ausgedacht

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    • Liebe Jack,

      vielen Dank für deinen Kommentar ;o)

      "Ich bin einsam. Als Person.
      Aber auch meine Kunst ist einsam. Sie führt mir niemanden zu.
      Das ist doppelte Einsamkeit."

      Diese Zeilen die der Maler hinterlassen hat sind echt bitter und berühren mich zutiefst.
      Der Mensch ist ein soziales Tier und Einsamkeit ist auf Dauer sehr zermürbend und belastend für uns. Eine der größten Ängste für uns Menschen ist nicht umsonst, die vor der Einsamkeit.
      Als Künstler einsam zu sein, kreatives zu schaffen ohne die Aussicht bzw. Möglichkeit sich anschließend über das Kunstwerk mit anderen auszutauschen, ohne das irgendwer aus dem Umfeld großes Interesse an den Kunstwerken zeigt, kein Zuspruch, keine Kritik, kein Applaus ... gar nichts oder nur von dem einen oder anderen hin und wieder ein ganz klein wenig das ist fürwahr eine doppelte Einsamkeit ... sehr traurig ...

      Übrg. ... sag` bitte nichts gegen röhrende Hirsche, ich finde auch so etwas kann schön sein wenn es denn nicht zu kitschig ist ;o)
      Aber ich verstehe was du meinst, das "Publikum" interessiert sich wenn überhaupt für "Mainstreamkunst", alles was außerhalb des Mainstreams angesiedelt ist führt ein tristes, karges Dasein, da kann es noch so toll sein.

      Ich frage mich gerade ob das in anderen Ländern wie Deutschland oder in anderen Kulturen wie der westlichen wirklich anders ist ?
      Dieses System macht Kunst halt überschaubarer, es kommt aber vieles unter die Räder dabei was das Publikum aber gerne in Kauf nimmt weil es schier überfordert damit ist sich in diesem Dschungel "Kunst" alleine, ohne einen solchen Kompass zurecht zu finden.
      Wenn man nicht Teil dieses Systems ist wird man in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

      p.s. Besteht die Möglichkeit das du ein Bild von dem Maler hier postest, ich interessiere mich dafür und vielleicht bringt ja unsere Konversation hier mich zu seiner Kunst ?
      nobody is perfect

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Uloisius () aus folgendem Grund: p.s.

    • Moin Jack,

      Jackpot schrieb:

      Von dem o. g. Zettel habe ich erst gestern erfahren, war danach ziemlich angedatscht und bin es heute noch.
      Ein Problem der Künstler liegt mit Sicherheit darin, dass ihre Berufsbezeichnung nicht geschützt ist. Ähnlich den "Therapeuten" darf sich jeder so nennen, völlig egal, ob der eine entsprechende Ausbildung absolviert hat oder nicht.
      Ja das ist wohl so ;o)
      Ich wundere mich manchmal auch wer sich selbst alles als Künstler sieht und von seinen Werken als "Kunst" spricht.
      Ich sehe mich da eher als Sänger und Schreiberling, nicht mehr und nicht weniger.
      Sollen doch die anderen entscheiden was, von dem was ich mache wirklich Kunst ist und was nicht ... mich interessiert das auch nicht wirklich.
      Ob man aber wirklich eine Ausbildung absolvieren muss um Kunst zu schaffen wage ich zu bezweifeln ... ich denke die Kunst ist frei und das ist Fluch und Segen zugleich ;o)


      Jackpot schrieb:

      Womit ich überhaupt nichs gegen Autodidakten sagen möchte, die mit viel Spaß und Freude daheim an ihren Werken zimmern. - "Jeder Mensch ist ein Künstler", wie Joseph Beuys, einmal ganz richtig bemerkte, aber vorwiegend deshalb, weil er die Kunstakademien begabten Laien öffnen wollte. Auch er glaubte nicht, dass Kunst beliebig sei.
      Da gebe ich dir Recht, Kunst ist nicht beliebig. Nicht jeder "Furz" und jedes "Hurz" ist Kunst aber das liegt auch oft im Auge des Betrachters was er persönlich als Kunst empfindet und was nicht, das macht es ja auch gerade so interessant.
      Eine Kunst- bzw. Musikakademie hätte ich gerne besucht aber leider war ich in der Schule zu unkonzentriert (heute würde man sagen ich hätte ADS und würde mich mit Ritalin vollstopfen) und habe damals gerade mit ach und krach den Hauptschulabschluss geschafft ... das war es dann mit meine Karriere ;o)
      Ich kann bis heute keine Noten lesen und auch wenn mir jemand sagt das Lied geht z.B. in A, E und C dann muss ich immer erst hören wie es gespielt wird um zu kapieren was er genau meint ... mit Theorie konnte man mich schon immer jagen ...
      Freut mich das du nichts gegen Autodidakten wie mich hast ... ich habe auch nichts gegen Künstler ;o)


      Jackpot schrieb:

      In Zeiten des Internets wird die Welt mit "Künstlern" überschwemmt, mit Malern, Schriftstellern. Bildhauern usw., die zwar alle ihre Daseinsberechtigung haben (das würde und ich will ich keineswegs abstreiten) aber den Marktwert der Werke ausgebildeter, großArtiger Künstler erheblich senken.
      Ja, so ist das eben in der modernen Welt. Man kann ja schlecht eine Quote im Netz einführen für "ungelernte Künstler" sozusagen. Das diese Entwicklung die Preise der wie du schreibst "großArtiger Künstler" gehörig nach unten drückt glaube ich dir gerne. Aber Kunst ist halt was den wirtschaftlichen Teil angeht auch kein "Wolkenkuckucksheim" in dem besondere Regeln gelten. Wer von der Kunst leben möchte oder leben muss der muss sich irgendwie auf dem Markt behaupten können, muss sich in irgend einer Art den Gesetzen des Marktes unterwerfen sonst verdient er nichts.
      So ist es leider in jedem Business und letztendlich ist Kunst ab einem gewissen Punkt halt auch nur ein Geschäft.

