Die Maske

    • Feedback jeder Art
    • Du liebe, kleine Maske,
      Sag, was verbirgst du nur?
      Nun sei nicht karg der Worte;
      Ach, schau doch nicht so stur!

      Geheimnisvolles Schweigen,
      Dort hinter blasser Wand,
      Wo einst zum schönsten Reigen
      Du schrittest an dem Strand;

      Und auf der hohen Bühne,
      In ehrenvollem Stück –
      Erhaben blieb die Miene,
      Ob Trauer oder Glück.

      Versteckst du denn das Träumen
      Höchstselbst von Ruhm und Glanz
      In marmorweißen Räumen
      Beim letzten Abendtanz?

      Rehbraun die neckend' Locken
      Und golden war das Kleid.
      Ach, könnt ich dir entlocken;
      Wer war die junge Maid?

      O Maske, finde Worte!
      So bleibe doch nicht stumm!
      Beweg des Mundes Pforte!
      Ich bitte dich darum.

      Doch in den leeren Augen
      Kein Schimmer, nie ein Geist.
      Es schwindet mir der Glauben,
      Dass du die Antwort weißt.

      Doch wer, wenn nicht du Hülle
      Aus Holz und Samt und Erz
      Wüsst wie ich mir erfülle
      Das sehnsuchtsvolle Herz?

      Es sehnt sich nach den Schwüren
      Aus deinem starren Mund,
      Die es noch immer führen
      Zu dieser späten Stund.

      Sag, wer lieh dir die Stimme
      Und raubte den Verstand?
      O sie hat meine Minne
      Durch dich doch nicht erkannt!

      Ich werde dich reich schmücken,
      Gibst du mir einen Rat,
      Dass du die Welt verzücken
      Kannst durch die neue Art.

      Wie soll ich dich umgarnen
      Noch mehr und immer mehr?
      Du bist gemacht zum Tarnen,
      Von Geist und Seele leer!

      Doch voll ist mir das Herze
      Mit Zuversicht und Mut!
      Der liebevolle Scherze
      Entfachte dessen Glut.

      Genug der Maskerade!
      Das Leben ist kein Stück.
      Und aller Angst Scharade
      Verwehrte mir das Glück.

      Ja, will ich meine Liebe
      Denn jemals noch erreichen,
      So muss denn meine Maske –
      DIE EIGNE – von mir weichen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mesochris ()

    • Neu

      Hallo Mesochris,

      mir fallen Bilder wie der Venezianische Fasching zu deinen Bildern ein, oder das philosophische Spiel mit den Masken, die wir mehr oder weniger selbst tragen.
      Konstruktiv kann ich als eher freier Schreiberling wenig sagen, außer vielleicht, dass manche Reime etwas gezwungen scheinen:
      - dort hinter blasser Wand
      - Aus Holz und Samt und Erz
      Insgesamt aber gern gelesen!
      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    [ Die Gedichte, Geschichten und weiteren Werke, sind geistiges Eigentum der jeweiligen Autoren. ]



    © 2018 Poeten.org - Dichter und Denker Portal - All rights reserved.