schreiende Stille

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    • schreiende Stille

      Stille tobt in mir
      Sturm, so leise und schleichend.
      niemand merkt es
      niemand ahnt etwas.
      Nur ich
      alleine im Kampf mit mir selbst.
      glühende Hoffnung
      droht nach und nach zu schwinden.
      Die Flügel des einst tapferen,
      warmen Mädchens
      bröckeln zusehend und fließen
      mit dem Strom von süßem,
      lieblichen Blut.
      Schreiendes Rot
      gemischt mit
      schmerzerfülltem Grau.
      Die Unfähigkeit zu lieben
      türmt sich mit dem angsterfülltem,
      schreienden Zorn.
      Solange,
      bis nichts mehr übrig bleibt
      außer eine
      zitternde,
      zerbrechliche,
      zerschnittene,
      ummauerte Seele,
      die nur nach einem
      kleinen Tröpfchen
      Wärme schreit.
    • Hallo GedankenFee, :huhu:

      wieder ein sehr emotionales und hübsches Gedicht: 'schreiende Stille'.
      Diesmal schreibst du in der Ich-Form und – ob ich will oder nicht – ich bin sehr viel näher an deinem Gedicht dran, kann mich in das LI hineinversetzen und empfinde den inneren Kampf ganz unmittelbar, hautnah.

      (Auch wenn du in Ich-Form schreibst, darf ich die Empfindungen, Gedanken, Worte etc., die in diesem Gedicht formuliert werden, nicht dir persönlich zuschreiben. Es ist das lyrischen Ich, LI, dass du als Autorin dieses Werkes als eine von dir geschaffenen Realität sprechen, handeln, leiden etc. lässt. Du selbst fungierst als eine Art Graue Eminenz im Hintergrund. Weitere Details kannst auf Wikipedia oder sonstwo nachlesen.)

      Ich finde, das Paradoxon 'schreiende Stille' ist ein Blickfang, der sofort neugierig macht. Also ein gelungener Einstieg.
      Das LI muss ganz allein, einen schweren inneren Konflikt aushalten: Es ist unfähig zur Liebe oder glaubt zumindest es zu sein. Diese tragische Empfindung / Erkenntnis erzeugt Zorn, das Gefühl der Isolation ... und droht das LI zu zerbrechen. Weiß Gott ein dramatischer Stoff.

      GedankenFee, der Kommentar zeigt dir meine Sicht auf dein Werk. Wenn du damit etwas anfangen kannst, freut mich das, wenn nicht, ab damit in die Tonne.





      GedankenFee schrieb:

      Stille tobt in mir
      Sturm, so leise und schleichend.
      niemand merkt es
      niemand ahnt etwas.
      Nur ich
      alleine im Kampf mit mir selbst.

      Auch die ersten beiden Verse haben Widersprüche zum Inhalt. Einverstanden. Danach jedoch zähle ich fünfmal die (sinngemäße) Aussage: ich bin allein.
      niemand merkt es
      niemand ahnt etwas.
      Nur ich
      alleine im Kampf mit mir selbst.

      :gruebel: Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, hier mal den Rotstift anzusetzen. Du könntest ja stattdessen Facetten des Kampfes formulieren – oder sonst etwas.



      GedankenFee schrieb:

      glühende Hoffnung
      droht nach und nach zu schwinden.
      Hier wüsste ich doch gerne, welche Hoffnungen des LI allmählich verschwinden.
      Du könntest zum Beispiel ein konkretes Bild zeichnen:
      Das Mädel, das mit einem jungen Burschen Arm in Arm im Park flaniert. Die junge Mutter, die mit seligem Blick das schlafenden Baby in ihrem Arm betrachtet … oder sonst etwas.



      GedankenFee schrieb:

      Die Flügel des einst tapferen,
      warmen Mädchens
      bröckeln zusehend und fließen
      mit dem Strom von süßem,
      lieblichen Blut.
      Schreiendes Rot
      gemischt mit
      schmerzerfülltem Grau.

      Gefällt mir gut. Hier schreibst du so, dass in meinem Kopf Bilder entstehen. Finde ich prima. Das 'einst' könntest du m.E. problemlos weglassen. Aus dem Text erschließt sich ja glasklar, dass jetzt und hier kein tapferes, warmes Mädchen spricht / handelt / denkt.




      GedankenFee schrieb:

      Die Unfähigkeit zu lieben
      türmt sich mit dem angsterfülltem,
      schreienden Zorn.

      Hier erfahre ich nun den Grund für die Zerrissenheit und Ängste des LI. Es ist unfähig zu lieben oder glaubt es zumindest. Solch eine Erkenntnis ist natürlich knallhart, bitter und grausam. Sie zerstört so ziemlich jeden Zukunftsplan, der einem jungen Mädel im Kopf herumschwirren dürfte. Sehr überzeugend. Sehr emotional. Ergreifend.
      Nur eine Kleinigkeit:
      In diesen Zeilen türmen sich die schmerzvolle Erkenntnis und der Zorn zu … :gruebel: Tja, zu was eigentlich? Dieses Bild scheint mir unvollständig.
      Vielleicht … zu einem Berg der Verzweiflung … oder sonst etwas.




      GedankenFee schrieb:

      Solange,
      bis nichts mehr übrig bleibt
      außer eine
      zitternde,
      zerbrechliche,
      zerschnittene,
      ummauerte Seele,
      die nur nach einem
      kleinen Tröpfchen
      Wärme schreit.

      Auch der Schluss gefällt mir sehr gut. Was bleibt ist also eine verängstigte Seele, die nach ein bisschen Wärme schreit. Das geht unter die Haut, lässt sich nicht so leicht abschütteln, bleibt im Gedächtnis.
      Ein richtig gutes Gedicht, dass sich m.E. noch ein klein wenig optimieren ließe.

      GedankenFee, ich habe dein Gedicht gern gelesen.
      LG
      Berthold
      Ein großes Stück vom kleinen Kuchen -
      mehr ist es nicht wonach wir suchen.
    • Hallo Berthold!

      Vielen, vielen lieben Dank, dass du dir so viel Zeit genommen hast um mir so ein umfangreiches Feedback zu geben. Darüber freue ich mich sehr und bin dankbar.

      Deine Kommentare dazu helfen mir sehr, nochmal darüber nachzudenken und beim nächsten Schreiben mehr auf die genannten Einzelheiten und den Inhalt zu achten!
      Ich kann alles sehr gut nachvollziehen, was du geschrieben hast.


      Liebe Grüße,
      GedankenFee
    • Das ist eine spürbare Stille und Einsamkeit
      und der Ruf nach Halt und Geborgenheit.
      Was tun ?
      Sich austauschen, mit guten Leuten und der
      Familie ins Gespräch kommen, Freunde sammeln
      und ehrlich und offen miteinander reden !!!
      Und dann irgendwann kommt ein Mensch
      in Deine Nähe und.......,
      ich laß`das offen,denn es ist Dein Weg
      und so rufe es hinaus in die Welt, so
      wie Nietzsche es gesagt hat:

      Werde, der du bist ! ( Ich werde, der ich bin !)

      LG Volker
      Volker Harmgardt
      Die Natur hat keine Eile,
      dennoch gelangt sie
      stets ans Ziel.

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