kindchen hab nen baum

    • kindchen hab nen baum

      -


      [ ... ein Stück. Ein Kuchenstück; teilt’s die kleine Gabel, ne kleine Hand, bröselt zuweil ]



      ___________________ kindchen hab nen baum


      mama sitzt am bettchen
      papi nickt das köpfchen
      denkt luise , an das pipi
      voll das töpfchen ...

      mama bitte bitte noch ein lustiges lumm märchen

      ......................................................
      für den baum.
      ..................... -----

      baumeln schlehen, dollen beerenblau .. bucklige
      hexenbesen fegen dort wo häcksel eben, neben
      duftet’s leis ... nach leb und kuchen, häns & gret

      bitte bitte ...
      ...................................................-----

      kindl. beißt manchmal. weißig rauch [ ganz leise ]
      aus dem schornst aus röt’m ziegel weht ins hirn
      bemalt den märchenspuk voll schlehen wehen

      tanzen besen. fegen stuben sauber
      lieben saubre bäckstuben

      koscherteig ./ quillt
      fleißig leise

      Zeisig Qualm ein lied


      kindl, hörst du's?....................gut’s ... gut nacht


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      Gabel im Mund / nicht so hastig

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Dichtel ()

    • Hallo Dichtel,
      dein Werk gefällt mir sehr gut. :thumbsup:
      Muss es wohl nochmals lesen um deiner Phantasie ganz folgen zu können.
      Alles Liebe
      Karlo
      © Karl-Heinz Hübner
      Alle Rechte vorbehalten,besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung,sowie
      Übersetzung.Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden!

      Kopf hoch und Beine immer höher!
    • karlo schrieb:

      Hallo Dichtel,
      dein Werk gefällt mir sehr gut. :thumbsup:
      Muss es wohl nochmals lesen um deiner Phantasie ganz folgen zu können.
      Alles Liebe
      Karlo
      Hallo karlo,

      das freut mich, dass dir das Stück gefällt ./ und ja, es hat so seine versteckten Tücken. Neben dem Märchen'esken, die quasi beißende kontra_Ebene herauszulesen. Habe ja mittlerweile mindestens eine zentrale Hermetik im Text [ mMn etwas entschärft, sichtbarer gemacht ./ nochmal nacheditiert ] ...

      * konkret: anstelle des alten Bildes "juten teig" nun den "koscherteig" gesetzt,

      * dann die Dialoge der [ z. B. Mutter ] kursiv gestellt und

      * einen mMn wichtigen neuen Punkt hinter . "kindl." . im Dialog . "kindl. beißt manchmal." . gesetzt;

      * und das Namens-Idiom "Zeisig Qualm" in Anfangs-Großbuchstaben, sieht man als ein Idiom in der Kleinschreibe tatsächlich kaum.

      Ich hoffe, dass sich damit diese parallele (grusel) wirk_Ebene für den Leser besser aufklappt ... klar, ist eine Hoffnung ... :) , damit den quasi Rotdorn-Stachel in diesem anscheinbaren Märchengeschmeide mehr zum aug_Pieksen bringt.

      ................................................................................................. -----


      karlo, wieder ein sehr Danke für deinen Besuch in dieser abendlichen Märchenstunde von Liuse;

      Tschüss bis wieder dann ... Frank ...

      ...................................................... -----

      Randbemerkung / Info : Nils hat im Faden 'Textarbeit' den feinen Hinweis gegeben, dass man einen überarbeiteten eigenen Text dann nochmals mit dem selbst gesetzten link-Button [ unter dem Originaltext ]: 'Neue Version' , quasi eine direkte link_Verbindung zu ersten Version und der überarbeiteten Version herstellen kann, was natürlich sehr leserfreundlich ist , :)


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      Gabel im Mund / nicht so hastig

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dichtel ()

    • Hallo Frank,
      mein erster Eindruck ist hier neben der bekannten Kindereinschlaf-Märchenromantilk, ein faustscher Schwenk in Richtung Zauberlehrling

      Wehe! wehe! …
      Die ich rief, die Geister
      werd ich nun nicht los.

