Der Lackschuhträger

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    • Der Lackschuhträger

      Der Lackschuhträger

      Er ist der kinderlose, erfahrene Partei-Stratege,
      er geht offizielle - , doch lieber verborgene Wege.
      Er wird als sozial-konservativ eingestuft
      und ist immer zur Stelle, wenn man ihn ruft.
      Die lokalen Medien, fressen ihm aus der Hand -
      er ist der Mann für Wohlstand im Land.
      Sie machen einen ed`len Herren aus ihm,
      fast jeder zieht den Hut vor ihm.

      Auf Intrigen ist er spezialisiert,
      er weiß, wie man Gegner abserviert,
      und egal, wie schmutzig sie ist, er führt jede Attacke
      in Nadelstreifen, Lackschuhen und Krawatte.
      Ja, das sind seine Markenzeichen
      und niemand kann ihm das Wasser reichen.
      Geld und Macht sind seine Welt,
      ansonsten wird das Fähnchen nach dem Wind gestellt
      und so Emporkömmlinge mit wagen Versprechungen ruhig gestellt.

      Äußerlich ist er jemand, der sich dem Bürger verpflichtet zeigt,
      aber hinter der Stirn ist er jemand, der es ganz anders treibt.
      Er ist so glatt, dass ein Jeder an ihm abrutscht
      und ob er gerne Schwänze lutscht,
      ist Hörensagen, und weiß wohl nur seine pseudo-loyale Ehefrau genau,
      die sich in der Macht ihres Gatten hübsch eingerichtet hat,
      aber Gerüchten nach, anstatt, schön artig und satt,
      dem Göttergatten Kinder zu schenken,
      Affären mit jüngeren Männern hat,
      die sie vom Frust ihrer Ehe ablenken
      .

      Er bezahlt so am Ende vieler Tage,
      oftmals mit Alkohol-Gelage
      ,
      sein Streben nach Einfluss und seiner monetären Eitelkeit
      mit Schmerz bereitender Einsamkeit;


      die Gattin nicht da und der Adonis, der ihm sonst wahre Zuwendung gab, starb.
      Der erhängte sich, krank vor Sehnsucht nach Liebe, die nicht genug Erwiderung fand.
      Sein Abschiedsbrief wurde sofort verbrannt.

      Die intime Männer-Beziehung bleibt gesteuert unbekannt.
      Dem Ansehen verpflichtet, gibt es sie nicht,
      die Verleugnung wahrt das Gesicht.

      Neuerdings steht die Tür zum Kabinett sperrangelweit offen -
      ein Ministeramt, wer hätte das gedacht, wer konnte das erhoffen?
      Die illegalen Machenschaften lassen sich von oben, noch besser tarnen - das ist der Dreh,
      die Schwarzgeldkonten in Übersee sind durch die politische Immunität, sicherer denn je.

      Nun, sein neuer Zwirn wird schon im Dutzend genäht,
      auch die neuen Lackschuhe sind längst ausgewählt.
      Im politischen Geschäft, ist es die Gerissenheit, die zählt,
      ja, die größten Schurken werden ins Amt gewählt.
      Der Lackschuhträger weiß das alles ganz genau.
      Er ist einer der Havanna rauchenden Herren in Grau,
      der, dem "gemeinen Volk" die Lebensarbeitszeit verdirbt,
      sie aussaugt, wie der Parasit den Wirt, der dadurch am Ende
      entkräftet stirbt.

      Martin Heide

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martin Heide () aus folgendem Grund: Tippfehler beseitigt.

    • Hallo Martin,
      ein toller Text, gibt das wieder was schon viel zu lange Läuft in der Welt.

      Ich habe das Gefühl die Politiker waren noch nie so weit vom Wähler entfernt wie derzeit = Die Wähler sind noch nie so weit von der Politik entfernt gewesen wie derzeit... ich finde das beängstigend.

      Ich glaube bevor es wieder besser wird, wird es noch einmal richtig knallen bzw. noch schlimmer werden.
      kreative Grüße
      Nils
    • Lieber Nils,

      ich meine, die politischen Geldverdiener sind tief gefallen und fallen vielleicht zurecht noch tiefer, aber ich glaube fest daran, dass es auch (politische) Kräfte geben wird, die unseren Planeten retten - weil: Ehrlich währt am längsten und: Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen.

      Beste klangreiche Grüße
      Martin
    • Hallo Martin

      Martin Heide schrieb:

      ich meine, die politischen Geldverdiener sind tief gefallen und fallen vielleicht zurecht noch tiefer, aber ich glaube fest daran, dass es auch (politische) Kräfte geben wird, die unseren Planeten retten - weil: Ehrlich währt am längsten und: Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen.
      Der Meinung bin ich auch, sehr schön gesagt von Dir!
      LG
      Karlo
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