Der König der Wertlosigkeit Akt 2-2

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    • Der König der Wertlosigkeit Akt 2-2

      Cecilé: Du tust denen Unrecht, die wirklich was ändern wollen!
      Schuh: Tu ich nicht! Sie hatten einen Fehler gemacht und den müssen sie erst einmal beheben. Du kannst doch auch nicht auf Verständnis hoffen, wenn du deine Schwester schlägst und dann gelobst es nie wieder zu tun.
      Das Vertrauen ist zunächst dahin und muss erst wieder erneuert werden.
      Cecilé: Vielleicht überraschen die Menschen dich ja?
      Schuh: Enttäuschen können sie mich ja nicht mehr...
      Cecilé: Ich möchte, dass du mir vertraust...bitte.
      Schuh: Ach, meinetwegen. Du wirst mich sowieso ausnutzen und mit Füßen treten, so war es bisher doch immer.
      Cecilé: Dann werd ich die erste Überraschung sein. (lächelt)

      Der Schuh schweigt kurz und schleicht zurück zum Regal.

      Schuh: In Ordnung, du hast mein Vertrauen. Aber missbrauch es nicht!
      Und jetzt, geh schon weiter.
      Cecilé: Ist es denn noch weit?
      Schuh: Wenn du weiter so dumme Fragen stellst, dann ja!
      Siehst du die Luke?
      Cecilé: Ja, klar.
      Schuh: Na dann los! Runter mit dir und viel Glück noch!
      Cecilé: Und was ist da unten?
      Schuh: Mädchen!... (verärgert)
      Cecilé: Hab schon verstanden. (lacht)

      Cecilé geht zur Luke und versucht sie zu öffnen. Nach kurzem Kampf schafft sie es, den eisernen Deckel anzuheben und zur Seite zu rollen. Eine hölzerne Leiter führt einige Meter in die Tiefe. Sie atmet tief ein und klettert hinab. Die letzten zwei Sprossen lässt sie aus und springt zu Boden. Vor ihr tut sich ein gigantischer Tunnel auf. Ein meterlanges Fließband, auf dem immer wieder die gleiche Glasflasche von links nach rechts fährt, rattert vor sich hin.
      Vor dem Fließband steht in stark gebückter Haltung ein älterer Mann, der mit seinen 3 Armen, wobei der dritte aus seinem Torso gewachsen ist, in unregelmäßigen Abständen eine der Flaschen vom Band nimmt und hinter sich gegen die Wand wirft.

      5.Auftritt Arbeiter

      Cecilé: Du siehst...seltsam aus. Vorsichtig gesagt.
      Arbeiter: Jetzt nicht! (forsch)
      Cecilé: Bist du...naja, behindert?
      Arbeiter: Was? Warum?
      Cecilé: Du hast drei Arme!
      Arbeiter: Na und?
      Cecilé: Naja, das ist jetzt ja nicht normal, glaub ich.
      In meiner Welt ist es das jedenfalls nicht.
      Arbeiter: Aha...
      Cecilé: Sag mal, kannst du auch Sätze bilden, die aus mehr, als nur zwei Worten bestehen? Oder sprichst du meine Sprache nicht?
      Arbeiter: Du gehst mir auf die Nerven, Hexe!
      Du siehst doch, dass ich beschäftigt bin, lass mich in Ruhe. Ich hab keine Zeit lange Sätze zu bilden.

      Cecilé: So komm ich aber nicht weiter, du musst mir helfen! Alle haben mir bisher geholfen! Nagut, fast alle. Außerdem bin ich keine Hexe!
      Arbeiter: Tut mir leid...ich...das ist alles ein wenig stressig grade.
      Cecilé: Alles gut. (kurze Pause) Was machst du da eigentlich die ganze Zeit?
      Arbeiter: Ich arbeite, verdammt nochmal, was du übrigens auch mal machen solltest. Dank deines dummen, ablenkenden Geschwafels schaff ich meinen Tagessoll nicht mehr. Wenn du wenigstens nicht so tatenlos in der Ecke rumstehen oder dumme Fragen stellen würdest, wäre mir ja schon geholfen. Diese Faulheit, pfui!
      Cecilé: Ich bin minderjährig, ich muss noch gar nicht arbeiten, du Schlaumeier! (empört)
      Du bist ganz schön gemein! (beleidigt)
      Arbeiter: Heul doch, du Memme! Das Leben ist kein Kinderspiel und mehr als spielen können Kinder nicht.
      Cecilé: Und das, was du tust ist sinnvoller?
      Arbeiter: Natürlich ist das sinnvoller!
      Cecilé: Aber die Flaschen sind alle gleich.
      Arbeiter: Als ob die alle gleich wären... Dein Blick ist einfach nicht geschult.
      Ich mache das jetzt schon mein ganzes Leben und lass mir nicht von irgendeinem Grünschnabel erklären, wie ich meine Arbeit zu machen habe oder was sie für einen Sinn hat.
      Cecilé: Wenns dir Spaß macht...
      Arbeiter: Es geht hier nicht um Spaß. Das ist Arbeit!
      Cecilé: Und die darf keinen Spaß machen?
      Arbeiter: Es geht nicht um Spaß, verdammt! Man macht einfach seine Arbeit und fragt nicht blöd nach. Halt jetzt den Mund!
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