Duftnote

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    • Duftnote

      alte Version

      Unsre Zeit hat einen Geist,
      Der in viele Hirne scheißt.
      Was daraus entsteht, es stinkt
      Selbst, wenn es im Klo versinkt.

      neue Version:

      Unsre Zeit hat einen Geist,
      Der in viele Hirne scheißt.
      Gäbs nicht auch noch kluge Geister,
      Ging die ganze Welt koppheister.
      Motto: "Gelegenheit.Macht.Dichtung"
      (c) Walther - Abdruck/Verwendung gegen vorherige Freigabe durch mich durchaus erwünscht!
      www.zugetextet.com

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Walther ()

    • Hallo Walther,
      inhaltlich bin ich voll bei Dir, bildlich ist es mir zu vulgär,
      denn es war noch nie gut Gleiches mit Gleichem zu vergelten. ;)
      LG
      Perry

      Vorschlag auf die Schnelle:

      Duftnote


      Unsre Zeit trägt 'nen Geist,
      der nichts Gutes verheißt.
      Was er über die Welt bringt
      ist für'n Kübel und stinkt
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Hallo Perry,

      danke für dein interesse an meinem kleinen text.

      ich schätze dich als dichter, wie du weißt - aber die feste form ist nicht dein ding. ;)

      bei meinem text handelt sich um einen lupenreinen vierhebigen trochäus.

      Unsre Zeit hat einen Geist,
      Der in viele Hirne scheißt.
      Was daraus entsteht, es stinkt
      Selbst, wenn es im Klo versinkt.

      das wichtigste ist, daß sprachmelodie, notwendige hervorhebungen und grammatik in dieser formm fließen. das ist hier eindeutig der fall; wenn du deinen vorschlag ein wenig untersuchst, wirst du feststellen, daß das bei ihm nicht der fall ist - vielmehr holpert er über den rübenacker.

      im übrigen: politisch lied ist garstig lied. diese verse sind absichtsvoll vulgär. sie sind ein grober klotz auf eine groben keil. das ist beabsichtigt - und es soll, ja muß, gleiches mit gleichem vergolten werden. das nennt man politischen kampf, und der ist nicht mit samthandschuhen zu führen. man muß nur auf dem boden des rechts bleiben, und da stehe ich - und stehen meine verse - fest.

      lg W.
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    • Hallo Walther,

      wie Luise schon vermutet hat, ging es mir nicht um die Form (die ist wirklich nicht mein Ding), sondern mehr um die Bildsprache.
      Welcher Stil der politischen Auseinandersetzung gut oder schlecht ist entscheiden die Wähler und da ist das Naturell bekanntermaßen sehr gemischt. Ich bevorzuge jedenfalls die feinere Klinge.
      Insgesamt bringt dein Text Leben in die Meinungsbude und ist deshalb sicher nicht verkehrt.

      LG
      Perry

      PS: Was mich bei formalen Texten immer wieder überrascht ist, welch großer Wert auf die Einhaltung der Kriterien gelegt wird und wie wenig dabei auf die viel wichtigere Bildsprache geachtet wird.
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Perry schrieb:

      Hallo Walther,

      wie Luise schon vermutet hat, ging es mir nicht um die Form (die ist wirklich nicht mein Ding), sondern mehr um die Bildsprache.
      Welcher Stil der politischen Auseinandersetzung gut oder schlecht ist entscheiden die Wähler und da ist das Naturell bekanntermaßen sehr gemischt. Ich bevorzuge jedenfalls die feinere Klinge.
      Insgesamt bringt dein Text Leben in die Meinungsbude und ist deshalb sicher nicht verkehrt.

      LG
      Perry

      PS: Was mich bei formalen Texten immer wieder überrascht ist, welch großer Wert auf die Einhaltung der Kriterien gelegt wird und wie wenig dabei auf die viel wichtigere Bildsprache geachtet wird.
      Lieber Perry,

      dein statement habe ich schon richtig verstanden. allerdings ist dein schlenker, daß die einhaltung der form zu einer verkürzung der bildersprache führt, schlicht falsch. es kommt darauf an, daß man die form beherrscht, also sein handwerkszeug einfach drauf hat. dann schafft die form die basis, die aussage zu schärfen und den blick auf das wesentliche zu lenken. sie diszipliniert den geist, um es einmal so zu formulieren.

      alle vers libre lyriker, die die zeit überdauern, benutzen übrigens ebenfalls schemen, in die sie ihre werke legen. wer die sprache in meldodie und rhythmik (das metrum also) nicht durchdringt, kann auf die dauer keine qualitativ hochwertige poesie herstellen.

      danke fürs mitdiskutieren!

      lg W.
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    • karlo schrieb:

      Lieber Walter,

      Walther schrieb:

      bei meinem text handelt sich um einen lupenreinen vierhebigen trochäus.

