Von Freiheit und einem Leben

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    • Von Freiheit und einem Leben

      Prolog: Die schönsten Träume von Freiheit werden im Kerker geträumt. (Friedrich Schiller)
      Wende Dein Gesicht der Sonne zu und alle Schatten fallen hinter Dich. (Afrikanisches Sprichwort)

      Von Freiheit und einem Leben

      Er steht vor dem Spiegel,
      jenseits von Schloss und Riegel,
      die Haare weiß, das Rückgrat krumm,
      die Jugend weg, die Stimme stumm.

      Er ist jetzt in Freiheit, doch frei ist er nicht,
      an jeder Ecke steht Missgunst, Misstrau`n und Pflicht,
      an die niemand sich hält - nur Lüge und Gier,
      Feigheit und Angst in jedem Revier.


      Er nimmt einen Strick und hängt ihn ums Genick:

      "Selbstbestimmt sterben ist alles, was ich jetzt noch will,
      Befreiung von allen Fesseln, ohne Kampf, ganz still.
      Nein, nein! Kein Zurück! Das, das ist mein letzter Schritt."

      Er springt. Im Nu ist Schluss damit.


      Er war niemandes Knecht und niemandes Herr.
      Die Willkür des Rechts brachte ihn her.
      Er war unbändig ungehorsam wider allen Mächtigen.
      Er zeigte sich unbeugsam - so sehr sie ihn züchtigten.

      Dann verließ er sein Verlies und kam zurück ins Paradies.
      Doch, das schön gedachte Paradies, erwies sich nicht als Paradies.
      Es war nur ein Verlies wie das Verlies, das er verließ.

      Martin Heide

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martin Heide ()

    • Hallo Martin,
      dieser Betrag erhält von mir die "goldene Feder"
      zum Thema FREIHEIT !!!
      Und das meine ich auch so, denn jeder Mensch
      hat das Recht und die Freiheit "Hand an sich zu legen" !

      Mir ist ebenfalls die Brisanz der Thematik bewusst und daher
      bin ich an einer weit verzweigten, fairen Diskussion interessiert.

      "Hand an sich legen" (Diskurs über den Freitod) ist ein
      Buch von Jean Amery und ich kann es jedem nur
      empfehlen.

      Grüße an Dich lieber Martin (...der das Faß aufgemacht hat)
      und in die weite Runde,
      Volker
      Volker Harmgardt
      Die Natur hat keine Eile,
      dennoch gelangt sie
      stets ans Ziel.

    • Danke für die Buchempfehlung Volker. Ich werde mir das Buch sofort besorgen.
      Für mich ist schon länger klar, dass ich möglichst die Zügel für mein Ableben in den Händen halten will
      und hoffentlich das Glück haben werde, dies zu tun, bevor mir meine Kinder oder gar die Enkel oder Fremde
      den Hintern abwischen.

      Herzliche Grüße
      Martin
    • Hallo Martin,
      in deinem Gedicht spiegelt sich die Debatte um den selbst gewählten Suizid.
      Für mich käme dieses nicht in den Sinn, allerdings bin ich auch gegen Lebens verlängerte Maßnahmen.
      Zum Beispiel, ich bin geboren in diese Welt und das ist gut so , wie es ist. Auf der anderen Seite werde ich sterben, wenn die Zeit gekommen ist.
      Der Mensch will mehr sein als er ist, er ist nicht sein eigener Schöpfer, er ist ein Teil der lebendigen Natur.
      Aus meinem Umfeld kann ich sagen, das Menschen das natürliche Lebensende bewusst sich erarbeiten müssen um dann auch in Frieden mit sich und der Welt loslassen zu können.
      Sich selbst nicht mehr rein halten zu können, ist für mich kein Grund zur Beunruhigung, konnte ich als Baby auch nicht. Werden wie ein Kind im Alter und mit Dank die Hilfe der Mitmenschen annehmen können.
      Ich selbst beschäftige mich mit dem Tod schon sehr lange, bin schon nicht nur einmal von der Schippe gesprungen.
      Das nimmt ein wenig die Angst vor dem Tod und ich als spiritueller Mensch weiß für mich , es gibt keinen Tod im Sinne von einer Endgültigkeit und Auflösung des Seins. Nur auf materieller Ebene eine Auflösung des bestehenden Lebens und Wandlung in eine andere Form der Materie, nichts geht verloren von mir. Ich bin Körper, Geist und Seele und darüber enthalten in allem was ist.
      Das ist meine ganz persönliche Sicht auf den Tod.
      LG
      Karlo
      © Karl-Heinz Hübner
      Alle Rechte vorbehalten,besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung,sowie
      Übersetzung.Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden!

