betreutes lieben

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    • betreutes lieben

      begierig sehe ich dich die straße entlang kommen
      männerblicke folgen dir wie eine hunrige meute
      dein augenaufschlag zwingt jede ampel auf grün

      dann stehst du vor mir lässt deinen duftmantel fallen
      wie ein engel seine flügel wenn er auf der erde landet
      ich atme ein und mein gefühlsmelder schlägt alarm

      ein rasches umfangen deiner taille und meine finger
      fangen an aufzuknöpfen was befreit werden will
      langsam beginne ich deine hausbesuche zu lieben
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Hallo Perry,

      dein text gefällt mir, sogar sehr gut, aber zwei, drei etwas kritischere Fragen hätte ich schon:

      1. Warum nicht in die Kategorie "Sinnestanz"? Die Stoßrichtung ist doch ziemlich eindeutig:

      Perry schrieb:

      und meine finger
      fangen an aufzuknöpfen was befreit werden will
      2. du schreibst

      Perry schrieb:

      langsam beginne ich deine hausbesuche zu lieben
      Das LI liebt nicht die Person, sondern das, was jetzt gleich i.R. des Hausbesuchs passieren wird. Das ist in Ordnung, aber zusammen mit der ersten Strophe, die auf attraktives, sexuell ansprechendes Äußeres schließen lässt, assoziiere ich "Prostituierte". Wenn das Absicht ist, prima gelungen. Falls nicht, naja..... eine Frau (vermutlich wg. "Männerblicken") könnte auch beleidigt sein, bei dieser Schilderung.

      Randbemerkung: Für dich bin ich doch nur ein Sexobjekt!" - "Aber nein Schatz, das würde ich doch niemals wagen. ich würde nie an dich als Sexobjekt denken. Das käme mir auf keinen Fall in den Sinn." - "Sag mal, was soll das jetzt wieder heißen?" :D

      Wie man's macht, macht Manns verkehrt.

      LG

      Ruedi
      © Rüdiger Jess

      Verwendung der Texte nur nach schriftlicher Zustimmung des Rechteinhabers


      Der Anti-Poet: "Es reicht nicht aus, einfach nur keine Ideen zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! " 8)
    • @Frohnatur,

      gerade "Gefühlsmelder" könnte man auch ziemlich phallisch verstehen: wenn der Zeiger ausschlägt..... (Ferkel bin ich, Ferkel bleib ich).

      Ein Argument mehr für die Kategorie Sinnestanz.

      LG

      Ruedi
      © Rüdiger Jess

      Verwendung der Texte nur nach schriftlicher Zustimmung des Rechteinhabers


      Der Anti-Poet: "Es reicht nicht aus, einfach nur keine Ideen zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! " 8)
    • Hallo Ruedi, hallo Frohnatur,
      ich beantworte euere Komms der Einfachheit halber gemeinsam.
      Ja der Text laviert zwischen Prostitution und Beziehungsspiel, der Leser darf selbst herauslesen, was er für wahrscheinlicher hält.
      Ich selbst favorisiere die Schilderung einer gereiften Liebe, die bei aller Sorge umeinander versucht sich die Leidenschaft zu erhalten.
      Obwohl Gerüchten nach künftig auch Bewohnern von Pflegeheimen etc. eine eigene Sexualität mit der dazugehörigen Privatsphäre zugestanden und zugesichert werden soll. ;)
      Danke für euer Interesse und LG
      Perry
      PS: Ja, Gefühlsmelder "klein geschrieben" hat ein gewisses Augenzwinkern.
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Perry ()

    • Hallo, Perry,

      ich mal wieder. ;)

      Perry schrieb:

      Ja der Text laviert zwischen Prostitution und Beziehungsspiel, der Leser darf selbst herauslesen, was er für wahrscheinlicher hält.
      Ja, er enthält diese beiden Lesarten, das stimmt. :)

      Aber, wie es bei mir (nicht immer, aber immer öfter) vorkommen kann, fand ich noch ein bisschen mehr. :D

      Und zwar aufgrund des Titels: betreutes lieben.

      Alles, was dafür nötig ist - einfach nicht an einen sexuellen Aspekt denken, denn der Text sagt: Kannst du, musst du aber nicht. Nicht unbedingt.

