Servicewüste Deutschland

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    • Servicewüste Deutschland

      Vorwort zu dem Gedicht:

      Dieses Gedicht beschreibt nur eine sehr kleine Gruppe in den Berufen. Viele geben sich sehr viel Mühe, sind hilfsbereit, haben Ahnung und erfüllen den Kunden jeden Wunsch wenn es geht. Sie sind mit eifer dabei und immer Nett.

      Aber dann gibt es halt auch die Gruppe in den Berufen, den das alles am Arsch vorbeigeht. Ob der Kunde zufrieden ist oder nicht. Meistens hat man dann bei diesen Leuten das Gefühl das man stört. Von einen Verkäufer, der meiner Mutter ein Blu Ray Gerät aus den Händen gerissen hat, um ihr ein 3 fach so teueres Gerät verkaufen zu wollen.

      Ich habe auch schon erlebt, das ich eine CD bestellt habe, die dann nach 2 Wochen gekommen war, als die falsche sich entpuppte, der Verkäufer aber stur behauptete das sei die Richtige, obwohl ich eine Depeche Mode Album wollte, und er eine Bärenstark Sampler hatte. Aber auf dem Preisaufkleber stand halt Depeche Mode, daher würde ich mich vertun und nicht der Aufkleber.

      Und so weiter und so weiter.

      Nun aber zum Gedicht.

      Viel Spaß beim lesen.


      Servicewüste Deutschland

      Wer kennt das nicht,
      wer hat das noch nicht erlebt,
      warum dieses Gedicht,
      wer hat noch nicht vor Wut gebebt?

      Verkäufer, die etwas verkaufen,
      was man gar nicht wollte,
      Berater, die besser im See ersaufen,
      die Strafe, die Ihnen zollte.

      Wenn man wagt einige Verkäufer was zu fragen,
      und sie gelangweilt eher diesen mit Absicht übersehen,,
      als dem Kunden eine vernünftige Antwort zu sagen,
      ihre Gedanken, sich eh nur um den Feierabend drehen.

      Berater, die nur an ihr eigenes Bankkonto denken,
      und den Kunden um all sein Geld zu bringen,
      aber sich selber heimlich ein neues Haus schenken,
      und für Ihre Kinder die neusten Autos besorgen..

      Viele Hotlines sind nie zu erreichen,
      Stunden um Stunden vergehen,
      für die Firmen viel Geld einstreichen,
      und lassen sich es damit gut gehen.

      Der Kunde beißt in den Hörer voll Wut,
      keiner hilft ihm so richtig weiter,
      der Zorn und der Ärger geht ins Blut,
      nirgendwo findet man ein Mitarbeiter.

      So sieht es leider aus in Deutschland,
      wenig Service, aber oft hohe Kosten,
      viel Wüste hier in unseren schönen Land,
      doch häufig trifft man Vollpfosten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kydrian ()

    • Hallo Kydrian,

      der alltäglichen Frust über die deutsche Bürokratie und ihre zähen Mitarbeiter.. ja das hast du wirklich gut getroffen. An einigen Stellen mE etwas überspitzt, aber das kann ja durchaus Teil einer lyrischen Darstellung sein.
      Ich hätte paar Verbesserungsvorschläge, schau einfach ob was davon passt.
      1. "Verkäufer, die etwas verkaufen" (so umgehst du die Doppelung von "was" in der nächsten Zeile.
      2. "besser der Teufel sie holte" - passt reimtechnisch nicht, auch vom Satzbau nicht ganz. meine Idee wäre: (Berater, die besser im See ersaufen,) "gepackt von einer Revolte" oder "die Strafe die ihnen zollte"... so in die Richtung vielleicht.
      3. Die ganze nächste Strophe würde ich leicht umschreiben, dann gehen auch paar grammatikalische Patzer weg.
      "Wenn man wagt diese Verkäufer zu fragen, und sie gelangweilt eher Regale füllen, als dem Kunden die Antwort zu sagen, ihre Gedanken eher nur ums bei Smartphonehüllen" (Smartphone-Hüllen, also Hülle groß geschrieben, als Verb ist das Wort hier unpassend.) Fragte und sagte passt grammatikalisch nicht, durch zu sagen /zu fragen ändert sich die Bedeutung aber nicht.

      4. "den Kunden um all ihr Geld sie bringen" also hier müsste es "all sein Geld" heißen. Vielleicht auch den Satzbau etwas umstellen, zB: "und den Kunden um all sein Geld bringen" - das "sie bringen" würde ich weglassen. Im nächsten Vers "sich selber ein neues Haus schenken" würde ich ein "aber" oder "doch" an den Anfang setzen, oder um die Betrügerei in den Vordergrund zu stellen auch ein "hinterrücks" oder "heimlich".

      Der Vers mit Justin Bieber ist mE etwas aus dem Kontext gerissen, aber ok.

      5. "die Firmen dafür viel Geld einstreichen" würde ich umformulieren in "für die Firmen viel Geld einstreichen".

      Im Folgevers fehlt ein "es" also "und lassen es sich damit gut gehen" oder anders ginge auch "und lassen sich's damit gut gehen" dann bleibt sie Silbenanzahl gleich.

      6. "nirgendswo ist ein Mitarbeiter" nur eine Kleinigkeit - nirgendwo ohns s.

