Todeskuss

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    • Fester Stand und Blick gerichtet
      Ruhe macht sich in mir breit
      Routine die ihr Werk verrichtet
      Innerlich zum Schuss bereit

      Spannen, Auszug, gar nicht Denken
      Geh ich in mich, Fokus schon
      Geist am Abzug, nur Reflexe
      Das Wunderwerk der Präzision

      Ziel erkannt, visierend, sehend
      Nun ist's nur noch ein Augenblick
      Der Pfeil will fliegen, ganz gerade
      Gelenkt vom Willen und Geschick

      Körper, Waffe losgelöst
      Nicht länger ein Zusammenschluss
      Sekunden noch ein wenig hoffend
      Dann für das Ziel der Todeskuss
      She is the gold at the end of the rainbow

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sushan ()

    • Hallo Sushan,
      mit dem Todeskuss wird eine Person markiert, die umgebracht werden soll.
      Du beschreibst in deinem Text sozusagen die Umsetzung eines Todeskusses in die Tat.
      Dass diese mit einem Pfeil ausgeführt wird, könnte auf eine Beziehungstat hindeuten,
      in Umkehrung des Liebespfeiles von Amor.
      Für den, bzw. die Betroffene ist es letztlich egal, den in beiden Fällen sind sie nur Opfer der Mächte.
      Gern Hineingespürt und LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Wunderbar interpretiert und wenn ich so drüber nachdenke, würde mir auf Anhieb auch eine Person einfallen... :whistling:

      Aber ernsthaft: Ich brauchte einen dramatischen Abschluss bzw. überhaupt einen, denn bei der letzten Strophe hat es mich verlassen.
      Allerdings ging es hier wirklich um den Akt des Bogenschießens, weil das mein Hobby ist.
      Ich bin eine recht tödliche Amazone, mittlerweile. Oder könnte eine sein, denn es ist ja Sport. :)

      Aber Deine Lesart gefällt mir hervorragend und ich werde vielleicht mal unter dem Aspekt etwas schreiben.
      Super Anregung, vielen Dank für die tollen Anmerkungen!
      She is the gold at the end of the rainbow
    • Hallo Sushan,

      ich suche ja eher nach dem Greifbaren, weniger nach dem Metaphorischen und habe den Text schon als Schilderung des Bogenschiessens verstanden. Vermutlich hat geholfen, dass ich mich erinnern konnte, das in deinem Profil gelesen zu haben. :)

      Die ersten beiden Strophen gefallen mir sehr gut und ich finde sie inhaltlich und formal völlig rund. In der dritten Strophe würde ich mir noch etwas Feinarbeit am Versmaß wünschen. Da reiben in meinem geistigen Ohr die 2. und 3. Zeile noch etwas am Gehäuse.

      Sushan schrieb:

      Nun ist's nur noch ein Augenblick
      Der Pfeil will fliegen, ganz gerade
      Vielleicht aus "Nun ist's ..." ein "Es ist..." machen.
      und dann evtl. "Der Pfeil löst sich von der Sehne".

      Die letzte Strophe passt dann vom Versmaß her wieder. dafür gefällt mir der Inhalt nicht so gut.

      Sushan schrieb:

      Sekunden noch ein wenig hoffend
      Dann für das Ziel der Todeskuss
      Diese beiden Zeilen machen aus einer (friedlichen) meditativen Betrachtung einen Akt der Aggression. Wenn das gewollt ist, kann man das sicher so machen. Eine Schlusspointe, eine Überraschung ist ja immer gut. Aber es muss mir ja nicht gefallen.

      Deinem Kommentar entnehme ich aber, dass das mehr eine Verlegenheitslösung ist. Ich bin kein Bogenschütze (obwohl es mich schon mal reizen würde; habe sogar einen Verein am Ort), habe aber mal gelesen, dass der Schütze dem Pfeil noch am Bogen entlang zusieht, bis er im Ziel ist. Falls das stimmt, könnte ich mir vorstellen, die jetzigen ersten beiden Zeilen (verstehe ich als runternehmen des Bogens) zu den Schlusszeilen zu machen und zwei neue erste Zeilen zu schreiben, die das Geschehen dazwischen schildern. Also vielleicht sowas wie: dem Pfeil nachsehen. Ihn im Ziel ankommen sehen. Bin gespannt, was Du davon hätst.

