Frühjahrsexplosion

    • Kritik erwünscht

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    • Frühjahrsexplosion

      Frühjahrsexplosion”
      [S.K. - 04.03.2019]

      Der Vögel Gezwitscher beruhigend
      man hört ´gar Wasser sprießen
      der Jäger im Grase lugend
      eine Stille wahrhaft zum Genießen.

      Der Duft von wachsendem Grase
      man riecht ´gar Wasser fließen
      Düfte vom Frühling in der Nase
      zarte Regen die Blumen gießen.

      Der Wind seine Früchte am Tragen
      man sieht ´gar die Pollen fliegen
      der Fuchs den Has´am Jagen
      der Frühling wird bald siegen.

      Die Knospen sprießen zu Blüten
      wirklich kaum mehr zu hören
      die Hirten Schafe zu hüten
      der Frühling lässt nicht stören.

      Überall entspringt das Leben
      kaum hörbar, kaum zu sehen
      der Frühling hat viel zu geben
      so sicher wie Winde wehen.
    • Hallo Pimp-G.aka dunuubdu,

      dein Gedicht 'Frühjahrsexplosion' ist m.E. ein Problembär.
      Positiv ist mir aufgefallen: Die Reime passen gut (mal abgesehen von
      beruhigend / lugend) und die Bildmotive, die du ausgesucht hast,
      gefallen mir.

      Die zweiten Verse deiner Strophen betrachten in wiederkehrender Form
      'sinnliche' Wahrnehmungen:
      man hört ´gar Wasser sprießen
      (Okay. Originelles Bild)
      man riecht ´gar Wasser fließen
      ( Hm. :gruebel: )
      man sieht ´gar die Pollen fliegen
      (M.E. recht blass.)
      wirklich kaum mehr zu hören
      (Eine Bekräftigungsformel und ein schwacher akustischer Reiz)
      kaum hörbar, kaum zu sehen
      (Eine Wiederholung und ein schwacher optischer Reiz)

      Einzig erkennbar ist hier für mich, dass du sinnlich wahrnehmbare
      Ereignisse mit Sinnesorganen koppelst ohne Bezug auf deren ureigenste
      Fähigkeiten. Gut, diese Verwirrung der Wahrnehmungen mag der
      Frühlingsexplosion geschuldet sein, aber überzeugend ist dieses
      fröhliche Durcheinander m.E. nicht. Auch sehe ich in der Abfolge dieser
      Verse keine Logik, Entwicklung o.ä. Auf mich wirkt all das eher
      zufällig, willkürlich, spontan ...

      In den Strophen zwei bis fünf thematisierst du den Frühling jeweils
      konkret:
      Düfte vom Frühling in der Nase
      der Frühling wird bald siegen.
      der Frühling lässt nicht stören.
      der Frühling hat viel zu geben
      Diese Verse zeichnen kaum oder keine Bilder. Ihr Informationsgehalt ist
      teilweise gering. Sie bleiben abstrakt und allgemein in ihrer Aussage
      und kommen m.E. Floskeln sehr nahe.

      Ich glaube, was ich hier lese, ist eine gute Idee für ein Gedicht.
      Dafür: Daumen hoch. :thumbup: Was ich mir nun wünschte, ist, dass du ein gewisses
      Quantum an Arbeit in diese Idee investierst und aus ihr ein gutes
      Gedicht machst. Talent und Engagement hierfür sehe ich bei dir.

      Mein Kommentar bezieht sich ausschließlich auf dein Gedicht; nichts ist
      böse gemeint. Mein Wunsch ist es, zur Entwicklung deines Gedichtes
      beizutragen.

      LG
      Berthold
      Ein großes Stück vom kleinen Kuchen -
      mehr ist es nicht wonach wir suchen.
    • Naja immerhin hast Du eine ausführliche Kritik dargelegt, das hilft mir schonmal ein wenig Deine Sicht zu verstehen.

      Warum Du bei "Man riecht gar Wasser fließen" leicht wirkst als wüsstest Du damit nichts anzufangen ist mir noch unklar. Schließlich riecht man fließendes Wasser eigentlich ziemlich gut, also ich zumindest ;) . Ich meine man kennt das vielleicht, dass ein Fluss anders riecht als Regen. Ähnlich unklar ist mir warum die fliegenden Pollen blass seien sollen. Denn je nach Polle oder Baum oder Blume sieht man sie entweder direkt fliegen oder eben bei den Allergikern :P

      Zu dem "Spontanen"
      Tatsächlich ist es spontan entstanden im Moment der Wahrnehmung und dadurch wollte ich das auch unterstreichen, indem ich etwas "Unordnung" hinein bringe weil man, "wenn man so durch die Gegend fährt" erstmal an Menschen und erbautem vorbei schauen muss um die Eindrücke gewinnen zu können.

