Die Stille danach

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    • Die Stille danach

      Es ist still geworden
      im Haus der schönen Worte
      blieb nur der säuselnde Wind
      der mir von deiner Sehnsucht erzählt


      Wenn die Jahre sich wenden
      wird unsere Zeit vergehen
      grauer Stein verblassen
      und Efeu himmelwärts ranken
      Man ist auch verantwortlich für das was man nicht tut,

      O seltenes Glück der Zeiten, in denen du sagen darfst, was du willst, und sagen kannst, was du denkst.
      Tacitus
    • Hallo Carry,

      bei der ersten Strophe kam mir ein Song der Eliza Doolittle aus dem Musical My Fair Lady in den Sinn. Darin beschwert sie sich bei ihrem Verehrer Freddie Aynesford-Hill (Schreibweise unsicher) darüber, dass er sie beständig nur anschwärmt, davon träumt sie zu küssen, davon redet statt es wirklich zu tun. Der deutsche Titel des Songs ist glaube ich "Tu's doch", der englische "Show me". Eine ganz andere Stimmung in dem Song, viel mehr aufbrechend, als hier in deinem Text (keine Wertung).

      Hier fängt es melancholisch an und wird dann traurig, depressiv, ich-hab-aufgegeben, also fast suizidal.

      Carry schrieb:

      wird unsere Zeit vergehen
      Die grauen Steine sind wohl die des Hauses der schönen Worte? Das verlassen dasteht, nicht mehr gepflegt wird, dessen Mauern verblassen und das von Efeu überwuchert wird. Irgendwie macht dieses Haus nicht den Eindruck, jemals bewohnt worden zu sein - wo es sich wieder mit dem oben genannten Freddie trifft, der auch nie wirklich gelebt, sondern stets nur vom Leben geschwärmt hat.

      Du hast einige wunderschöne Worte für eine unschöne Lage gefunden. Ich wünsche dem LI, dass es wieder aufbrechen kann, um sich ein neues Haus zu suchen.

      kreative Grüße

      Ruedi
    • Hallo, Carry,

      wie oft, meine (manchmal etwas) eigene 'Sicht der Dinge'. Sie weicht ein bisschen von der Sicht, die in den mir vorgehenden Kommentaren dargelegt wurde, ab.

      Für mich transportiert das Gedicht insgesamt, in beiden Strophen, eine deutlich melancholische Stimmung (dennoch kein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, bedingt durch den Schluss) - jedenfalls ist es das, was bei mir ankommt.

      Den 'grauen Stein' sehe ich als - Grabsteine.

      Strophe 1 erzählt mir vom Ende einer Beziehung.

      Strophe 2 erzählt von der Vergänglichkeit von allem - von der Vergänglichkeit des Menschenlebens.

      Grabsteine, die mit der Zeit verblassen. Ungepflegte Gräber, die mit der Zeit von Efeu überwuchert werden.

      Melancholie deshalb, weil alles vergänglich ist. Nichts währt ewig. Weder Beziehungen noch das Leben ... danach bleibt - Stille ...

      Dennoch: In den Abschlussworten 'himmelwärts ranken' steckt auch ein wenig Hoffnung. Ja, wer weiß?


      Gerne in die melancholische Stimmung mit eingetaucht :) und LG,

      Anonyma
      ______________________________
      Zitate:

      Mensch: Ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot.

      Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.

      Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.

      I <3 Kurt Tucholsky! :D
    • Hallo Perry,
      Danke für deine Rückmeldung und deine Gedanken zu diesem Text
      Ich denke, das Weiß, wird eher gelb, denn blasser, oder?
      Es gibt auch unterschiedliche Grautöne von fast schwarz bis hellgrau.
      Es geht mit hier Hauptsächlich um das Verblassen, wie auch Erinnerungen mitder Zeit verblassen können.
      Lieben Gruß
      Carry
      Man ist auch verantwortlich für das was man nicht tut,

      O seltenes Glück der Zeiten, in denen du sagen darfst, was du willst, und sagen kannst, was du denkst.
      Tacitus
    • Ruedi schrieb:

