Der König der Wertlosigkeit Akt 3-1

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    • Der König der Wertlosigkeit Akt 3-1

      Akt III.

      Cecilé erwacht. Ihr dröhnt der Kopf. Sie liegt direkt vor einem kleinen Altar, über dem ein großes, verblasstes Ölgemälde hängt. Auf diesem ist eine dunkelrote Acht zu sehen. Cecilé reibt sich die Augen, als sie glaubt einen Mund im unteren Bauch der Acht erkennen zu können.

      6. Auftritt Die Acht
      [list=1] [/list]Cecilé: Eine Acht mit Mund? (stöhnt)Mein Kopf...
      Acht: Wunderst du dich?

      Cecilé schreckt auf und starrt das Gemälde an.

      Acht: Ja, ich weiß, eine sprechende Acht. Mein Gott, wie gruselig.
      Cecilé: Nein, warte...Tut mir leid, ich bin so was nicht gewohnt. Du bist überhaupt nicht gruselig.
      Acht: Ach, du kannst mich bezeichnen, wie du willst. Ist mir latte.
      Cecilé: Na, super! Endlich mal jemand, der nicht gleich ausrastet, wenn man mit ihm spricht. Ich bin übrigens Cecilé und du?
      Acht: Ist mir egal...
      Cecilé: Ist mir egal? Komischer Name.
      Acht: Nein! Es ist mir egal, wer DU bist. Ich bin eine Acht, das sieht man doch wohl. (gelangweilt)
      Cecilé: Ähm...ok, aber....
      Acht: (ins Wort fallend) Egal, wie man mich dreht und wendet, ich bleibe eine Acht.
      Du willst von hier verschwinden, ne? Die meisten wollen das jedenfalls.
      Cecilé: Ich...ich muss zur großen Hand.
      Acht: Oh man, lass das mal lieber. Das führt zu nichts, du hast keine Chance, glaub mir!
      Cecilé: Ich muss das aber wenigstens versuchen, sonst häng ich hier für den Rest meines Lebens fest. Weißt du, wie ich zu ihr komme?
      Acht: Manche Sachen sollte man lieber von vornherein lassen. Mach einfach dein Ding und ruh dich hier ein bisschen mit mir aus.
      Cecilé: Sorry, aber fürs rumsitzen fehlen mir jetzt echt die Nerven. (kopfschüttelnd). Die Lampe, der Schuh und der König verlassen sich auf mich!
      Acht: Alter, es geht hier um dich! Kann dir doch vollkommen egal sein, was die anderen wollen, oder machen.
      Cecilé: Ist dir eigentlich alles und jeder egal? (wütend)
      Acht: Ja, man...Ich will halt meine Ruhe haben. Ist das so schlimm?

      Cecilé klettert auf den Altar und rüttelt am Gemälde.

      Cecilé: Sagst du mir jetzt, wie ich zur Hand komme?
      Acht: Ob ich jetzt sterbe oder hier hänge...macht doch keinen Unterschied.

      Cecilé wirft das Bild zu Boden. Es zerbricht.



      In diesem Moment erlischt im ganzen Raum das Licht und hinter Cecilé ertönt eine leise, ruhige Stimme, die ihr sehr bekannt vorkommt.

      Lampe: Meinst du, du würdest es jetzt schaffen?

      Die Lampe schaltet ihr Licht an. Sie und Cecilé stehen sich im Lichtkegel gegenüber. Cecilé ist fassunglos.

      Cecilé: Geh wieder zurück! (flüsternd)Was, wenn die Hand das mitbekommt?
      Ich komm wirklich alleine klar!
      Lampe: Zu spät, sie hat es längst bemerkt...
      Cecilé: Du...du leuchtest!? (überrascht)
      Lampe: Ja, für dich...
      Cecilé: Das ist bescheuert und das weißt du auch! Geh wieder aus!
      Lampe: Cecilé...glaubst du du kannst dich ihr stellen?
      Cecilé: Wem? Der Hand? Woher soll ich das wissen?
      Lampe: Wenn du es nicht weißt, wer soll es dann wissen? Es geht hier um dich, Cecilé.
      Cecilé: Setz mich nicht unter Druck, bitte! Ich weiß es doch auch nicht...
      Lampe: Hast du verstanden, weshalb du hier bist?
      Kannst du erkennen, was all die, die du getroffen hast dir sagen wollen, oder nicht sagen können?
      Cecilé: Aber der König...
      Lampe: Hast du es verstanden? (ins Wort fallend)
      Cecilé: Ja (kurze Pause) Ich denke ich weiß jetzt, warum ich hier bin.
      Lampe: Dann schalte mich aus und wir gehen zu ihr!

      Cecilé führt ihre Hand langsam und fast wie in Trance zum Kippschalter der Lampe.

      König: Nein!

      Ein markerschütternder Schrei durchbricht die Dunkelheit Eine Hand kommt aus dem tiefen Schwarz und greift hastig nach Cecilés Arm.

      König: Cecilé...
      Lampe: Unterbrich sie nicht!
      König: Führ du sie nicht auf Wege, die sie nicht gehen kann!
      Cecilé: König...

      Cecilé löst ihren Arm aus dem verkrampften Griff des Königs.

      Cecilé: Ich schaff das, vertrau mir...

      Ohne, dass der König auch nur ein Wort sagen kann, betätigt Cecilé den Schalter und es wird wieder dunkel.
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