Die Zeitmaschine

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    • Die Zeitmaschine

      Trebor dreht am Rad der Zeit, die Nächte werden gekürzt, die Tage werden geschnipselt, der Augenblick gestrichen und die Stunden verlieren ihre Bedeutung. Es werden noch einige Zähne des Sekundenrades, fein säuberlich, mit der Feile entfernt und der Anker wird gelöst.

      Er begutachtet mit zusammengekniffenen Augen sein Werk, als plötzlich der Augenblick aus der Maschine springt und schreit

      ich bin das Ultimative SEIN, mich kannst du nicht verbannen und er katapultiert sich mit einem eleganten Sprung auf den verblüfften Zeitrebell und reißt ihn auf den Boden der Realität.

      Trebor steht der Schrecken ins Gesicht geschrieben, weit aufgerissene Augen, ein offener Mund und eine heraushängende Zunge zeugen davon. Ehe er sich fassen konnte zog der Augenblick Trebor bei den Ohren, sein Mund nähert sich bedrohlich denselben und er flüstert

      hast du mich verstanden?

      Schweißperlen laufen Trebor über die Stirn und brennen in seinen Augen wie Feuer. Der Augenblick bläht sich auf und obwohl er von Natur aus klein und zierlich ist, kommt er Trebor unheimlich und bedrohlich vor. Als dieser noch mit der Zunge schnalzt und die Augen rollt, ist es mit der Fassung von Trebor vorbei. Er zittert am ganzen Körper, das Herz schlägt Purzelbäume und ein leises Krächzen entspring seiner Kehle, es versagte ihm die Stimme.

      In diesem Moment schießt der Anker wie eine Rakete durch den Raum, bleibt neben dem Augenblick stehen, klopft ihm auf die Schulter und meint

      ja mein Freund, diese Situation ist wirklich prekär, dieser Lausejunge ist sich sicher nicht bewusst, was er mit diesem Quatsch anrichtet. “Der Augenblick nickt zustimmend.

      Allmählich löst sich in Trebor die Spannung, die Augen werden schmal und sein triumphierender Blick lässt nichts Gutes erahnen. Die Hände sind verschränkt und die Finger klopfen herausfordernd auf seine ausgeprägten Bizeps. Sein Mund verzieht sich zu einem hämisches Grinsen, er genießt seine Rolle alsHerr der Zeit und sagt gelangweilt

      was wollt, oder besser gesagt, was könnt IHR unternehmen um mich zu stoppen und ein boshaftes Gelächter folgt seinen Worten.

      Ein dröhnendes Rattern, ein tosendes Zischen und in ein bombastisches Splittern lässt sein Gelächter jäh verstummen.

      Das Rad der Zeit läuft im Eiltempo vorwärts, seitwärts, rückwärts und in Achterschleifen. Trebor wird durch die Luft geschleudert, er wirbelt wie ein Kreisel über den Teppich, er rollt über den Tisch, er pfeift an der Decke von einer Ecke in die Andere. Kreidebleich ist sein Gesicht und sein Magen drückt ihm das Mittagessen in den Mund zurück.

      Der Augenblick und der Anker werden durch die Anziehungskraft geladener Sphären in das Rad der Zeit zurückkatapultiert, die Tage schaffen es, sich wieder zu vereinen, die Stunden erhalten ihre Bedeutung zurück, dadurch werden die Nächte wieder in die richtige Länge gezogen und ehe Trebor reagieren konnte, war im Rad der Zeit das effiziente Zeitmanagement wieder hergestellt.
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