      Die Seele hat die Farbe deiner Gedanken
      Marcus Aurelius
    • Hallo!

      Ich denke, das sollte grundsätzlich jedem selbst überlassen sein. Aber - das ist nur meine (vll zu starre) Meinung - wenn man Familie hat, vor allem Kinder, oder irgendwen, der trauert, finde ich es absolut nicht richtig. Schwere Krankheiten u. ä. sind natürlich ausgenommen.

      Ich glaube, jeder kennt Situationen, in denen man sich ausweglos sieht, aber solange man kann, muss man kämpfen.

      Wie gesagt, dass ist meine persönliche Meinung (für mich und mein Umfeld), die keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt. Ich hatte im Bekanntenkreis schon sehr hitzige Diskussionen über dieses Thema, da dieses Thema sehr emotional "geladen" ist.

      LG
      „Im Leben geht es nicht darum abzuwarten, bis der Sturm vorbeigezogen ist. Vielmehr geht es darum zu lernen, im Regen zu tanzen.“ (V. G.)
    • So ist es Scathach, empfinde ich ebenso

      Scathach schrieb:

      Ich denke, das sollte grundsätzlich jedem selbst überlassen sein. Aber - das ist nur meine (vll zu starre) Meinung - wenn man Familie hat, vor allem Kinder, oder irgendwen, der trauert, finde ich es absolut nicht richtig. Schwere Krankheiten u. ä. sind natürlich ausgenommen.

      Ich glaube, jeder kennt Situationen, in denen man sich ausweglos sieht, aber solange man kann, muss man kämpfen.
      Natürlich kann jeder tun , wie er es möchte.
      LG
      Karlo
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    • Hallo Karlo,

      zitiere ....."es gibt keinen Tod im Sinne einer Endgültigkeit und Auflösung des Seins." Woher weißt Du das? Du schreibst, Du seiest nicht nur einmal dem Tod von der Schippe gesprungen. Kommt daher Deine Sicht auf den Tod? Ich frage mich, ob Du vielleicht Nah-Tod-Erlebnisse hattest? Viele Menschen mit dieser Erfahrung sind sich ja sicher, dass das Sein mit dem Sterben nicht endet.

      Nun, ob das Leben bzw. das Sein nach dem Tod weiter besteht, ist eine andere Frage. Die Ausgangsfrage hieß: Darf ich mich selbst umbringen ?
      Ich sage: Ja, wenn ich nur mich allein töte und nicht etwa, wie immer wieder zu hören ist, ein Geisterfahrer auf der Autobahn bei einem Suicid andere Menschen wohl möglich noch mit in den Tod reißt.

      Des Weiteren wünsche ich mir, mit meinen Angehörigen über das Loslassen voneinander überein zu kommen, denn der Tod ist schließlich eine Trennung für immer. Ob es so kommt? Wer kann das sagen? Ich weiß es nicht.

      Und abschließend: Den Willen zu haben, selbstbestimmt zu sterben, ist das Eine. Den Mut zu haben, dies dann tatsächlich umzusetzen, ist das Andere.
      Und wer weiß schon, ob Geschehnisse eintreten, die meine Autonomie außer Kraft setzen. Ob eine Patientenverfügung dann hilft, muss wohl jeder mit sich selbst ausmachen.

      Also dann, . . . . . . .

      Herzliche Grüße
      Martin
    • Hallo Martin,
      ja ich hatte schon ein Nahtoderlebnis.
      Ich kann bestätigen was Frau Kübler-Ross in jahrelanger Forschung an Ergebnissen beschrieben und gesammelt hat.
      Sie war eine Koryphäe auf diesem Gebiet, bei Youtube gibt es Videos davon




      LG
      Karlo
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