      Hallo Carry,

      bei der ersten Strophe kam mir ein Song der Eliza Doolittle aus dem Musical My Fair Lady in den Sinn. Darin beschwert sie sich bei ihrem Verehrer Freddie Aynesford-Hill (Schreibweise unsicher) darüber, dass er sie beständig nur anschwärmt, davon träumt sie zu küssen, davon redet statt es wirklich zu tun. Der deutsche Titel des Songs ist glaube ich "Tu's doch", der englische "Show me". Eine ganz andere Stimmung in dem Song, viel mehr aufbrechend, als hier in deinem Text (keine Wertung).

      Hier fängt es melancholisch an und wird dann traurig, depressiv, ich-hab-aufgegeben, also fast suizidal.

      Carry schrieb:

      wird unsere Zeit vergehen
      Die grauen Steine sind wohl die des Hauses der schönen Worte? Das verlassen dasteht, nicht mehr gepflegt wird, dessen Mauern verblassen und das von Efeu überwuchert wird. Irgendwie macht dieses Haus nicht den Eindruck, jemals bewohnt worden zu sein - wo es sich wieder mit dem oben genannten Freddie trifft, der auch nie wirklich gelebt, sondern stets nur vom Leben geschwärmt hat.
      Du hast einige wunderschöne Worte für eine unschöne Lage gefunden. Ich wünsche dem LI, dass es wieder aufbrechen kann, um sich ein neues Haus zu suchen.

      kreative Grüße

      Ruedi
      Hallo Ruedi,
      es ist für mich schon sehr interessant und auch erstaunlich, wie Leser meineTexte auffassen und interpretieren, denn so bekomme ich wiederum auch eineetwas andere Sichtweise auf mein *Werk*
      Danke, dass du die Stille ausgehalten und mir deine Gedankenmitgeteilt hast.
      Lieben Gruß
      Carry
      Man ist auch verantwortlich für das was man nicht tut,

      O seltenes Glück der Zeiten, in denen du sagen darfst, was du willst, und sagen kannst, was du denkst.
      Tacitus
    • Anonyma schrieb:

      Hallo, Carry,

      wie oft, meine (manchmal etwas) eigene 'Sicht der Dinge'. Sie weicht ein bisschen von der Sicht, die in den mir vorgehenden Kommentaren dargelegt wurde, ab.

      Für mich transportiert das Gedicht insgesamt, in beiden Strophen, eine deutlich melancholische Stimmung (dennoch kein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, bedingt durch den Schluss) - jedenfalls ist es das, was bei mir ankommt.

      Den 'grauen Stein' sehe ich als - Grabsteine.

      Strophe 1 erzählt mir vom Ende einer Beziehung.

      Strophe 2 erzählt von der Vergänglichkeit von allem - von der Vergänglichkeit des Menschenlebens.

      Grabsteine, die mit der Zeit verblassen. Ungepflegte Gräber, die mit der Zeit von Efeu überwuchert werden.

      Melancholie deshalb, weil alles vergänglich ist. Nichts währt ewig. Weder Beziehungen noch das Leben ... danach bleibt - Stille ...

      Dennoch: In den Abschlussworten 'himmelwärts ranken' steckt auch ein wenig Hoffnung. Ja, wer weiß?


      Gerne in die melancholische Stimmung mit eingetaucht :) und LG,

      Anonyma
      Liebe Anonyma,
      ich freue mich und bin erstaunt, wie gut du in meine Gedankenwelt eintauchen konntest,
      Du hast alle, mir wichtigen Punkte, genau getroffen und in deinem ausführlichen Kommentar aufgelistet.

      Danke dafür. Was kann einem schöneres passieren, als verstanden zu werden.

      Lieben Gruß
      Carry
      Melancholische Romantikerin
      Man ist auch verantwortlich für das was man nicht tut,

      O seltenes Glück der Zeiten, in denen du sagen darfst, was du willst, und sagen kannst, was du denkst.
      Tacitus
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