aiku wegt’s, rührt’s [ mit ohne Titel ]

    • Hallo Dichtel,
      ich würde dir gern einen netten Kommentar schreiben, aber mir fällt nix ein. Scheint es mir, dass es sich hier irgendwie um den Spruch mit dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach handelt, aber mit vertauschen Rollen..........?

      :hm:

      LG Wilde Rose

      Ah, fällt mir doch noch was ein.....Was findet der Spatz, wenn er vom geringeren Niveau ins höhere fliegt? Er kann sich bilden, weiterentwickeln. Aber vielleicht versteht er's auch nicht. Die Taube fliegt scheinbar ins Leere. Nichts da zum Picken, weil sie alles schon weiß, was es da gibt.

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    • Hallo Dichtel,

      Dichtel schrieb:

      stell dir nur mal vor


      schrein sie nach Literatur
      und keiner geht hin



      ............................ ... setzt sich Spatz gelassen aufs Dach

      "Stell dir vor, es gäbe Krieg und Keiner ginge hin." Dieses berühmte Zitat, das man Bertold Brecht untergeschoben hat und immer wieder mal als Parole einer Friedensbewegung herhalten musste, kam mir bei diesem Haiku in den Kopf.

      Dieses Zitat hat man vor einen Brechttext gestzt, indem es nicht um Krieg ging, sondern um eine Arbeiterbewegung und Brecht aufruft: nicht zu Hause zu bleiben, wenn es um die eigenen Rechte und Bedürfnisse geht. Und so will ich hier auch den Text-Aufruf verstehen:

      Ihr schreit nach Literatur, dann bewegt euch, tut etwas und müht euch darum. Ansonsten ... nimmt der Spatz schon bald den Platz der Taube ein.

      Dabei bin ich mir gar nicht so sicher, ob nicht der Spatz hier der bessere Poet wäre. Gelassen! Mit Blick von oben!





      Dichtel schrieb:

      Ein guter Dachblick


      von hier oben__________ unten pickt


      die Taube ins Leer
      Das ist eine Sache der Perspektive. Was ist für die Taube das Leer und was für den Spatz? Und was das "Leer" nicht so alles hervor bringen kann? Literatur liegt vielleicht eh nicht so einfach als "Pickbares" da.

      Der Rollentausch von Spatz und Taube gefällt mir. Der Blick auf die auffindbare Literatur auch. LG Tintenschnee
    • [ I ]

      stell dir nur mal vor

      schrein sie nach Literatur
      und keiner geht hin



      ............................ ... setzt sich Spatz gelassen aufs Dach

      -

      [ II ]


      Ein guter Dachblick
      von hier oben__________ unten pickt

      die Taube ins Leer

      -

      Wilde Rose schrieb:

      Hallo Dichtel,

      ... Scheint es mir, dass es sich hier irgendwie um den Spruch mit dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach handelt, aber mit vertauschen Rollen..........?

      ... Was findet der Spatz, wenn er vom geringeren Niveau ins höhere fliegt? Er kann sich bilden, weiterentwickeln. Aber vielleicht versteht er's auch nicht. Die Taube fliegt scheinbar ins Leere. Nichts da zum Picken, weil sie alles schon weiß, was es da gibt.
      .
      Hallo Wilde Rose, ... [ implizit jetzt auch ein Hallo an dich tintenschnee ./ berühren ja eure beiden Gedanken teilweise einen gleichen, ähnlichen aber auch ganz verschiedenen denk_Ansatz , :) ] ... will heißen, ist in jedem einzelnen Antwortgespräch meinerseits, zu dir und zu dir, natürlich auch eine gemeinsame Schnittmenge für euch beide enthalten.