      Es kann eine - Krankenpflegerin sein. Die eben jung und hübsch ist. Das LI sieht aus dem Fenster und bekommt natürlich mit, dass ihr Männerblicke folgen, findet das vielleicht sogar amüsant (siehe untenstehendes Zitat, das eine humorvolle Note hat). Ich kann mir gut einen alten Mann vorstellen, der lächelt - über die jungen Leute. Über die Wirkung, die eine junge Frau auf junge Männer hat - er beobachtet das, denkt eventuell an früher, als er selbst noch ein junger Mann war.

      Perry schrieb:

      dein augenaufschlag zwingt jede ampel auf grün

      Die zweite Strophe kann ebenfalls so gelesen werden, dass sie im wörtlichen Sinne sein 'helfender Engel' ist - ihr Duft kann lediglich ein Parfüm sein, das sie immer verwendet, das für ihn 'zu ihr gehört'. Ein einsamer, alter Mann, für den sie ein 'Engel des Himmels' ist und 'himmlisch duftet' - jedes Mal, wenn er den Duft einatmet, vertreibt dieser für ihn die Einsamkeit. Sie bringt ganz schlicht - Licht in sein Leben. Auch in dieser Hinsicht kann ein 'Gefühlsmelder Alarm schlagen'.

      Auch die letzte Strophe kann ich 'ohne Hintergedanken' lesen - wenn ich das möchte. Er - hilft ihr aus dem Mantel. Vielleicht ist Winter, ihre Finger ein bisschen taub und er hilft ihr beim Aufknöpfen? Ja, selbst das 'Umfangen der Taille' muss nicht unabdingbar eine sexuelle Bedeutung haben - er 'lenkt' sie vielleicht nur, möchte freundlich sein, die beiden sind sehr vertraut miteinander, sie pflegt ihn vielleicht schon seit Jahren und er sieht eine 'Tochter' in ihr?

      Und - natürlich gibt es auch noch eine vierte Lesart: Es handelt sich zwar auch in dieser um eine junge, hübsche Krankenpflegerin - aber der alte Mann ist schwer in sie verliebt. Geht aber vielleicht nicht weiter, als den Arm um ihre Taille zu legen und - vielleicht - nur zu sagen: "Wie schön, dass Sie wieder hier sind, kommen Sie, setzen Sie sich doch erst einmal. Lassen Sie sich aus dem Mantel helfen." Oder etwas in dieser Richtung.

      Ich glaube, irgendwo hier im Forum schrieb ich bereits etwas über 'Gedichte = Wundertüten'. ;)

      LG, erneut gerne gelesen und meine Phantasie schweifen lassen,

      Anonyma :)
      ______________________________
      Zitate:

      Mensch: Ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot.

      Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.

      Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.

      I <3 Kurt Tucholsky! :D
    • Hallo Anonyma,
      danke fürs intensive Auseinandersetzen mit den Bildern.
      Deine Interpretation gefällt mir auch gut, denn gerade in der Pflege sollte möglichst viel Zeit und soziale Nähe normal sein.
      Leider haben wir in diesem Bereich gesellschaftspolitisch noch viel zu verbessern.
      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Perry schrieb:

      begierig sehe ich dich die straße entlang kommen
      männerblicke folgen dir wie eine hunrige meute
      dein augenaufschlag zwingt jede ampel auf grün

      dann stehst du vor mir lässt deinen duftmantel fallen
      wie ein engel seine flügel wenn er auf der erde landet
      ich atme ein und mein gefühlsmelder schlägt alarm

      ein rasches umfangen deiner taille und meine finger
      fangen an aufzuknöpfen was befreit werden will
      langsam beginne ich deine hausbesuche zu lieben

      Hallo Perry,

      Hach, die letzte Zeile , aber auch so gut , :) … sehe hier ein Arrangement zwischen zwei sich Liebenden oder sich sexy Feilenden oder schlicht ein lebendiges Paar, egal … sie kommt als (vielleicht) Krankenschwester zum Hausbesuch vorbei, ne bestimmte Uhrzeit, er sieht sie schon am Fenster, es klingelt, sie steht vor ihm … und das entknöpfend Wundersame nimmt seinen unentrinnbaren Lauf.

