Ergebnis offen

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    • Ergebnis offen


      Ergebnisoffen heißt ein neues Wort,
      Das sich durch alle Handlung langsam frisst.
      Doch was besagt es? Dass nichts sicher ist?
      Zu keiner Zeit und auch: an keinem Ort?

      Begäb man sich demnach auf den Abort,
      Der alles, was nichts taugt und ist, vermisst
      Und es hinunterlässt und drauf noch pisst,
      Wär das Ergebnis offen? Es wär fort,

      Gespült in endlos lange Rohre und
      Verloren, wenn nicht einer Dünger macht.
      Die Frage, die sich stellt, wär das gesund?

      Es schließt sich, weil ergebnisoffen lacht,
      Wer diese Frage ruft ins weite Rund,
      Der Kreis und überlässt uns seine Fracht.
      Motto: "Gelegenheit.Macht.Dichtung"
      (c) Walther - Abdruck/Verwendung gegen vorherige Freigabe durch mich durchaus erwünscht!
      www.zugetextet.com

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    • Walther schrieb:

      Ergebnis offen


      Ergebnisoffen heißt ein neues Wort,
      Das sich durch alle Handlung langsam frisst.
      Doch was besagt es? Dass nichts sicher ist?
      Zu keiner Zeit und auch: an keinem Ort?

      Begäb man sich demnach auf den Abort,
      Der alles, was nichts taugt und ist, vermisst
      Und es hinunterlässt und drauf noch pisst,
      Wär das Ergebnis offen? Es wär fort,

      Gespült in endlos lange Rohre und
      Verloren, wenn nicht einer Dünger macht.
      Die Frage, die sich stellt, wär das gesund?

      Es schließt sich, weil ergebnisoffen lacht,
      Wer diese Frage stellt ins weite Rund,
      Der Kreis und überlasst uns seine Fracht.
      .
      Guten Mittag Walther,

      aber wirklich ein Klasse Stück, mal den Begriff "ergebnisoffen" tiefsinnig unter die Lupe genommen - und feinst gelungen , :)

      Bei dieser Zeile: .. Verloren, wenn nicht einer Dünger macht. ../ komme ich gewaltig ins Stolpern [ es ist wieder mal zum Wort "wenn" , ;) ... mMn liegt die Betonung inhaltlich deutlich auf dem "nicht" ], wobei mir hier ein Wechsel der Alternierung gut zu Pass käme; ein Hubberle anders.
      Sind mir noch einige zuviel_Kommas (mMn) aufgefallen, und an zwei Stellen fehlt mir der Endungspepp ... klar nur mein Bauchgefühl , ;)

      ungeachtet, ein tolles Sonett , :)

      Mal meine Lese/Denkweise _______________ :


      Ergebnis offen

      Ergebnisoffen heißt ein neues Wort,
      Das sich durch alle Handlung langsam frisst.
      Doch was besagt es? Dass nichts sicher ist?
      Zu keiner Zeit und auch: an keinem Ort?

      Begäb man sich demnach auf den Abort,
      Der alles, was nichts taugt und ist, vermisst
      Und es hinunterlässt und drauf noch pisst,
      Wär das Ergebnis offen? Es re fort(,) .................. <-- warum nicht hier eine Doppel-Unbetonung?

      Gespült in endlos lange Rohre zudem ...................... <-- und hier
      Verloren, wenn nicht der Dung die Gülle macht. ....... <-- und hier deine ;)
      Die Frage, die sich stellt, ist das genehm?

      Es schließt sich, weil Ergebnisoffen lacht,
      Wer diese Frage spült ins weite Rund(,)
      Der Kreis und überlasst uns seine Pracht.

      ---------------------------------------------------------------- vielleicht gefällt dir ja was ?


      einen lieben Gruß, Dichtel ... hab's genossen, diese Gedankentiefe ...

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      Gabel im Mund ./ nicht so hastig

      Plapp ist nicht für seine Denke verantwortlich, Holy Moly ./ wofür auch, Dallo Moly ist tot

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Dichtel ()

    • lb Dichtel,

      danke für deine wie immer äußerst lesens- und bedenkenswerten einwendungen. man kann sie, das ist das reizvolle wie schwierige, nicht einfach wegwischen. also will ich versuchen, deinen hinweisen einigermaßen gerecht zu werden.

      fangen wir hinten an, da ist es einfacher. :)

      dich stört das enjambement in s3v1 auf s3v2. es ist gewöhnungsbedürftig, wie wahr, wie wahr. aber: wenn du das einmal laut und etwas ironisch gefärbt liest, ist das metrum auf einmal glatt. warum ist das so? wir sind es nicht mehr gewöhnt, gedichte zu deklamieren, wenn wir sie "zu uns nehmen". wir lesen leise. dann entsteht die pause, der bruch am versende. das soll er aber gar nicht, vielmehr soll das enjambement dazu bringen, das erste verspaar in einem rutsch zu lesen, als stünde es ohne umbruch da. denn dann wirkt die frage in s3v3 erst richtig - rhetorisch betrachtet.

      zurück zu s2v4: ja, hier gibt es zwei gleichlautende elisionen. dadurch entsteht eine weitere rhetorische figur. diese dopplung wirkt ebenfalls erst beim vortrag. und dann bekommt sie ihren sinn - zumal man beim lesen sowieso das eine oder andere verschmiert, das problem also de facto unter den tisch fällt.