      LG

      Ruedi
    • Ruedi schrieb:

      dass der Schütze dem Pfeil noch am Bogen entlang zusieht
      Das stimmt auch so.
      Ich habe heute schon den ganzen Morgen daran gebastelt, aber irgendwie kann ich mich nicht entscheiden und schwanke zwischen dem innerlichen Akt und dem technischen Part.
      Hunderte von Stunden Übung und Wiederholung, die aus Nachdenken und Theorie etwas selbstverständliches gemacht haben. Natürliche Bewegungen, Reflexe die automatisch übernehmen. Wenn man das hat, schießt man mit dem Geist.
      Im Prinzip weiß ich genau was ich sagen möchte, kann aber beides schwer vereinen. Da muss ich mal drüber nachdenken.
      Das hier sehe ich als verunglückt, aber doch auch irgendwie nicht.


      Ruedi schrieb:

      Diese beiden Zeilen machen aus einer (friedlichen) meditativen Betrachtung einen Akt der Aggression.

      Weil beides für mich stimmt.
      Ich schöpfe so viel Ruhe daraus und Kraft und Sicherheit. Eine hohe Konzentration und viel Frieden machen sich in mir breit.
      Gleichzeitig wird mir jedes Mal bewusst, wie viel Macht mir diese tödliche und präzise Waffe verleiht und wozu ich mittlerweile im Stande wäre. Rein theoretisch natürlich nur.
      Entspannung und Aggression dicht beieinander, wobei der erste Teil bei weitem überwiegt, was ja auch sein muss.
      Und ich sowieso nicht der Mensch bin, der einen anderen verletzen könnte.
      Seelisch sicherlich, durch Unbedacht, aber körperlich niemals.
      Nur darf man nie vergessen, bei all dem, dass es immer noch auch die Komponente gibt und man viel Schaden anrichten kann. Wer das je vergisst, für den wird es gefährlich.
      Es ist kein Spielzeug was man da bedient.


      Ich danke erst einmal und werde mich noch einmal dran setzen, über das Wochenende.
      Deine/Eure Kritik hat mir sehr viel gebracht!
      She is the gold at the end of the rainbow
    • Hallo Sushan
      ich habe lange überlegt, warum es mir so schwer fällt den Text auf der realen Ebene des Bogenschießen nachzuvollziehen. Es liegt an dem Todeskuss, denn warum sollte man einer Zielscheibe einen Kuss geben und sie quasi töten, wo es sich doch um eine leblose Scheibe handelt.
      Eine Lösung dahingehend könnte sein, der Zielscheibe stellvertretend den Todeskuss zu geben, aber dazu müsste im Text eine übertragbare Person spürbar sein.
      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Perry schrieb:

      ich habe lange überlegt,
      Es ehrt mich sehr, dass Leute über meine Sachen nachdenken.


      Perry schrieb:

      Eine Lösung dahingehend könnte sein, der Zielscheibe stellvertretend den Todeskuss zu geben, aber dazu müsste im Text eine übertragbare Person spürbar sein

      Eigentlich habe ich auszudrücken versucht, das diesem eigentlich entspannenden und präzisen Vorgang, auch etwas zerstörerisches inne wohnt.
      Das ist mir wohl missglückt.
      Habe heute selbst immer mal wieder drüber nachgedacht. Auch warum mir das überhaupt so wichtig ist.
      Zu einem Schluss bin ich nicht gekommen.

      Aber:
      Es gibt noch eine Art Meta Ebene.
      Das fiel mir letztens schon auf, als ich etwas schönes schreiben wollte, voller Liebe und positiv. Das ist unglaublich schwer gewesen, obwohl mein Kopf voll davon ist.
      Schreibe ich über negative Gedanken und Gefühle, über Angst, Bedenken, Zweifel und Dinge wie diese, fließt es nur so aus mir raus.
      Ohne Mühe, sehr einfach.

      Das scheint derzeit meine Grundstimmung zu sein. Ich weiß auch woran es liegt, um ehrlich zu sein
      Schauen wir mal, dass geht wieder vorüber.
      She is the gold at the end of the rainbow
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