Überforderung

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      Und dann kommt sie wieder. Diese Macht. Wie ein Vorhang, eine schwarze Macht. Weiß nicht, was sie mit mir macht. Völlig unerklärt, bin ich nicht sonst eine andere. Wie eine Sucht. Fast besiegt und im nächsten Moment so nah.Ein großer Zwiespalt. Mach ich, was die Macht sagt, oder nicht? Drehe mich im Kreis. Das schlechte Gewissen in mir leise. Doch kann ich mich wehren. Wäre das nur so einfach. Ja ich schaff es. Jetzt. Widerstand. Und doch widerstand ich nicht. Wieder nicht. Denn schon wieder überkam es mich. So aus dem nichts. Einfach so, fast unerwartet. Blieb mir nicht erspart. Es überkam mich.

      Denn dann kommt sie wieder. Diese Macht. Wie ein Vorhang, eine schwarze Macht. Weiß nicht, was sie mit mir macht.
      Marionette von ihr. Vom wem? Weiß ich selbst nicht. Eigentlich gar nicht da, kein Teil von mir und trotzdem so präsent. Marionettenspiel. Marionette von wem? Meiner Selbst? Der Gesellschaft? Meiner Gesellschaft, vor der ich wie die Person scheinen will, die ich gar nicht bin. Oder die ich gerade bin, es aber nicht sein kann, so nach draußen schon. Aber nicht in mir drin. Leider. Wäre doch alles nur so einfach.

      Doch dann ist sie wieder da, diese Macht. Wie ein Vorhang, eine schwarze Macht. Weiß nicht, was sie mit mir macht. Marionetten der Fremden? Der Leute, die mich nicht kennen. Von denen ich aber unbedingt will, dass sie mich anerkennen. Die mir so was von egal sein können, was sie aber nicht sind. Deren Anerkennung für mich dann doch so unermesslich wichtig ist.Warum auch immer? Ich weiß es nicht. Warum kann ich nicht stark sein. Stark wie es scheint. Stark wie ich doch bin. Ihr seht es doch. Stark und selbstbewusst. Das bin ich. Oder etwa nicht? Ich weiß es nicht.

      Und da kommt sie wieder. Diese Macht. Wie ein Vorhang, eine schwarze Macht. Weiß nicht, was sie mit mir macht. Bin doch nur ein kleines Mädchen. Ein winziger Punkt im ach so großen, riesigen Universums. Dreht sich um mich. So schnell, immer schneller. Stopp. Halt. Überforderung. Bleib stehen.

      Doch dann ist sie schon wieder da. Diese Macht. Wie ein Vorhang, eine schwarze Macht. Weiß nicht, was sie mit mir macht.
      Weiß nichts, gar nichts. Doch das weiß ich. Genau. Dass ich nämlich nichts weiß. Und noch etwas weiß ich. Dass ich es trotzdem kann. Dieser Macht entkommen, diesem Vorhang. Mit einem Schrei. Einem lauten Schrei, der erschüttert. Oder einem Schrei ohne Laut. Still und leise. Aber doch entschlossen. Entschlossen in mir drin. Das ist schließlich das Wichtige. Wichtiger als jene Anerkennung der Fremden, die mich gar nicht kennen. Und wie genau, das ist doch eigentlich egal. Denn ich weiß, dass ich es schaffen kann. Bin zwar nur ein kleines Mädchen. Eigentlich. Denn eigentlich bin ich gar nicht so klein. Kann was bewegen. Vielleicht nicht viel. Doch ich kann das bewegen, was mich bewegt. Ist das nicht das Wichtigste? Lauter Schrei. Das wird schon.

      Und doch kommt sie wieder. Diese Macht. Wie ein Vorhang, eine schwarze Macht. Weiß nicht, was sie mit mir macht. Stillstand. Rückschlag. Teufelskreis. Diese Macht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kleinepoetin ()

    • Hallo kleinepoetin,

      Überforderung macht krank, früher oder später. Dein Text macht das deutlich.

      Leider bemerkte ich die Folgen einer Überforderung oftmals zu spät. Leere in mir erschütterte mich,
      bis in die Bewegungslosigkeit.

      Doch zum Glück hatte ich jedes Mal noch ein winziges Stück Hoffnung in mir,
      das mich befähigte mein Gleichgewicht wieder zu finden.

      Leben ist ein Mal mehr Aufstehen als liegen zu bleiben - nicht mehr, aber vor allem nicht weniger.
      Die Macht von Stillstand, Rückschlag und Teufelskreis lassen sich, meiner Erfahrung nach, auflösen.

      Dein Text gefällt mir.

      Gruß
      Martin
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