      nun zu deinen textänderungen, die habe ich nicht vergessen. du magst für sich betrachtet sicherlich recht haben, wenn du meinst, man könnte das etwas fließender hinbekommen. da will ich nicht widersprechen, daher sind wir ja auch keine meister, sondern bescheidene dilettanten. nur, wenn man man ändert, dann müssen versmaß und endreim passen. das will ein gutes sonett so. das hier hat das reimschema abba baab cdc dcd. und es ist ein fünfhebiger jambus mit durchgängig männlichen kadenzen (da weichen wir schon ein wenig vom pfad der Schlegelschen sonetttugend ab). das muß bleiben, die form will es aus gutem grund so - und es geht ja recht brauchbar aus, wie die Wiener das an dieser stelle treffend sagen. was nicht heißt, daß der sprachfluß noch luft nach oben hätte ...

      allerdings: daß das ganze höchst ironisch gemeint ist, verstärken die leicht akrobatischen einschübe. sie lassen den ernst, der das sonett gern heimsucht, nicht richtig zu. und das hat der autor schongewollt, mit seinen zugegebenermaßen nicht ganz meisterhaften mitteln.

      lg W.
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    • Hallo Walther,

      ein ironisch bissiges Sonett, das eine Fassette unseres Zeitgeschehens unter die Lupe nimmt und dies an der wunderbaren Wortschöpfungen "ergebnisoffen" festmacht. Wie gut, wenn man für all die sonderbaren Erscheinungen und Entwicklungen der Zeit ein Wort findet, einen Namen, als könnte man das Phänomen damit anbinden, unschädlich machen, händelbar. Es geht einem besser damit, das Kind beim Namen nennen zu können, als wüsste man mit dem Wort auch, was es mit dem Kind auf sich hat. Dies ist jedoch nicht so.

      Dieses Sonett nun spürt dem "Unsinn" auf eine ironische Weise nach. Es hat viel Witz. Und es lässt sich super gut vortragen. Gefällt mir.

      Eine Kleinigkeit: Ich würde im ersten Vers das "ein" durch den bestimmten Artikel austauschen.

      Walther schrieb:

      Ergebnisoffen heißt ein neues Wort,


      Das sich durch alle Handlung langsam frisst.
      Vorschlag:

      Ergebnisoffen heißt das neue Wort,
      Das sich durch alle Handlung langsam frisst.

      Ich empfinde die Zeilen mit dem bestimmten Artikel pointierter und ich spüre als Leser gleich, dass hier ironisch überzogen und pointiert hingeschaut und geschrieben wird.

      Gerne gelesen. Tintenschnee
    • tintenschnee schrieb:

      Hallo Walther,

      ein ironisch bissiges Sonett, das eine Fassette unseres Zeitgeschehens unter die Lupe nimmt und dies an der wunderbaren Wortschöpfungen "ergebnisoffen" festmacht. Wie gut, wenn man für all die sonderbaren Erscheinungen und Entwicklungen der Zeit ein Wort findet, einen Namen, als könnte man das Phänomen damit anbinden, unschädlich machen, händelbar. Es geht einem besser damit, das Kind beim Namen nennen zu können, als wüsste man mit dem Wort auch, was es mit dem Kind auf sich hat. Dies ist jedoch nicht so.

      Dieses Sonett nun spürt dem "Unsinn" auf eine ironische Weise nach. Es hat viel Witz. Und es lässt sich super gut vortragen. Gefällt mir.

      Eine Kleinigkeit: Ich würde im ersten Vers das "ein" durch den bestimmten Artikel austauschen.

      Walther schrieb:

      Ergebnisoffen heißt ein neues Wort,


      Das sich durch alle Handlung langsam frisst.
      Vorschlag:
      Ergebnisoffen heißt das neue Wort,
      Das sich durch alle Handlung langsam frisst.

      Ich empfinde die Zeilen mit dem bestimmten Artikel pointierter und ich spüre als Leser gleich, dass hier ironisch überzogen und pointiert hingeschaut und geschrieben wird.

      Gerne gelesen. Tintenschnee
      lb Tintenschnee,

      danke für deine ausführliche interpretation eines sonetts, das mir eine laune ins ohr geblasen hat, indem mich wieder einmal der politiker- und journalistensprech auf die palme brachte. und jetzt ahnst du vielleicht schon, warum das "ein" über "das" gesiegt hat. weil es eben nicht "das" wort gibt, das man so besprechen könnte - es ist eines unter vielen.

      und es ist durchaus so, wie du es beschreibst - das sonett bekommt zwar keinen gänzlich anderen sinn, aber einen anderen "spin" (das ist ein solches "wort" ;) ), das ich hier aber wegen der wunderbaren alliteration benutze. sprache soll spaß machen, vor allem uns, der sprachwerkern und sprachwerkgenießern.

      und nun ist die frage, wie man die aussage sieht, die das gedicht transportieren soll. ich habe schon eine weile hin- und herüberlegt, und das nachdenken darüber ist nicht abgeschlossen. will sagen: mal schauen, wie das gedicht in ein paar tagen oder wochen an dieser, von dir zurecht hervorgehobenen, stelle aussieht!

      lg W.
      Motto: "Gelegenheit.Macht.Dichtung"
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