Verlust

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    • Die Wasser sind versiegt.
      Ohne Warnung hoben Wellen
      Träume an am Kai
      fielen sie.

      Sturm ließ mich standhaft werden
      nach außen.
      Ich richtete meine Stacheln auf
      wehrte Hände ab und
      Knöchel treten weiß hervor
      innen und außen.
      Mein Blick wurde hart
      Leere riss Glanz aus Augen.
      Es war Sehnsucht
      Durst und Wüste und
      Verlust.
      Überleben allein ist unzureichend

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lichtsammlerin ()

    • Hallo Lichtsammlerin,

      ein Gedicht über versiegte Wasser, gefallene Träume und das Anlegen eines Stachel-Panzers (bzw. das In-sich-selbst-Verkriechen). Ein Gedicht über den Verlust ...
      Das Leben hat das LI, so scheint es, hart gemacht. Es wurde standhaft und lernte, sich zu wehren. Doch diese Härte nach außen, füllt nicht die entstandene innere Leere. Die innere Wüste ist trocken, sie macht das LI durstig und umschließt eine große Sehnsucht. Vielleicht auch nach dem, was es unwiederbringlich verloren hat.
      Düstere Gedanken über Verlust, Leere und Sehnsucht.

      Besonders eindrücklich finde ich die Schlussverse:
      Leere riss Glanz daraus.
      Es war Sehnsucht
      Durst und Wüste und
      Verlust.

      Knöchel treten weiß hervor
      Wieso wechselst du hier ins Präsens? Sieht das LI in der Jetztzeit immer noch dieses Bild?

      Leere riss Glanz daraus.
      Etwas 'daraus reißen' - diese Formulierung überzeugt mich nicht so recht.

      Gern gelesen, gern sinniert.

      LG
      Berthold
    • Hallo Berthold,

      danke für dein ausführliches Feedback und deine Gedanken dazu! Deine Interpretation ist soweit sehr treffend, es ist vorallem die Sehnsucht nach etwas unwiederbringlich verlorenem, die das LI hier spürt. Mit den versiegten Wassern sind Tränen gemeint, die irgendwann "versiegt" und einer Leere gewichen sind.
      Auch wenn ich hier überwiegend im Perfekt schreibe, soll es sich doch um ein Bild der Gegenwart handeln. Die anfängliche Momentaufnahme "Die Wasser sind versiegt" spiegelt das Hier und Jetzt. Das LI geht dann gedanklich zurück, durchläuft quasi den Weg ins Jetzt in Teilen erneut. Die unausgesprochene Frage im LI - Wie kam es dazu?
      Dass ich dann erneut ins Präsens wechsel "Knöchel treten weiß hervor", ist darin begründet, dass dies zugleich Gegenwart ist. Während das LI diese Gedanken hat treten die Knöchel weiß hervor, damals wie heute, innen und außen.
      Etwas "daraus reißen" ist wirklich etwas unglücklich, fällt dir zufällig ein besserer Ausdruck ein? Ich tue mir da schwer, da es ja ausdrücken soll, dass die Leere den Glanz aus den Augen riss, daher würde nur "raus" oder "heraus" auch nicht ganz passen. Vielleicht fällt mir da noch etwas zu ein, ansonsten bin ich für Vorschläge offen.

      LG
      Lichtsammlerin
      Überleben allein ist unzureichend
    • Hallo Lichtsammlerin,

      freut mich, dass du mit meinen Gedanken zu deinem Gedicht etwas anfangen kannst.
      Was den / die Zeitenwechsel betrifft: Ich kann deine Ausführungen hierzu gut nachvollziehen.

      Etwas "daraus reißen" ist wirklich etwas unglücklich, fällt dir zufällig ein besserer Ausdruck ein?
      Stimmiger wäre hier mE 'heraus'; aber auch 'fort', 'mit' o. Ä. wäre für mich eine Alternative. Hängt davon ab, welches Bild du hier skizzieren möchtest.

      Wie immer gilt: Dein Gedicht, deine Entscheidung. ;)

      LG
      Berthold
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