klammheimlich

    • klammheimlich

      klammheimlich

      hin und wieder
      früh am morgen
      kehre ich ein in mir

      stille stunde
      morgengrauen
      ich sitze einfach da

      nicht zum lachen
      nicht zum weinen
      ich lehne mich zurück

      in gedanken
      viele bilder
      so nah und doch weit weg

      alte knochen
      warme decke
      ein kännchen kräutertee

      ein erster frost
      graue wolken
      es liegt schnee in der luft

      still und leise
      ganz klammheimlich
      kommt der winter zu mir

      © uloisius 2017

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      Ein Gruß zum Schluss,

      Uloisius
    • Hallo Uli,

      Dein Gedicht und das Bild vermitteln eine ganz eigene Stimmung. Ich glaube, ich kenne sie.
      Als 1960 Geborener, habe ich noch Schnee-Winter erlebt. Und Kälte: Da konnte man morgens nach dem Aufstehen noch Eisblumen an die Fenster hauchen, von innen, versteht sich, so kalt war es. Erst wenn gegen 10 Uhr die Briketts ihre Wärme abgaben, konnte man seine dicken Klamotten ausziehen, Schal, Pullover, lange Unterhose, Kniestrümpfe, darüber dicke Wollsocken.

      Dein Gedicht erinnert mich genau an diese Zeit.
      Sehr schöner Text Uli.

      Die Musik passt ebenfalls sehr gut. Ich finde aber, Deine Stimme und Dein Text werden vom Klang der Instrumente verschluckt, die sind m. E. im Verhältnis zur Stimme zu laut.

      Beste klangreiche Grüße
      Martin
    • @Wilde Rose:

      Vielen Dank Wilde Rose für deinen tollen Kommentar :o)
      Ab und zu muss man auch mal 5 gerade sein lassen ;o)

      @Martin:

      Ja, die zeiten kenne ich auch noch ;o)
      Allerdings, im text spiele ich auch auf das unaufhaltsame älter werden an (winter hier als metapher für alter), vielleicht kommt das bei meinem text nicht so rüber.

      Den gesang (die sprache) hatte ich anfänglich noch leiser. Ich fand das eigentlich o.k., meine frau hatte dann aber den selben einwand wie du von wegen die musik überlagert das gesprochene. Daraufhin habe ich das noch einmal etwas angeglichen und dachte eigentlich es wäre o.k. so. Das mixen ist auch nicht meine stärke, Ich spreche ja an sich hier sehr leise, flüstere fast. Da hatte ich die befürchtung das sich das seltsam anhört wenn ich mit dem geflüstere die musik klar übertöne ... an manchen stellen reicht die lautstärke ja auch wie ich finde, an anderen wird das gesprochene wie du richtig sagst etwas verschluckt ... ich befürchte wenn ich die stimme höher drehe dann ist sie an den stellen wo sie jetzt bereits gut zu hören ist zu laut ... vielleicht setze ich mich noch mal ran ;o)

      Vielen dank für deinen konstrultiven kommentar martin ;o)
      Ein Gruß zum Schluss,

      Uloisius
    • Ja, wenn Du den Gesang insgesamt lauter machst, kann es sein, dass er dann stellenweise zu laut ist. Ich kann gar nicht mixen. Ich versuche es jetzt beim Blues erstmalig. Ja, mit dem Mischen hatte ich nie was zu tun - im Tonstudio wurde mir diese Arbeit abgenommen.

      Aber Du hast, wie ich vernehme, bei Dir Möglichkeiten zu mischen. Das finde ich super toll. Würdest Du das abmischen unsere Songs dann übernehmen ?

      Yep, bis später . . . .

      Klangreiche Grüße
      Martin
    • @perry:

      Vielen dank für deinen tollen kommentar perry ;o)
      Das eilige voran schreiten des jahres (schon wieder fast dezember) hat mich an das eigene altern denken lassen und das wollte ich irgendwie in worte fassen. Beim schreiben hat sich dann ergeben das es 7 verse mit jeweils 14 silben geworden sind.
      Freut mich das dir der text gefällt ;o)

      @martin

      Ja, man könnte die tonspur zerschnipseln und die einzelnen blocks getrennt lautstärkeregeln, wenn ich mal zeit habe ... ;o)
      Ich habe ein music-maker als programm, nix besonderes aber man kann damit mischen, allerdings wie schon bereits erwähnt, solche technischen dinge liegen mir nicht besonders ;o)
      Ein Gruß zum Schluss,