      Zu den "Floskel"
      JA es möge wie Floskeln erscheinen, aber geht man von der Situation aus man hat den Winter nun lange genug erlebt und erkennt die ersten Anzeichen des Frühlings, dann keimt eben der geringe Informationsgehalt als erblühende Hoffnung auf. Ich weiß ich hätte dieses Gefühl deutlicher in die Strophe packen können, aber das hätte vielleicht auch ein Gefühl vorgegeben, welches ein Leser in einer solchen Situation nicht haben muss. Aber für eine Sache musste ich mich in dem kreativen Prozess der eben spontan war entscheiden.

      "Quantum an Arbeit"
      Wenn ich ein Gedicht schreibe kann es verschiedene Ursachen und Intentionen haben, aber oft, wenn ein Gedicht spontan entsteht und etwas so festhalten soll wie es wirkte, dann frage ich mich oft wie sinnvoll es ist aus dem Gedicht ein "Plangedicht" zu machen. Ich schreibe auch häufiger Plangedichte, die ich beim wiederholten lesen und erfahren von Kritik immer wieder verändere. Aber einige Gedichte begründen sich eher in ihrer Entstehungsart als in ihrer Zielsetzung oder Aussage. Versteht man circa was ich meine?

      Eigene Regeln:
      Besonders bei Dingen die aus sich selbst heraus entstehen denke ich oft es sollte nicht nach Regeln folgen , sondern dem Gedanken oder der Intention, also eine eigene Entfaltung entwickeln, ich weiß das ist in gewisser weise Neuland für viele, auch für mich ein wenig, aber gerade weil ich die Sprache und die Lyrik liebe denke ich dass das Spiel keinen Regeln folgen muss, denn Regeln sind ganz grob "subjektiv und willkürlich gesetzte Grenzen". Wie gesagt ich schreibe auch andere Gedichte.

      Auch wenn ich dieses Gedicht vielleicht nicht umschreiben werde, wäre es schön, wenn Du magst, wenn Du mich ein paar Alternativen hören lassen könntest, wie sie vielleicht besser in Deine Vorstellung passen würden. LG
    • Achso, vielleicht hätte ich noch was zum Aufbau sagen können:
      1. Strophe = idyllische Stille die leise Geräusche birgt. (1.Eindruck)
      2. Strophe = Man sieht noch nichts aber atmet tief ein und riecht. (2.Eindruck)
      3. Strophe = Nun sieht man auch was man erahnte (hörte und roch - 3. Eindruck)
      4. Strophe = erste "Zusammenfassung" des Gesamteindrucks aus Betrachtersicht (Gehirn verarbeitet Wahrnehmung, assoziiert - 4. Eindruck)
      5. Strophe = Vereinigung von Wahrnehmung und Denken = Erkennen (5.Eindruck)
    • Hallo Pimp-G.aka dunuubdu,

      auf ein paar Punkte aus deiner Antwort gehe ich noch einmal ein. Danach
      werde ich mich aus umfangreicheren Diskussionen ausklinken. Mein Tipp:
      Lies Gedichte, schreibe Gedichte, kommentiere Gedichte ...

      Warum Du bei "Man riecht gar Wasser fließen" leicht wirkst als wüsstest
      Du damit nichts anzufangen ist mir noch unklar.
      Fließen ist ein Vorgang, substanzlos und m.W. geruchsneutral. So wie
      du diesen Vers formuliert hast, suggerierst du, es wäre möglich das
      Fließen zu riechen ... Für meinen Geschmack ist das einfach ein Zuviel
      an: Verwirrung der (Frühlings-)Gefühle. ('Ich rieche das fließende Wasser'
      wäre m.E. grammatikalisch okay.)

      Ich weiß ich hätte dieses Gefühl deutlicher in die Strophe packen
      können, aber das hätte vielleicht auch ein Gefühl vorgegeben, welches
      ein Leser in einer solchen Situation nicht haben muss. Aber für eine
      Sache musste ich mich in dem kreativen Prozess der eben spontan war
      entscheiden.
      Du willst vermeiden ein 'Gefühl vorzugeben'?
      Damit wirst du m.E. zum (möglichst) neutralen Beobachter, der diverse
      Sachverhalte, Prozesse, Objekte etc. so sachlich wie möglich beschreibt.
      Klar, das kannst du machen. Aber ein Frühlingsgedicht kühl, sachlich,
      analytisch, ohne jegliche Emotionen ...? Üblicherweise machen m.E. gerade
      die subjektiven Empfindungen des Verfassers das Wesen eines Gedichtes
      aus. Dann habe ich als Leser die Möglichkeit, meine Empfindungen mit des
      LIs Empfindungen abzugleichen ...

