Trost

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    • Gefühle - myriaden Tautropfen
      auf feinen und feinsten Fädchen
      gewebter Netze im Morgenlicht.
      Das Leben zerreißt Faden um
      Fädchen, Tau tropft vom Netz
      wie Tränen.

      Geräubert das Netz, doch noch
      ziehen sich Fäden von hier nach dort.
      Der Räuber ist lange fort.
      Spinne webt Tag und Nacht,
      zieht neu Faden um Faden,
      ein neuer Tag erwacht,
      myriaden Tropfen
      Tau funkeln.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Birke ()

    • Hallo Birke,

      dein Gedicht 'Trost' gefällt mir.

      Das LI beobachtet, wie ein taubenetztes Spinnennetz sich langsam auflöst. Doch die Spinne baut, wie so oft, einfach ein neues Netz.
      Diese immer wiederkehrende Arbeit, diese Sisyphosarbeit, lässt sich unschwer auf das menschliche Leben übertragen ...

      Geräubert das Netz, doch noch
      ziehen Fäden von hier nach dort.
      Hier kann ich mir nicht so recht vorstellen, wer das Netz 'geräubert' hat? Und die 'ziehenden Fäden' lesen sich ein wenig so, als ob die Fäden auf Wanderschaft wären und herumziehen. Vielleicht wäre hier 'ziehen sich Fäden' treffender?

      Birke, ich habe dein Gedicht gern gelesen.

      LG
      Berthold
    • Hallo Berhold,

      vielen Dank für Deine Anmerkungen.
      Ja, "ziehen sich Fäden" wäre besser. Ich ändere das.

      Geschrieben habe ich das Gedicht, als ich aufgrund eines Traumas Schizophrenie bekommen hatte. Den Räuber oder Täter näher zu benennen wollte ich nicht. Wichtig war mir, dass von meiner Persönlichkeit noch etwas übrig ist und das ich gesund werden will. Zum Glück ist es auch so gekommen.

      Es freut mich, dass Du das Gedicht gern gelesen hast.

      Viele Grüße,
      Birke
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