      Jackpot schrieb:

      Ich selbst habe einmal eine Auktion erlebt, auf der ausgezeichnet ausgeführte, erstklassige Gemälde für unter 200 € weggingen. - Ist ein Bild großformatig, hat der Maler Leinwand und Farben wieder heraus und erhält für seine Arbeit ca. schlappe 50 Euronen. Tja. Das stimmt - im Vergleich zu Fußballer-, Model- oder Unternehmensberatereinkommen schon nachdenklich.
      Hinzu kommt, dass Künstlern das Kaufmannsgen häufig fehlt und sie sich, falls sie keinen Coach an ihrer Seite haben, viel zu wenig für diesen Bereich interessieren.
      Ja, solche Fälle kenne ich auch und das ist wirklich hart aber was kann man daran ändern ? ... nichts nehme ich mal an.
      Fußballer, Models und Unternehmensberater sind auch alle dem Markt unterworfen.
      Nicht jeder Fußballer und jedes Modell verdienen Millionen, viele müssen auch da ganz kleine Brötchen backen.
      Sport und Mode sprechen darüber hinaus ein viel breiteres Publikum an und naturgemäß sind in diesen Bereichen die Futternäpfe der Industrie und der Medien zehlreicher, aber auch dort gilt nur ein kleiner Prozentsatz der Akteure verdient richtig Geld, der Rest schaut in die Röhre.
      Fußball, Mode und Kunst, alles funktioniert nach seinen eigenen Gesetzen, will man davon leben kommt der wirtschaftliche Teil dazu und im Markt herrschen für alle die gleichen Gesetze.
      Hast du was was alle haben wollen verdienst du Kohle.
      Hast du was was keiner will oder alle schon haben verdienst du keins ...
      Vielleicht sollte an den Universitäten im Kunstbereich noch ein oder zwei Semester "Wirtschaft" integriert werden, wäre bestimmt kein Fehler ;o)


      Jackpot schrieb:

      Auf der anderen Seite wird in Regelschulen der Kunstunterricht weitgehend vernachlässigt und fällt häufig aus. Und die Erziehung zur Kultur damit flach.
      Wie in anderen europäischen Ländern mit Künstlern verfahren wird, weiß ich auch nicht so genau. Holland bietet zumindest steuerliche Vorteile.
      Kunst sollte in Schulen einen höheren Stellenwert haben, da stimme ich dir voll und ganz zu.
      Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr oder wie heißt das noch mal ?
      Vielleicht könnte man die Mehrwertsteuer auf alle Kunstbedarfsartikel sowie auf Kunstwerke generell auf sieben Prozent herunter setzen, das hielte ich für vernünftig.
      Darüber hinaus, im Einkommenssteuerbereich würde ich nichts ändern, das würde ich anderen gegenüber nicht gerecht finden.


      Jackpot schrieb:

      In anderen Gegenden (Beispiel Afrika) genießen sie teilweise hohes Ansehen. - Aber darum geht es mir gar nicht.
      Ich verstehe nicht, warum sich die Lebensgrundlage hiesiger Künstlern (und aller anderen Menschen) nicht regeln lässt, beispielsweise durch ein bedingungsloses Grundeinkommen, das sie vor der Scham bewahrte, den Staat um Sozialhilfe anzugehen und ihnen die Freiheit brächte, die sie benötigen.
      Aber dies ist ein Thema, das den Rahmen eines Textfadens sprengt.

      Wie in meiner Mail an dich bereits erwähnt bin ich ein Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens und einer würdigen Rente für alle Bürger dieses Landes.
      Da sind wir durchaus auf einer Linie ;o)
      Das würde viele Menschen befreien, für mehr Gerechtigkeit sorgen, die Arbeitsbedingungen verbessern und nicht zuletzt den Binnenkonsum ankurbeln ...
      Viele der kleinen Parteien fordern das schon lange aber die wählt ja keiner und bis sich diese Einsicht mal bei den "Machtinhabern" durchgesetzt hat wird es, wenn überhaupt noch Jahrzehnte dauern. Die Macht der industriellen Lobby die kein Interesse hat die Arbeitsbedingungen zu verbessern (Kohle) und die Löhne zu erhöhen (noch mal Kohle) ist einfach zu stark. Das werden wir beide wohl nicht mehr erleben.
      Unter dem Strich wird sich an der Situation der "großArtigen Künstler" in absehbarer Zeit also nichts ändern.
      Bleibt nur das sich die Künstler selbst ändern ... ansonsten sehe ich keinen gangbaren Weg ;o)
      nobody is perfect
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