      Den Übergang verorte ich mal an die Stelle

      „bitte bitte ...
      ...................................................-----

      kindl. beißt manchmal.“

      Wo einerseits die Eltern flehen, „bitte bitte kindl“ schlaf endlich ein und weitergelesen:
      „Kindl. Beißt manchmal, weißig rauch“ sich Szenarien vom Friedhof der Kuscheltiere bis zur brennenden Marie aus dem Struwelpeter auftun.
      „Den Koscherteig und Zeisig Qualm“ überlasse ich mal vorerst anderen Lyrikdetektiven.

      Gern leise mitgelesen, damit’s Kindl nicht aufwacht.

      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • -

      Hallo Perry, hallo Jackpot ...

      [ kurz vorab ], ich anerahnte es [ hoffte es ], ist die Stelle: .. kindl. beißt manchmal. ...eine der beiden Schanierstellen im Text.

      Kippt quasi mit dieser Wegung das gesamte Bild in diese oder in einen andere Deutungsspur , :)

      Eure beider die gleiche: Perry: . Wo einerseits die Eltern flehen, „bitte bitte kindl“ schlaf endlich ein ...
      ...................................Jackpot: . dem bissigen Kind ist jedes Texterl recht. Nur koscher muss es sein ...


      erst mal für heute ein erstes Danke für eure kind-bitzlige Wegung , :) ... wieder ein Tschüss, Frank

      dann zu jeder einzelnen Spur, aber Hallo. Bin ganz begeistert.


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      Gabel im Mund / nicht so hastig
    • Perry schrieb:

      .
      ... ist hier neben der bekannten Kindereinschlaf-Märchenromantilk, ein faustscher Schwenk in Richtung Zauberlehrling

      Wehe! wehe! …
      Die ich rief, die Geister
      werd ich nun nicht los.

      Den Übergang verorte ich mal an die Stelle: „bitte bitte ... / kindl. beißt manchmal.“

      Wo einerseits die Eltern flehen, „bitte bitte kindl“ schlaf endlich ein und weitergelesen:„Kindl. Beißt manchmal, weißig rauch“ ___ auftun sich Szenarien vom Friedhof der Kuscheltiere bis zur brennenden Marie aus dem Struwelpeter ...

      „Den Koscherteig und Zeisig Qualm“ überlasse ich mal vorerst anderen Lyrikdetektiven.

      Gern leise mitgelesen, damit’s Kindl nicht aufwacht.

      LG
      Perry
      .
      Hallo Perry,

      das lieb [ gut's ] Kindl will's eben zeitweil eigensinnig, beißt zuweilen auch mal ... liebt halt groove, hexische Märchen und wehe, die Eltern machen nicht spurig mit: .. mama, bitte bitte noch ein lustiges lumm märchen für den baum.

      aber Hallo, nicht für sich ... sondern für den Baum ./ höchst interessant , ;) ... und kein End ist abzusehen, als hätt sich Kindl selbst die Geister aufgeweckt ... getrieben von:

      Wehe! wehe! …
      Die ich rief, die Geister
      werd ich nun nicht los.

      wird das ganze Vorlesen zu einem monströsen Spiel, wie du so treffend sagst: ist Friedhoftanz der Kuscheltiere; zündelt dazwischen die Struwelpeter Marie ... bis, ja bis es endlich brennt ./ vielleicht ja jetzt, gibt Kindl endlich schlaf_Ruh? ... als wär's nur das [ und sicher auch, der Kampf ums Einschafen ];

      macht nun der Text einen seltsamen Schwenk hin [ okay, zunächst ] zum tanzenden Besen, der's sauber mag und dann zum Koscherteig in saubren Bäckstuben ...