      Aber einige Gedichte begründen sich eher in ihrer Entstehungsart als in
      ihrer Zielsetzung oder Aussage. Versteht man circa was ich meine?
      Ich verstehe was du meinst und respektiere deine Herangehensweise. Ich
      selbst glaube nicht an diese Theorie: Ein Gedicht, das sich allein in
      der Art und Weise der Entstehung begründet ... Sorry, da klink ich mich
      aus. (Das Wissen um die Entstehung eines Gedichtes kann durchaus ein
      fundamental wichtiger Aspekt des Zugangs zu, des Verständnisses für ein
      Gedicht sein - aber eben nur ein Aspekt. Zum Beispiel hat Bonhoeffer
      sehr schöne emotionale Gedichte geschrieben, als er im Gefängnis saß,
      den nahen Tod vor Augen ...)

      denke ich oft es sollte nicht nach Regeln folgen , sondern dem Gedanken
      oder der Intention,
      ... und doch besteht dein Gedicht aus fünf Strophen zu je vier Versen,
      gereimt. Diesen Regeln bist du erkennbar gefolgt. - Ich geb mal kurz das
      Orakel: Im Laufe der Jahre wirst du feststellen, dass es so ganz ohne
      Regeln nun mal nicht geht.

      Auch wenn ich dieses Gedicht vielleicht nicht umschreiben werde, wäre es
      schön, wenn Du magst, wenn Du mich ein paar Alternativen hören lassen
      könntest, wie sie vielleicht besser in Deine Vorstellung passen würden.
      An deinem Gedicht schraube ich nicht herum (das ist viel Arbeit, die so
      wie du selbst schreibst, nutzlos wäre, da du dein Gedicht mutmaßlich
      nicht umschreiben wirst und es zudem dann nicht mehr dein Gedicht wäre).
      Wenn du wissen möchtest, wie ich beim Gedichte schreiben ticke, kannst
      du hier im Forum nachsehen und 'meine Alternativen' lesen.

      Mein Credo: Ein Gedicht besteht aus zehn Prozent Inspiration und neunzig
      Prozent Transpiration.

      Pimp-G.aka dunuubdu, wie spontan oder reflektiert, wie regelkonform oder
      nonkonformistisch, neutral oder emotional deine Gedichte auch sein mögen
      - ich wünsche dir weiterhin viel Freude beim Schreiben.

      LG
      Berthold
      Ein großes Stück vom kleinen Kuchen -
      mehr ist es nicht wonach wir suchen.
    • Zu lustig, wie jeder hier prädestinierter Deutsch-Lehrer wäre...

      Allen Erwartungen gerecht geworden.

      Nur eigene Vorstellungen haben allgemeine Gültigkeit. Andere Vorstellungen gelten nicht.

      Deutsch-Lehrer sind Profis. Sie orientieren sich oft an allgemein gültige Interpretation, manchmal setzen sie ihre eigene über die allgemein gültige. Gelingt dem Schüler eine entsprechende Interpretation nicht, oder ein Gedicht nach seinen Vorstellungen, so ist es das Versagen des Schülers. Der Schüler kann dann noch verkrampft oder verzweifelt versuchen seine Sicht zu erläutern. Aber da die wenigsten Deutsch-Lehrer wie Menschen genug Empathie und Phantasie mitbringen, ist der Versuch meist zum Scheitern verurteilt. Zum Glück haben wir hier genug Leute, die genau wissen wie etwas sein muss, darf oder kann. Zum Glück haben wir hier Profis die festlegen können an welchen Stellen ein Gedicht einhalten muss und welche nicht. Und wehe jemandem der hier nicht "0815-Standards" teilt, weil ihm das zu langweilig, vielleicht auch zu sehr Einheitsbrei ist...Nein nein, keine Chance! Nicht willkommen! Niemals versuchen etwas anders oder neues anzubieten von dem ihr nicht wisst dass es den Meinungen der Hohen Weisen entspricht.