      Unsre Zeit hat einen Geist,
      Der in viele Hirne scheißt.
      Was daraus entsteht, es stinkt
      Selbst, wenn es im Klo versinkt.
      ich gebe dir Recht, dass es sich um einen lupenreinen vierhebigen trochäus handelt, gut gemacht :thumbsup:

      Walther schrieb:

      im übrigen: politisch lied ist garstig lied. diese verse sind absichtsvoll vulgär. sie sind ein grober klotz auf eine groben keil. das ist beabsichtigt - und es soll, ja muß, gleiches mit gleichem vergolten werden. das nennt man politischen kampf, und der ist nicht mit samthandschuhen zu führen. man muß nur auf dem boden des rechts bleiben, und da stehe ich - und stehen meine verse - fest.
      Politisch gesehen bin ich anderer Meinung, auch wenn man auf dem Boden des Rechts bleibt, wird aus deiner Aussage kein fruchtbarer Dialog entstehen. Es bedarf in der politischen Auseinandersetzung, will sie fruchtbar werden für das Gemeinwohl Samthandschuhe, sonst fördert es die Unterschiede und driften die Parteien weiter aus einander oder wollen gar nicht mit einander reden. Siehe momentanen Zustand der Republik.
      Dauernder Friede kann nicht durch Drohungen sondern nur durch den ehrlichen Versuch vorbereitet werden,gegenseitiges Vertrauen herzustellen.
      Albert Einstein


      Perry schrieb:

      Hallo Walther,
      inhaltlich bin ich voll bei Dir, bildlich ist es mir zu vulgär,
      denn es war noch nie gut Gleiches mit Gleichem zu vergelten.
      LG
      Perry
      Hier stimme ich Perry zu, es ist mir auch zu vulgär.
      Alles Liebe
      Karlo.
      lb Karlo,

      dialog ist nicht das ziel politischer lyrik. sie gibt ein klares statement ab und grenzt scharf ab. kunst darf überzeichnen, sie darf wehtun. das ist ein teil ihrer aufgabe und ihrer verantwortung.

      man kann es so formulieren: kunst ist das gegenteil von wischiwaschi.

      danke für deine anregenden gedanken.

      lg W.
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    • Luise Maus schrieb:

      Hallo Walther,

      nun gut, in die Formale möchte ich auch nicht gepresst werden und schafft man auch nicht. Welche Versform auch immer gewählt wird denke ich stand für auch gar Perry nicht zur Diskussion alsmehr die Wortwahl, wie er in seinem Vorschlag deutlich erkennen ließ und ich ebendiesen, da ich derbe Worte ebenso nicht schätze sehr gelungen finde, was wiederum nicht bedeutet das ich deinen Vierzeiler deplaziert finde.
      Ich gebe dir Recht das manches durchaus eine unmissverständliche Formulierung fordert, auch wenn sie manchem nicht gefällt. Vulgär, so finde ich geht anders, doch auch hier ist es Auslegungssache.
      Deine Wortwahl findet man, wenn man genau hinschaut und noch besser zuhört auf plakatiertem Schlagabtausch an Litfasssäulen und in so manchen Reden, die Personen des öffentlichen Lebens publizieren und dort findet man es gut.

      Noch einmal möchte ich mich hinreißen lassen auf deinen Vierzeiler zu antworten:


      Der Weg der in
      die Parfümerie reinführt
      verheißt eine Sitzgelegenheit
      mit willkommener Lektür.
      In der Kloake
      gesellt man sich gern
      steht für viele doch diese
      unter einem guten Stern.
      Die Geisteskinder sind
      Klone allesamt
      und gern geht man hier
      Hand in Hand.
      Der Spielplatz ist
      verseuchter denn je und
      die Zaungäste schreien:
      „Ach herrjee!“
      Doch nur schreien
      führt ins Nichts
      es müssen Taten folgen
      sonst ändert sich nix.


      LG Luise
      Dem künstler steht,

      lb Luise.

      die wahl der darstellungsmittel frei - solange nicht persönlich angegriffen wird. man darf seinem zorn ausdruck verleihen. die satire ist sogar persönlich und darf auch das. an der verwandten sprache ist nichts "vulgär".

      wir werden bei politischer lyrik nicht übereinkommen - ich empfehle aber, sich einfach damit zu beschäftigen. da gäbe es Tucholski, Brecht und viele weitere. wenn das, was ich schrieb, vulgär wäre, gehörte manches davon auf den index.

      danke für deine einrede!

      lg W.
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    • Jackpot schrieb:

      Wenn das ein lupenreiner Trochäus sein soll, schmeiß ich mein Studium!


