Blick aus dem Fenster

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    • Blick aus dem Fenster

      Der nahende Herbst leert seine Böen
      über den trächtigen Bäumen aus -
      noch wollen die Farben des Sommers nicht weichen
      prunkvoll geleitet von Purpur im Rausch

      liegen Kastanien- und Walnussschalen
      zersplittert am Wiesensaum
      neigen die Rosen, welk und erfahren
      Häupter und Stiele. – Schwalben beginnen zu reisen
      und streben nach Süden, zur Bläue hin

      knüpfen ihr Fernweh in silberne Flügel und hoffen
      auf Wärme und Neubeginn
      Mein Maul ist ein Löwe / mein Herz ein Kaninchen;
      von fern bin ich Zora / von Nahem: Sabinchen.

      (Simone Borowiak)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Jackpot ()

    • Wunderschöner Herbsttext liebe Jack ;o)
      Bei den "trächtigen Bäumen" kam ich leicht ins stolpern, wieso schreibst du ihnen im Herbst diese Eigenschaft zu ?
      Ich hätte da eher an das Frühjahr gedacht ;o)
      Klasse Text, sehr gerne gelesen ;o)

      p.s., habe irgendwo gelesen das die Schwalben (genauso wie die Bienen und so viele andere Arten) wohl im Begriff sind auszusterben ;o(
      Angeblich werden es jedes Jahr so um die 2% weniger ...
      Ein Gruß zum Schluss,

      Uloisius
    • Lieber Uli, ichsaachmaso,

      beim trächtigen Hund kommt - bei gutem Verlauf - ein Welpe heraus, beim trächtigen Baum fallen Kastanien, Eicheln, Walnüsse usw. auf den Boden der Tatsachen.
      Meinst du wirklich, das dies für das Gedicht nicht passt? Ich könnte auch "wanken" nehmen, finde aber das "Trächtige" viel poetischer. Nee?
      - Dass Bienen aussterben, wusste ich. Nun auch noch Schwalben? *heul.
      Da frag ich mich, was wir bald überhaupt noch bedichten können außer uns selbst, den menschlichen Schmarotzern, den Erbfeinden des Planeten Erde ...

      Seufzende Grüße
      Jack
      Mein Maul ist ein Löwe / mein Herz ein Kaninchen;
      von fern bin ich Zora / von Nahem: Sabinchen.

      (Simone Borowiak)
    • Gemorsche Jack, dasachichemaso,

      das was du in der ersten Zeile deiner Antwort beschreibst:

      Jackpot schrieb:

      beim trächtigen Hund kommt - bei gutem Verlauf - ein Welpe heraus, beim trächtigen Baum fallen Kastanien, Eicheln, Walnüsse usw. auf den Boden der Tatsachen.
      ist wohl eher die Zeit des gebärens, die Erntezeit.
      Um den Faden weiter zu spinnen, für mich wird ein Baum im Frühjahr befruchtet, ist den ganzen Sommer über schwanger und gebärt seine Früchte und Samen im Herbst.
      Ich will aach kei groß Ding draus mache, schrieb ich doch das ich an der Stelle "leicht ins stolpern geraten bin", nicht mehr ;o)
      Wahrscheinlich kann man das sowieso sehen wie man will ;o)

      Ja, das mit den Schwalben ist echt traurig, ich mag sie sehr ;o(
      Ein Gruß zum Schluss,

      Uloisius
    • Lieber Uli,

      deiner Logik kann ich mich nicht länger verschließen. :D :|
      Deshalb habe ich den Text geändert. "Gebären" ist schließlich auch ein schönes, aussagestarkes Wort ...

      Herzlichen Dank,
      Jack
      Mein Maul ist ein Löwe / mein Herz ein Kaninchen;
      von fern bin ich Zora / von Nahem: Sabinchen.

      (Simone Borowiak)
    • Tja Leute,

      da ich ja der Nachzügler, bedingt durch meinen WochenendUrlaub von der WG im Lesen bin und gestern schon wieder "On the Road" war entnehme ich den Kommentaren und der Zusatzinformation von Jack unter dem Gedicht das es einen Korrekturvorschlag gegeben hat und muss bekunden das ich "trächtig" besser fand, da ich eben im Zusammenhang um einen Baum handelt natürlich nur an das Früchte tragen denke. So aber meine ich mit "gebären" das jeden Moment ein Menschlein schlüpft und irritiert mich wahnsinnig. So what, nun gebären die Bäume halt Kastanien und Walnüsse. :D

      LG Luise
      Immer den Kopf hoch und lächeln
    • Liebe Luise,
      nach ein paar Tagen Lesepause muss ich dir Recht geben. :D ;) Zumal es ja der Wind ist, der die trächtigen Bäume zum Abwurf nötigt.
      So ist das manchmal: Man ändert zu früh im Hinblick auf einen gutgemeinten Ratschlag.
      Bei mir kommt erschwerend hinzu, dass ich wohl den Eindruck vermeiden wollte, andere zur Textarbeit anzuhalten, die aber bei mir selber nicht zuzulassen wünsche. In einem so kleinen Forum macht man sich leicht "verdächtig"... wie die Erfahrung lehrt.
      Also, ich folge final (!) deinem Tipp und kehre zur Ursprungsversion zurück. ^^

      Herzlichen Dank für den augenöffnenden Kommentar
      Jack
      Mein Maul ist ein Löwe / mein Herz ein Kaninchen;
      von fern bin ich Zora / von Nahem: Sabinchen.

      (Simone Borowiak)
    • Liebe Jack,
      Luise hat es sehr schön verdeutlicht und ich finde es auch gut das die Bäume im Herbst noch trächtig sind.
      Es ist in der Tracht und Pracht der Bäume, daß sie im Herbst alles das fallen lassen, was sie im Frühling wieder ansammeln.
      Einen mit bester Laune trächtigen Tag <3

      Alles Liebe
      Karlo
      © Karl-Heinz Hübner
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    • Danke schön, Karlo.

      Ulis Hinweis war aber dennoch wichtig - wie alle Aspekte, die autorenfremdes Licht auf ein Gedicht werfen.

      Dir einen guten Morgen und die von ARD und ZDF zugesagte Sonne :)

      Jack
      Mein Maul ist ein Löwe / mein Herz ein Kaninchen;
      von fern bin ich Zora / von Nahem: Sabinchen.

      (Simone Borowiak)
    • Nun gut, dann sind die Bäume im Herbst halt wieder trächtig ;o)
      "gebärend" fand ich auch nicht optimal, beides, "trächtig" und "gebärend" sind Begriffe die ich so eher von Menschen und Tieren her kenne, ich persönlich kann mich da nicht so richtig mit anfreunden.
      Ich habe noch nie einen Bauern sagen hören: "Oh, der Baum ist aber trächtig", eher er trägt viel Obst in diesem Jahr ...
      Aber vielleicht täusche ich mich ja und ich bin mit meiner Meinung ganz einsam und alleine auf dem Holzweg ;o)
      Ein Gruß zum Schluss,

      Uloisius
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