      Denn sie haben viel dazu gelernt, von denen die nie verstanden, warum andere willkürlich Regeln festlegen zu denen die nun Profis darin sind willkürliche Regeln festzulegen. Mag armselig klingen, mag armselig sein, aber unter Strich ist es nur menschlich.
    • Ein paar schöne Dinge zum Wasser von Goethe und Co.
      lerncafe.de/static_pages/lernc…d=426&Itemid=604.php.html

      Aber mein Wasser darf das nicht ;)

      Ach und zu den Experimente, was Goethe darf, aber ich Wicht nicht!

      lernhelfer.de/schuelerlexikon/…ikel/geschichte-der-lyrik

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Pimp-G. aka dunuubdu () aus folgendem Grund: Ergänzung

    • wie erkennt man nun einen lyrischen Text, wenn er nicht unbedingt Regeln folgt?


      Methode


      Einen lyrischen Text erkennst du an folgenden Punkten:
      • der Text benutzt viele Bilder, um Gegebenheiten und Empfindungen auszudrücken
      • der Text lässt einen breiten Spielraum für Assoziationen und Interpretationen
      • der Text ist in Verse geteilt
      • der Text klingt beim Vorlesen häufig rhythmisch
      [Quelle: studienkreis.de/deutsch/lyrik-literarische-gattung/]
    • Hallo Pimp-G,
      deine Einstellung "Ich bin der arme Kreative, den keiner würdigt", kannst du gern stecken lassen, auch die Argumentation, was Goethe durfte darf ich auch, denn dazu fehlt Dir wohl die Inspiration. Das Deutschlehrer selten gute Dichter sind unterschreibe ich gern, aber das liegt daran, dass Regelkenntnis allein nicht alles ist. Sich Hinzustellen und zu sagen, ich pfeife auf die Vorgaben ist manchmal ein guter Ansatz, aber noch lange kein Grund zu glauben, dass das was dabei herauskommt gute Lyrik ist.
      Anstatt froh zu sein, dass Dir Berthold konstruktive Tipps gibt, findest Du das "lustig."
      Ich finde es überheblich und armselig vor allem wenn man es im Vergleich sieht, was Du hier so ablieferst.
      Ich wünsche Dir trotzdem viel Erfolg bei was und wie auch immer.
      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Was verstehst Du von meiner Vorstellung von konstruktiver Kritik?

      Für mich ist konstruktive Kritik kein Abgleich mit eigenen Erwartungen, Vorstellungen und Regeln, gewiss nicht, das nenne ich lediglich Positionierung.

      Und nur weil ich gegen diese Art von Kritik eine kritische Stimmer erhebe hat es nichts damit zu tun, was ich oder meine Gedichte sein wollen, können oder dürfen. Es hat auch nichts damit zu tun, ob ich diese Kritik in meiner Arbeit berücksichtige oder nicht.
      Ich mache lediglich auf den Missstand von tatsächlich konstruktiver Kritik aufmerksam. Zudem bringt es mir nichts wenn ich das Teile was diesen Erwartungen usw. entspricht. Davon gibt es schon so viel. Zudem weiß ich eventuell, wann ein Gedicht Regeln hat, wann nicht, wann ein Gedicht klingt und wann nicht, wie auch alle anderen Gedichte. Wenn man also kritisch erwähnt, was ich schon weiß ist das nicht sehr konstruktiv.

      Versucht man tatsächlich einfach mal ernst zu nehmen, was ich schreibe, anstatt zu beurteilen ob ich mich aufrege, oder etwas nicht weiß oder etwas nicht einsehe. Darum geht es doch überhaupt nicht. Man muss doch nicht immer Mauern aufbauen, man könnte doch einfach versuchen auch das was einen fremd ist zu verstehen, dahinter verbirgt sich doch ein gutes menschliches Prinzip, welches doch nicht so verkehrt sein kann. Gerade Lyriker oder auch nur Interessenten für Lyrik sollten meiner Ansicht nach gerade in der Lage sein eine solche Grundeinstellung mitzubringen.

      Ich habe nichts dagegen, wenn man mir sagt was gut und was nicht gut ist, was verständlich und was nicht, oder wie sehr es eurer subjektiven Vorstellung von Lyrik entspricht oder nicht.

      Aber ich erhoffe mir einfach mehr, dass man auch das fremde versucht in seinem Wesen zu verstehen, dass man vielleicht bemüht ist den fremden Rhythmus zu lesen und dass man vielleicht versucht es mit etwas für sich Bekanntes zu verbinden. Wenn man mir sagen kann wie und warum das teilw (nicht) geklappt hat, hilft mir das einfach mehr.

      Es ist doch nicht so schwierig geschriebenem Wort mehr Toleranz entgegen zu bringen.

      Liebe Grüße.
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