      Walther schrieb:

      Unsre Zeit hat einen Geist,
      Der in viele Hirne scheißt.
      Was daraus entsteht, es stinkt
      Selbst, wenn es im Klo versinkt.
      Keine Socke betonte hier auf "es", und das weiß ein so erfahrener ForenSiker wie du selbst.
      Mal abgesehen davon, handelt es sich bei "Was daraus entsteht, es stinkt" um recht schlechtes Deutsch. Nach dem "es" fehlt ein Komma; seine Dopplung mach den Kohl auch nicht fetter..
      Für mich diesmal (!) kein sonderlich überzeugender Beitrag zu politischen Lage. :thumbdown:

      Jack
      In der tat,

      lb Jack,

      tut das keiner. der autor auch nicht. wie hier

      Unsre Zeit hat einen Geist,
      Der in viele Hirne scheißt.
      Was daraus entsteht, es stinkt
      Selbst, wenn es im Klo versinkt.

      ersichtlich. fett ist hebung/betont, unbetont normal formatiert - wie man das so macht unter forensikern. der hebungsprall im enjambement der verse 3 und 4 folgt dem metrumsschema - er folgt aber auch der bedeutungsbetonung beim vortrag.

      ich sag's mal so: don't mess with an expert. :P ;)

      formal ist nämlich alles in saubren weißen tüchern. ob man die braune farbe des inhalts gut findet, ist eine (doppelte) frage des geschmacks. aber handwerk bleibt eben nunmal handwerk. und das ist wie aus dem lehrbuch.

      den rest stelle ich anheim. auch das versteht sich von selbst.

      lg W.
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    • Walther schrieb:

      Duftnote

      Unsre Zeit hat einen Geist,
      Der in viele Hirne scheißt.
      Was daraus entsteht, es stinkt
      Selbst, wenn es im Klo versinkt.
      Dem Ton auf die Spur kommen, ist doch unser ew'ges Bestreben.
      Also tun wir's toch!

      Unsre Zeit hat einen Geist, der in viele Hirne scheißt.

      Was daraus entsteht, es stinkt, selbst ............. wenn es im Klo versinkt.

      ... sind's doch u.a. die konjunkten Wortgruppen [ man denke dabei nur mal an die Klopstock'sche Wortfuß-Theorie bzgl der deutschen Sprache ... z. B., z. B. ... ], die umso mehr, und doch gerade deswegen die Musik [ also den Inhalt ] machen ./

      wie du es, Walther, selbst sagst: . - er [ sie, es ] folgt aber auch der bedeutungsbetonung beim vortrag

      ergo:

      Unsre Zeit
      hat einen Geist
      der in viele ...

      Was daraus entsteht
      es stinkt ... selbst
      wenn es
      im Klo versinkt

      Die Erkenntnis: haben die Verse mindestens [ bis wenigstens ] ne optische Funktion, ............... ach so! ...
      ich denke mal, die Sache mit dem lupenreinen vierhebigen Trochäus ist damit [ hier ] geklärt , ;)


      Gruß Dichtel ...


      -
      Gabel im Mund ./ nicht so hastig

      Plapp ist nicht für seine Denke verantwortlich, Holy Moly ./ wofür auch, Dallo Moly ist tot

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    • Walther schrieb:

      Duftnote

      alte Version

      Unsre Zeit hat einen Geist,
      Der in viele Hirne scheißt.
      Was daraus entsteht, es stinkt
      Selbst, wenn es im Klo versinkt.

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      Unsre Zeit hat einen Geist,
      Der in viele Hirne scheißt.
      Gäbs nicht auch noch kluge Geister,
      Ging die ganze Welt koppheister.
      @ All

      nu habe ich's mal umgebaut. so könnten die meisten kritikpunkte erledigt sein.

      vielmals danke fürs reindenken und mithelfen! und die geduld.

      lg W.


      PS.: zum metrum habe ich für meinen teil alles gesagt. die versuche, den tatsächlichen trochäus aus der balance zu bringen, scheitern samt und sonders. ich habe die änderung aus inhaltlichen gründen durchgeführt, nachdem ein kluger mitleser an anderer Stelle mir einen noch klügeren hinweis gegeben hat.
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    • Jackpot schrieb:

      Walther schrieb:

      Walther schrieb:

      Duftnote

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      Der in viele Hirne scheißt.
      Was daraus entsteht, es stinkt
      Selbst, wenn es im Klo versinkt.

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      Unsre Zeit hat einen Geist,
      Der in viele Hirne scheißt.
      Gäbs nicht auch noch kluge Geister,
      Ging die ganze Welt koppheister.
      @ Allnu habe ich's mal umgebaut. so könnten die meisten kritikpunkte erledigt sein.

      vielmals danke fürs reindenken und mithelfen! und die geduld.

      lg W.


      PS.: zum metrum habe ich für meinen teil alles gesagt. die versuche, den tatsächlichen trochäus aus der balance zu bringen, scheitern samt und sonders. ich habe die änderung aus inhaltlichen gründen durchgeführt, nachdem ein kluger mitleser an anderer Stelle mir einen noch klügeren hinweis gegeben hat.
      *rofl* Das ist einfach zu schön! :freu:
      ist es,

      lb Trainee,

      der beitrag für die lösung der knotens kam nicht vor dir. :P :whistling: :saint: dazu bedarf es etwas mehr als der rechthaberei.

      lg W.
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