      ..............................................................
      --------

      Wilde Rose,

      wie du es richtig sagst, vertauschen sich hier die Rollen der beiden Protagonisten von Spatz und Taube [ ein Spatz in der Hand ist besser, als eine Taube auf dem Dach ] ... fragt sich der Text einerseits, warum hierin, im Spruch, dem Spatzen quasi eine 'unwertere Rolle' im mensch-definierten Dipol zur Taube zugedacht wird,

      sei der Spatz quasi geeignet für die Grapsch-Hand des Menschen,

      wird dagegen der Taube die Freiheit auf dem Dach [ Freiheit existenziell und im Denken ] cool und locker zugedacht. ... ist doch der Spatz der viel agilere, flinkere und flug-flexiblere und guck-flexiblere Vogel als jene 'plumpe' (Stand)Taube [ ausgenommen die sog. Reise -und Flugtauben ] in ihrem recht eingeschränkten Lebensraum, umso mehr heute Stadt_entartet und alles vollkackend ...

      also ich weiß ja nicht, was sich die Autoren dieses Aphorismus in der Rollenvergabe [ Spatz, Taube, Dach --> Stadt ] dabei gedacht haben?, okay vielleicht ja doch, ist aber für diesen Text (fast) unerheblich , ;) , hat natürlich etwas mit der Egomanie des herrschsüchtigen Menschen zu tun, andere Wesen zu dressieren in seinem Sinne [ wie eben auch die Flugtaube ... mit ihrer Eigentümlichkeit, immer wieder zu ihrem Nist, Lebens, Gehegeort zurückzufinden, usw ... dagegen der Spatz undressierbar ist, ... wäre aber ein anderes Thema ] ...

      Die tatsächliche Herkunft dieses Spruchs/Aphorismus ist nicht bekannt; tauchen Varianten hierzu schon in der Bibel auf, usw ... und in den verschiedensten Kulturen anderer Sprachen mitunter anderer Bebilderung ./ weit zurückreichend in die Jahrhunderte;

      will 'er' dem Menschen nahe bringen, darüber ist man sich einig, in dem scheinbar Kleinen ebenso einen Wert zu entdecken suchen als jenem schein_Trug aprior zu erliegen, dass das augenscheinlich Größere aprior auch einen größeren Wert in sich trage ... mit vielen hieraus ableitbaren denk_Varianten, quasi dem ersten Schein nicht den Vorzug vor dem tatsächlichen Berühren eines Dings, Sache oder Gedankens zu geben. So weit so gut sinnig.

      Nun macht der hier_Text letztlich genau das, was immanent der Aphorismus letztlich besagen will eben, das sog. augenfällig Kleine in seinem Wert nie zu unterschätzen ./ erlaubt sich mein Text, fast schon sinnig konsequent , ;) , nun dem Spatzen den Ort auf dem Dach [ in guck -und denk_Weite ] zuzuordnen und jener allermeist tumben draußen_Taube den (literarisch meist) leeren und ausgelatschten Asphaltgrund der Menschen anzuordnen,

      pickt und pick sie [ die Stadttaube, wär da sonst ein Dach? ] im menschgier-ausgelatschten Ausbreit um ihren einfältigen Lebenserhalt, entartet hier immer mehr zur flug-unfähigen Standtaube und kackt und kackt alles zu. Im Komplementär jener gewitzte Spatz, der sich sein pick_Refugium frei nach guck_Lust und gourmet_Lust und selbstbestimmt auswählt ... ob in der Stadt oder in der anliegenden noch_Natur.

      Literarisch würde ich ihn natürlich 'Bogi der witz_Spatz' benennen ... sie als 'Plumpsl die kack_Taube' ... und beide verortet im nahen und erweiterten Lebensraum des verstädt'en Menschen.

      Wilde Rose, ist es für mich [ und für den Text ] eine ganz andere Sichtweise, jene werte_Zuordnung bzgl Spatz und Taube, als du sie beiden Protagonisten aprior zuordnest. Für den Text ist die inhaltliche Umkehrung hinzu Spatz/Dach und Taube/asphalter Leergrund mMn eine konsequente, der städtischen Natur realistisch und real entnommene Umkehrung;

      die natürlich den dahingeklebten ur_Aphorismus um einiges mehr würzt , :-).

      Das zusätzlich eingebaute Thema bzgl der 'Literatur und Mensch' bist du ja nicht weiter begangen ... greife ich folgend zu tintenschnee diesen Gedanken dann umso mehr auf, ;)

      ....................................................... -----------------

      ...Wilde Rose, erst mal in unserem Gespräch soweit diese (meine) Gedanken dazu ... und nochmal ein vielen Dank für deine Spurensuche , :) ... geht's dann text-spürend im kömmenden Antwortgespräch weiter,

      wieder einen lieben Gruß, Dichtel ...

      -
      Gabel im Mund / nicht so hastig

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