      koscherteig ./ quillt
      fleißig leise

      Zeisig Qualm ein lied

      taucht nun auch noch 'Zeisig Qualm' auf, pfeift sein Lied ... quillt; woraus? aus dem Teig?
      geknetet von Menschenhand ./ was für ein truses Bild ... tauchte ja auch schon davor
      dieser "weißig Rauch" aus dem Schornst aus röt'm Ziegel auf , ;)

      ; ich stimme dir echt zu, Perry

      mal bis hierhin, und ein sehr Danke für deine intertextuelle Spur, die du mitgegangen bist , :)
      wieder ein Tschüss, Frank ...

      legt ja gleich noch Jackpot paar Spliter dazu ...


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      Gabel im Mund / nicht so hastig

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Dichtel ()

    • Jackpot schrieb:

      Dichtel schrieb:

      -

      [ ... ein Stück. Ein Kuchenstück; teilt’s die kleine Gabel, ne kleine Hand, bröselt zuweil ]



      ___________________ kindchen hab nen baum


      mama sitzt am bettchen
      papi nickt das köpfchen
      denkt luise , an das pipi
      voll das töpfchen ...

      mama bitte bitte noch ein lustiges lumm märchen

      ...................................................... für den baum.
      ..................... -----

      baumeln schlehen, dollen beerenblau .. bucklige
      hexenbesen fegen dort wo häcksel eben, neben
      duftet’s leis ... nach leb und kuchen, häns & gret

      bitte bitte ...
      ...................................................-----

      kindl. beißt manchmal. weißig rauch [ ganz leise ]
      aus dem schornst aus röt’m ziegel weht ins hirn
      bemalt den märchenspuk voll schlehen wehen

      tanzen besen. fegen stuben sauber
      lieben saubre bäckstuben

      koscherteig ./ quillt
      fleißig leise

      Zeisig Qualm ein lied


      kindl, hörst du's?....................gut’s ... gut nacht


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      .
      Dichtel schrieb Obiges und Jens Lumm: "Grottenolme stzt euch zur Wehr!"
      Wen er damit wohl gemeint haben mag?

      Es gibt also ein "lustiges" Märchen, das vorgelesen werden will. Egal jetzt, ob jetzt "Intercalstielzchen" oder was von den bösen Brockenhexen; dem bissigen Kind ist jedes Texterl recht. Nur koscher muss es sein - was ich persönlich recht gut nachempfinden kann.

      Gut gefällt mir der "bemalte Märchenspuk", die Wahl der "Schlehen-Wehen."

      Du vereinst gleich mehrere Märchenmotive - bis der Hirsebrei überquillt und der Zeisig im Qualm verstummt. Gut gemacht und

      gern herumgeturnt


      Jack
      .
      Hallo Jack,

      du spannst hier quasi eine (Lumm), Jack'eske Märchenfolie über die meine :)

      Spricht Lumm von Kobolden, Maulwürfen, Grottenmolchen und Intercalstielzchen ... Figuranten, die sich im I-Net auf kurioseste Weise ver-irr-selbständigen konnten/können ./ mit dem smoothy Hinweis: "Grottenolme setzt euch zur Wehr!"

      ist deine Spur, mMn, um ein weit mehr gründig interessanter. Siehst du quasi hier ein Märchen im Rahmen-Märchen, dass sich selbst nicht nur als "lustig" bezeichnet umso mehr, auch vorgelesen werden will , :)

      Jackpot schrieb:

      Es gibt also ein "lustiges" Märchen, das vorgelesen werden will.