      Den Titel verstehe ich gar nicht … würde mir 'hausbesuch' genügen, und diese Zeile: und mein gefühlsmelder schlägt Alarm, ist mir persönlich zu umständlich prüde , ;)

      Perry, gerne den Hausbesuch [ insbesondere mit der letzten Zeile ] beäugt, hi hi … tschüss Frank …

      -
      Gabel im Mund / nicht so hastig
    • Hallo Frank,
      ja Titel sind wohl das Schwierigste an Gedichten, denn sie sollen einerseits Interesse wecken, andererseits aber nicht zuviel verraten.
      Dein Vorschlag, den ich auch schon überlegt hatte, würde beides erfüllen.
      Was den "Gefühlsmelder" anbelangt, ist dieser tatsächlich etwas zu vordergründig ausgefallen.
      Danke für die wertvollen Hinweise, mal sehen was sich noch daraus ergeben wird.
      LG
      Perry

      PS: Hier eine mögliche neue Version:


      hausbesuch

      begierig sehe ich dich die straße entlang kommen
      männerblicke folgen dir wie eine hunrige meute
      dein augenaufschlag zwingt jede ampel auf grün

      dann stehst du vor mir legst deinen duftmantel ab
      wie ein engel seine flügel wenn er auf die erde fällt
      erste küsse und das gefühlskino beginnt zu laufen

      ein rasches umfangen deiner taille und meine finger
      fangen an aufzuknöpfen was befreit werden will
      langsam beginne ich unsere rituale zu lieben
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Perry ()

    • Anonyma schrieb:

      Ich glaube, irgendwo hier im Forum schrieb ich bereits etwas über 'Gedichte = Wundertüten'.
      In deinem Beitrag hast du wirklich eine schöne Wundertüte geöffnet, hat mir gut gefallen!
      Bei vielen Männern ist es oft Kopfkino oder fließt einfach in die Feder! :D
      LG
      Karlo
      © Karl-Heinz Hübner
      Alle Rechte vorbehalten,besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung,sowie
      Übersetzung.Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden!
    • Hallo Karlo,
      genauso ist es, wenn man in all den Jahren viel erlebt hat, braucht man nur die Augen zu schließen (bzw. die Tastatur zu betätigen) und schon fängt das Kopfkino an zu laufen. ;)
      Danke fürs Reflektieren und LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Perry ()

    • Perry schrieb:

      PS: Hier eine mögliche neue Version:


      hausbesuch

      begierig sehe ich dich die straße entlang kommen
      männerblicke folgen dir wie eine hunrige meute
      dein augenaufschlag zwingt jede ampel auf grün

      dann stehst du vor mir legst deinen duftmantel ab
      wie ein engel seine flügel wenn er auf die erde fällt
      erste küsse und das gefühlskino beginnt zu laufen

      ein rasches umfangen deiner taille und meine finger
      fangen an aufzuknöpfen was befreit werden will
      langsam beginne ich unsere rituale zu lieben

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      Hallo Perry,

      mal meine Idee dazu ; Detail-Sequenzen, vielleicht im Tenor filmisch ./ du kennst dich bzgl der Termini viel besser aus ...


      hausbesuch

      begierig sehe ich dich die straße entlang kommen
      männerblicke folgen dir wie eine hunrige meute ..................... <-- hunrige? hungrige? hurige? , ;)
      dein augenaufschlag zwingt jede ampel auf grün

      dann stehst du vor mir legst dein durchsicht ab
      wie ein engel seine flügel wenn er auf die erde fällt
      erste küsse klappe fällt kopfkino kennt den film

      hände umfangen deine taille die nächste hat finger
      fangen an aufzuknöpfen was befreit werden will
      langsam beginne ich deine hausbesuche zu lieben ................. <-- ooch, die ’hausbesuche' weg ???

      -------------------------------

      Perry, vielleicht ist ja was dabei ... oder ist die Idee zu absurd , ;) ... wieder ein Tschüss, Frank

      -
      Gabel im Mund / nicht so hastig

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dichtel ()

    • Hallo Brigitte,
      freut mich, dass Dir das Gedicht gefällt.
      LG
      Perry

      Hallo Frank,
      auf die Wiederholung des neuen Titels "hausbesuch" im Text möchte ich gern verzichten.
      "hunrige" habe ich korrigiert, was nur ein Schreibfehler.
      Deine "filmischen" Vorschläge sind durchaus originell (auch lautmalerisch), entsprechen hier aber nicht meiner eher prosaischen Ausrichtung.
      Danke fürs Dranbleiben am Text und LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
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