Schande Gärtner III.

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    • Schande Gärtner III.

      Keiner sagte etwas. Die Birke schwieg gar, als sei sie tot und die Missgunst funkelte in den Augen des Greises.
      „Mein Name ist Gärtner. Mein Ziel ist ein Garten“. Mit diesen Worten bricht der Mann mit der Heckenschere das erdrückende Schweigen. „Du wirkst, wie ein wandelnder Leichnam. Suchst du nach dem Leben, oder schmachtest du doch nach dem Tod?“, fragt ihn der Greis daraufhin, mit auffällig ruhiger Stimme. „Nach dem Tod? Keineswegs!“, antwortet der Gärtner schnippisch. „Er ist mir fremd, auch wenn er mir wohl nahesteht“.
      „Ja ja“. Der Greis wendet sich von der Birke ab und wankt langsam Richtung Unterholz. „Ihr habt dem wahren Leben doch schon lange abgeschworen.“, flüstert er, als er neben dem Gärtner steht.
      Dieser legt nur den Kopf auf die Schulter und lächelt verlegen.
      Nachdem der bärtige Mann wenige Sekunden lang dieses gequälte Lächeln fixiert hatte, biegt er einige Äste und Sträucher zur Seite und verschwindet im Wald.

      „Gib Laut und mache es mir recht!“ Keine Antwort. „Gib Laut und mache es mir recht, habe ich gesagt! Nicht lange und du wirst zerrissen sein von Selbstzweifel.“, schreit er ein weiteres Mal aus voller Lunge, doch auch diesmal vergebens.
      Auf einmal wird er ruhiger und spricht in mäßigerem Ton: „Bleibst du weiter so, wirst du deinen Soll ja erfüllen und mehr verlange ich doch gar nicht.“ Auch diesmal antwortet niemand.

      Nach einigen hundert Metern Fußmarsch ist die Lichtung, auf der der bärtige, alte Mann mit der Birke sprach nicht mehr zu erkennen.
      Stattdessen ist er umringt, von überwiegend kahlen Bäumen, die aufgrund des Sturmes, der langsam aufzieht, ächzen und ein Konzert raschelnden Laubes anstimmen.
      „Gnade“, winselt plötzlich jemand. Der Greis, der keine Ahnung hat, woher die Stimme kommt, sieht sich um und fragt: „Warum sollte man mich um Gnade bitten? Ich hab doch Keinem was getan.“ Die fipsige, leise Stimme, wird etwas mutiger: „Ihr Fuß ist die Wurzel allen Übels und der fehlende Blick fürs Detail!“
      Der Boden ist modrig und feucht. Die vielen Farben, der herabgefallenen Blätter machen es schwierig, die Quelle der Worte zu finden. Der bärtige Mann hebt seinen Fuß und schaut angestrengt zu Boden. „Eine Schnecke?“, fragt er erstaunt, als sich ein schleimiger Körper unter einem Ahornblatt hervorschiebt.
      „Danke, dass sie mich nicht zertreten haben“, bringt sie kleinlaut hervor.
      „Ein Großteil, der Bewohner dieses Waldes hätten mein Bitten wohl ignoriert, oder gar an meiner Existenz gezweifelt.“
      „An der Existenz gezweifelt?“ Der Mann legt seine Hand auf den Bart und wickelt ihn mehrfach um seine Finger. „Hm, in der Tat existierst du erst dann, wenn du etwas schaffst, was nicht nur dir von Nutzen ist.“, sagt er und schaut dabei hinter sich, um erkennen zu können, ob noch jemand in der Nähe ist. Die Schnecke kriecht derweil vollständig unter dem Blatt hervor und gibt den Blick auf ihren Hinterleib frei, welcher, zum Erstaunen des bärtigen Mannes, violett gesprenkelt ist.
      Sie sieht ängstlich zu ihm hinauf. „Von meinem Dasein oder da gewesen sein zu berichten, kann ja nur die Aufgabe, eines anderen Wesens sein, da haben sie recht. Aber es ist doch falsch, mein Violett, als Indikator, für meine Nicht-Existenz zu nutzen, oder nicht?“, fragt sie vorwurfsvoll.
      „Mach ich doch gar nicht.“, entgegnet der Mann entrüstet und verschränkt die Arme. Die Schnecke schüttelt sofort mit dem Kopf. „Ich red ja auch nicht von Ihnen.“
    • Nils schrieb:

      Damit wir nicht in Werken ertrinken wurde hier eine Grenze der Threads eingeführt, welche man pro Tag erstellen darf. Diese liegt bei einem Werk pro Kategorie und maximal 3 Werken am Tag. Das heißt es ist erlaubt an einem Tag beispielsweise ein Werk in den Herzensangelegenheiten, eines in der Philosophenrunde und eines in den Schattenwelten zu posten, aber nicht 2 in den Herzensangelegenheiten und eines in der Schattenwelt oder gar 3 Werke in der selben Kategorie.
      Bitte die Postinggrenze beachten!
      kreative Grüße
      Nils
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