hielte mich für etwas besseres.
      Und versagte bei beidem kläglich.
      Es war mein Ernst.,,,
      Ihrer auch.

      Habt ihr gehört?
      Jan Ullrich! Wie mich das anwidert.
      Die Geier kreisen nun!
      Sensation und Kapital winken,
      Die sogenannte Regenbogenpresse hat die Arbeit aufgenommen.
      So als wäre er der einzige Mensch, mit Depressionen und einem Drogenproblem.
      Oder es interessiere sie der Mensch dahinter.
      Was das schlimmste daran ist.
      Diese Kälte, in den warm getünchten Berichten.
      Sie lässt mich taumeln.
      Zweifeln.

      Draußen ist es noch schlimmer!
      Die Ränder werden breiter!
      Während sich die Gesellschaft mit schneller Konsumbefriedigung ablenkt.
      Brot und Spiele Version 4.0
      Kein Platz für die Gefallenen und Kranken.
      Die ohne Promi Status und Lance Armstrong Ärzte,
      Ohne Anwälte, Kamerateams, werden sie nicht in schwarzen Limousinen aus dem Revier gefahren.
      Hintenrum.

      Sie würden es nicht mal wollen!
      Nur ein wenig Raum inmitten der Gesellschaft.
      Das wäre doch ein Anfang!
      Denn genau dort fängt das ausgestoßen sein an.
      Die Zombies sehen sie nicht und wandeln umher, zwischen den neuesten Verlockungen.
      Der neuesten Statusmeldung im minütlichen Pling der Schnelllebigkeit.
      Angezogen vom Licht und vom eigens abgebrannten Feuerwerk.
      Wie in den alten Filmen.
      Grauen.

      Hast Du gesehen? Nicht?
      Den Mann, der abends aus dem Vorraum der Sparkasse vertrieben wird.
      Beinahe sein Schlafplatz für die kalte Nacht.
      Die alte Frau, die aus der Bahn steigt.
      Am Rollator die Beutel voll mit Pfandflaschen.
      In der Hand die Taschenlampe, um die Mülleimer auszuleuchten.
      Wert zu schöpfen, aus dem was andere wegwarfen.
      Weinen.

      Die Kinder, die ohne Essen in die Schule gehen.
      Stets bei den Klassenfahrten plötzlich krank sind.
      Lange Schlangen vor den Tafeln.
      Niemand wird mehr aufgenommen. Kapazitäten erschöpft.
      Probleme bei der Belieferung.
      Die Zombies werfen einfach nicht genug weg. Sortieren zu wenig aus.
      Für die Ränder...

      Hast Du gesehen?
      „Ganz normales Leben!“ wurde mir versichert.
      She is the gold at the end of the rainbow
    • "Hast Du gesehen? Nicht?
      Den Mann, der abends aus dem Vorraum der Sparkasse vertrieben wird.
      Beinahe sein Schlafplatz für die kalte Nacht.
      Die alte Frau, die aus der Bahn steigt.
      Am Rollator die Beutel voll mit Pfandflaschen.
      In der Hand die Taschenlampe, um die Mülleimer auszuleuchten.
      Wert zu schöpfen, aus dem was andere wegwarfen.
      Weinen.

      Die Kinder, die ohne Essen in die Schule gehen.
      Stets bei den Klassenfahrten plötzlich krank sind.
      Lange Schlangen vor den Tafeln.
      Niemand wird mehr aufgenommen. Kapazitäten erschöpft.
      Probleme bei der Belieferung.
      Die Zombies werfen einfach nicht genug weg. Sortieren zu wenig aus.
      Für die Ränder..."



      Gesellschaftskritik in Kurzgeschichten Form kommt mir bekannt vor;) Gerade diese beiden Absätze sind unglaublich gut! Vor Allem der Erzählstil, mit den kurzen Sätzen und dem immer wiederkehrenden Schema. Ich war lange nicht mehr hier auf der Seite, deshalb fehlt mir noch etwas der Überblick. Ich hol aber mal ein wenig nach und schau, was sonst noch so von dir hier herumschwirrt^^
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