      Uloisius
    • Hallo Uloisius,

      gefällt mir gut, dein 'klammheimliches' Trio.
      Hast nicht nur den Winter draußen vor der Tür besungen, sondern auch noch das 'Wintern' des LI mit in den Text geflochten; das hat was … :thumbup:
      (In dem Lied habe ich deine Stimme bzw. den Text schlecht gehört bzw. verstanden. – Liegt vielleicht an meinen Winterohren?)
      Auch das Foto ist sehr schön und stimmungsvoll.
      Gern gelesen.

      LG
      Berthold
      Ein großes Stück vom kleinen Kuchen -
      mehr ist es nicht wonach wir suchen.
    • Hallo Uloisius,


      „klammheimlich“, das ist so ein Wort, das mir ein Gespür für den Text herüber weht, denn es schlägt für mich einen humorigen Ton an.

      Da schleicht sich etwas an, ohne dass es bemerkt wird, ohne Pauken und Trompeten, einfach so, durch die Hintertür. Na nu! Mal sehen, was es ist.

      Es ist nicht der Schneefall vor dem Fenster, nicht der erste Frost oder die grauen Wolken. Die sind gekommen wie in jedem Jahr, sichtbar für den, der sich die Zeit nimmt einfach einmal da zu sitzen und hinaus zu sehen. Und das tut das LI hier.

      Sehr schön langsam und kaum bemerkbar (klammheimlich eben) bereitet der Text die „eigentliche“ Botschaft vor. Das LI macht es sich bequem, lässt sich Zeit und seinen Gedanken freien Lauf. Es findet Bilder und Erinnerungen und irgendwann ist sein Blick ganz bei sich selbst. Und was wird ihm da wahrnehmbar:

      "alte knochen
      warme decke
      ein kännchen kräutertee"


      Besser kann man es nicht festhalten: das Alter hat angeklopft. Es hat sich, mit allem was ihm gut tut, bereits häuslich eingerichtet.

      Es ist nicht der Winter da draußen, der klammheimlich eingezogen ist, es ist der Lebenswinter der unbemerkt gekommen ist.

      „Ich hab dich ertappt, mein Freund“, wird das LI sagen, seinen Becher Kräutertee nehmen und mit seinem Lebenswinter auf ein DU anstoßen. „Von wegen klammheimlich, mein Freund! Nicht mit mir, einem Dichter und Denker.“ Und die beiden werden noch manchen Becher miteinander leeren und manch Gefecht miteinander austragen. Da bin ich mir sicher.

      Uloisius, ich hoffe du nimmst mir meine humorige Leseweise nicht übel. Für mich kommt der durchaus nachdenkliche Text, auf eine angenehme Weise heiter herüber.

      Gerne gelesen. Tintenschnee
    • @Wilde Rose:

      Vielen lieben dank für deinen kommentar über den ich mich sehr gefreut habe ;o)

      @Berthold:

      Vielen dank für deinen kommentar berthold ... die abmischung meines "gesanges" ist nicht besonders gut geworden, mit deinen "winterohren" ist alles in ordnung ;o)

      @tintenschnee:

      Vielen lieben dank für deinen tollen, ausführlichen kommentar über den ich mich seeehr gefreut habe ;o)
      Deine humorige leseweise nehme ich dir in keinster weise übel, ganz im gegenteil ;o)
      Ein Gruß zum Schluss,

      Uloisius
    • Hallo Uloisius,

      auch mir gefällt das Gedicht sehr gut, ein schöne Winterstimmung, die Du beschreibst,
      versunken, meditativ, in sich gekehrt.

      Die gesprochene Version gefällt mir auch sehr gut!
      Wenn ich einen Tipp zum pegeln geben darf:
      Du müsstest zwei Blenden einfügen:
      1 - 2 Sekunden bevor Du mit dem Wort anfängst, müsstest Du die Musik auf ca. 30% herunter blenden (kurze Blende),
      wenn das Gedicht zu Ende ist, das Gleiche wieder rückwärts (Blende kann etwas länger sein, zw. 1 -3 Sekunden).

      Viele Grüße von Georg
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