      ... zudem ist da ein "bissiges Kind", dass gerade solche (koscher-saubren) Märchenweisen hören will; wär da eine zweisame Symbiose zwischen beiden, als brauchten sie sich zu sehr. Liebten zudem beide solche irr-realen Märchenspuke, die wehenden Schlehen (versprächen sie Süße) und jenen 'Zeisig Qualm' der sein weißiges Liedchen aus dem röten Ziegelsteinschornst heraus quillt,

      Hach, für mich höchst politisch diese Gedankenschleife ... als erinnerte sie an vergangene Zeiten ./ fanden sich darin zu lange spukende Sender und spukende Empfänger, ließen zuviele diesen mensch-gemachten Spuk gewähren, als wär's nur ein Hexen-Märchen ... bis,

      ja bis dieser schlotende "Zeisig Qualm" seiner Stimme (wenigstens meist) beraubt wurde.

      Jackpot schrieb:

      bis der Hirsebrei überquillt und der Zeisig im Qualm verstummt

      Jack, bin gerne deiner tückischen Gedankenfolie gefolgt , :) ... ein backig, frisch-züngelnder Besuch im Märchen im Märchen ...


      einen lieben Gruß dir, Frank ...

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      Gabel im Mund / nicht so hastig
    • Dichtel schrieb:

      ist deine Spur, mMn, um ein weit mehr gründig interessanter. Siehst du quasi hier ein Märchen im Rahmen-Märchen, dass sich selbst nicht nur als "lustig" bezeichnet umso mehr, auch vorgelesen werden will ,
      Muss in mich reinschmunzeln. Erinnert mich an einen damals neuen Kollegen, der hat einen Schlafzimmerschrank bei der Kundin verkehrt rum aufgebaut,auf dem Kopfteil stehend. Die Kundin sagte die Türschlösser sind verkehrt herum. Da sagte dieser, das ist ein Fehler der Fabrikation, ich bestelle ihnen den Kundendienst , der wird das reparieren. :D
      .
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      Übersetzung.Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden!

      Kopf hoch und Beine immer höher!
    • karlo schrieb:

      Dichtel schrieb:

      ist deine Spur, mMn, um ein weit mehr gründig interessanter. Siehst du quasi hier ein Märchen im Rahmen-Märchen, dass sich selbst nicht nur als "lustig" bezeichnet umso mehr, auch vorgelesen werden will ,
      Muss in mich reinschmunzeln. Erinnert mich an einen damals neuen Kollegen, der hat einen Schlafzimmerschrank bei der Kundin verkehrt rum aufgebaut,auf dem Kopfteil stehend. Die Kundin sagte die Türschlösser sind verkehrt herum. Da sagte dieser, das ist ein Fehler der Fabrikation, ich bestelle ihnen den Kundendienst , der wird das reparieren. :D .
      .
      Hallo karlo,

      zum einen hat Perry die Deutungslinie des (bissigen) quengelnden Kindes herausgearbeitet, dass ohne sein Hexenmärchen nicht einschlafen wird, will ...

      sah ich in Jackpots Argumentation eine bewusste Umkehrung des Lesebezuges von Kind und Märchen. Einmal will das Kind vorgelesen bekommen, einmal will es das Märchen, vorgelesen zu werden ./ für mich die meta_Ebene ins politische gehend, was ich persönlich als Deutungslinie im Text auch verortet sehe, heißt, zweispurig initiiert habe.

      Hierzu mal folgende Fadengedanken:

      Dichtel schrieb:

      Hallo Perry, hallo Jackpot,

      [ kurz vorab ], ich anerahnte es [ hoffte es ], ist die Stelle: .. kindl. beißt manchmal. .. eine der beiden Schanierstellen im Text.

      Kippt quasi mit dieser Wegung das gesamte Bild in diese oder in einen andere Deutungsspur ...

      konkret: einmal beißt das Kindl figurativ quengelnd, einmal beißt das (hexen)Märchen figurativ das Kind , ;)

      Text schrieb:

      mama bitte bitte noch ein lustiges lumm märchen

      ...................................................... für den baum.

      Jackpot schrieb:

      Es gibt also ein "lustiges" Märchen, das vorgelesen werden will.
      .

      danke für deinen kritischen Besuch, wieder ein Tschüss, Frank ...


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      Gabel im Mund / nicht so hastig

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