      7. "hin und wieder nur reine Vollpfosten" Das passt im Kontext und in Bezug auf den vorigen Vers nicht ganz, denn das "nur am Rand" bezieht sich auf die seltene Hilfe, und dann irritiert der Vers. Auch das doppelte "nur" würde ich hier vermeiden. Eine Umstellung wäre zB: "doch häufig trifft man Vollpfosten" oder "doch immer wieder Vollpfosten". Natürlich könnte man auch ganz ändern und sagen "doch oft genug Idioten auf den Posten" oder so ähnlich..


      So, was du mit den Vorschlägen machst bleibt natürlich dir überlassen.

      Thematisch bin ich gerne mitgegangen, musste mich die letzten Monate auch wieder mit Ämtern auseinander setzen, danach braucht man wirklich erst einmal etwas frische Luft um sich abzureagieren. Und natürlich sind nicht alle Mitarbeiter so, wie überall gibt es eben auch dort schwarze Schafe, und ich denke es ist auch ein zermürbender Job der viel Nerven und Kraft kostet, schade ist nur wenn der Frust dann an den Kunden ausgelassen wird.


      LG

      Lichtsammlerin
      Überleben allein ist unzureichend
    • Hallo Lichtsammlerin,

      vielen, vielen Dank für das Raussuchen der ganzen Fehler und deine tollen Tipps. Werde sie alle befolgen, weil sie richtig gut sind. Das Gedicht kam daher, das mich mal wieder der kalte Frust packte, wie, ich weiß gar nicht wie ich das nennen soll, ein Verkäufer in einer Buchhandlung war und mir natürlich das falsche Buch empfehlen hatte und ich dann bestellt hatte, was so gar nicht das Thema entsprach was es sollte. Wenn sich ein Verkäufer mit einem Bereich nicht auskennt soll er das doch ruhig zugeben.

      Da ich gerade von meiner Spätschicht komme, werde ich aber erst Morgen das Gedicht überarbeiten.

      Noch Mal vielen Dank für deine Mühe.

      Grüße
      Kydrian
    • Guten Morgen Lichtsammlerin,

      mit deinen Vorschlägen zu Änderungen zu meinen Gedicht, hört und liest es sich viel besser. Es gefällt mir nun sogar richtig gut.

      Du wirst lachen, ich bin selber auch Einzelhandelskaufmann vom Beruf und kenne daher vieles. Aber ich gebe mir viel Mühe jeden Kunden seine Wünsche zu erfüllen, so weit es mir möglich ist. Auch bin ich sehr höfflich. Kann natürlich sein das ich deswegen auch etwas sensibler reagiere wenn ich das Gefühl habe, ein Verkäufer will mich für dumm verkaufen. Das mit den Frust an Kunden ablassen, stimmt leider auch. Dann breche ich meistens als Kunde das Gespräch aber ab und gehe.

      Das mit den bloß Fragen stellen zu einer Kamera habe ich auch schon erlebt, das der Verkäufer das nicht wollte. Antworten bekam ich keine und er wollte das merkte ich, wieder an seinen Computer um irgendwas zu machen. Richtig Interesse mir was zu verkaufen? Fehlanzeige.

      Genau und das habe ich auch erlebt, das mir doch wirklich ein Verkäufer gesagt hat, als ich nach einer CD fragte, das ich dieses doch bei Amazon bestellen soll. Da möchte man den Einzelhandel unterstützen und wird an den Computer geschickt. Kein Umsatz für den Laden, aber Amazon freut sich natürlich.

      Und zu meinen Telefonanbieter? Da kann ich Sachen erzählen.

      Lieferservice? Auch hier hätte ich noch Dinge zu sagen, die irgendwie oft Schief laufen.

      Auch hier Servicewüste Deutschland.

      Grins.

      Grüße
      Kydrian.
    • Hallo Kydrian,

      freut mich dass die Vorschläge dir gut gefallen :)

      Ich denke es ist gar nicht seltsam, dass du die Ignoranz im gesamten Kundenservice so wahrnimmst. Vielleicht gerade weil du auch in dem Bereich arbeitest, und es selbst anders versuchst.
      Mein Bruder arbeitet auch in dem Bereich, und tatsächlich gibt es wohl beides - Mitarbeiter die ihren Frust an Kunden auslassen, aber auch Kunden die ihren Frust an Mitarbeitern auslassen. Das Miteinander scheint dann häufig auf das nötigste reduziert, oder ganz umgangen..
      Aber was will man machen? Weiter freundlich bleiben und hin und wieder vielleicht auch ehrlich rückmelden was einen stört. Und wenn man nur ein/e Einzelne/n zum Umdenken bringt - ist das doch schon ein Erfolg.
      Nur nicht den Mut verlieren..

      LG
      Lichtsammlerin
      Überleben allein ist unzureichend
    • Ja du hast wieder recht. Leider gibt es auch oft Kunden die sich total daneben benehmen. Habe ich auch schon oft am eigenen Leib erfahren dürfen. Inclusive das mich ein Kunde minutenlang auf das schlimmste Beleidigte, nur weil ein Artikel nicht da war, den er haben wollte. Zum Glück sind es auch hier nur höchstens 1 bis 3 Prozent. Sonst sind eigentlich alle Kunden sehr nett. Wie man in den Wald hineinruft...

      Grüße
      Kydrian
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