Nach dem Krieg

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    • Nach dem Krieg

      Nach dem Krieg um sechs möchten wir uns wieder seh´n!
      Nach dem Krieg, wenn endlich wieder Frieden wird herrschen.
      Jeden Abend möcht ich warten, um sechs, beim alten Wirt am Marktplatz.
      Dort werden wir uns besaufen, um zu feiern dass wir noch am Leben sind.
      Eine Woche lang, jeden Abend, wollen wir trinken auf den Umstand, dass es uns nicht zerrissen hat fürs Vaterland.
      Lachen möchten wir, und feiern!
      Weinen werden wir, und trinken!
      Weinen, um zu beklagen die Kameraden die draußen geblieben sind im Felde.
      Weinen, um das viele Blut das vergossen wurde, hüben wie drüben;
      um all die Toten und deren Mütter die vergeblich darauf warten, dass ihre Söhne heimkehren, und um all die Verstümmelten die nicht mehr zurück können in ihr altes Leben.
      Und wenn wir dann genug geweint und gesoffen haben, möchten wir nach Hause geh´n, um unsre Frauen zu beglücken.
      Vielleicht entwächst dann dieser lieben Stund´ ein Knabe.
      Und wenn die Jahre erst vergangen sind und aus dem Knab ein Kerl geworden ist, werden sie sich freuen, die Mächtigen,
      über ihren neuen strammen Soldaten, für einen kommenden neuen Krieg.


      Zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs, am 11.11.1918.
      - In Anlehnung an die Geschichte des braven Soldaten Schwejk, von Jaroslav Hašek.
    • joschik66 schrieb:

      Und wenn die Jahre erst vergangen sind und aus dem Knab ein Kerl geworden ist, werden sie sich freuen, die Mächtigen,
      über ihren neuen strammen Soldaten, für einen kommenden neuen Krieg.

      Mir hat kürzlich mal jemand gesagt, Kriege seien reine Verschwendung und haben keine Zukunft. Denn man kann die Welt auch einfach kaufen, dass wäre viel billiger und alle würden sich gut dabei fühlen.
      Und nach reiflicher Überlegung glaube ich, darauf wird es am Ende hinauslaufen. Derzeit werden weltweit die Kontrollinstrument dafür installiert, oder die Menschen tun es freiwillig, indem sie digitale Gadgets kaufen und ihre Daten preisgeben.
      Nationalstaaten werde keine Zukunft haben, aber es wird ganz anders laufen, als es sich jene Politiker erträumen, die diese One World Philosophie propagieren.
      Denn im Prinzip ist die europäische Variante, dieser Überlegungen ja auch nur, einen Superstaat zu errichten. Dies wird aber scheitern, denn der Euro wird jetzt schon künstlich am Leben erhalten. Irgendwann wird das schöne Kartenhaus, von Draghi und Co. einstürzen und dann wird es richtig spannend.
      Letztlich wird wahrscheinlich das passieren, was uns diverse Zukunftsdystopien schon hundert Mal gezeigt haben. Mächtige Konzerne, die die Welt regieren, aufgestiegen auf dem Rücken der ausgehöhlten Demokratien und Gesetzen, die von Politikern geschaffen wurden, "mit den besten Absichten".
      Dabei ist es jetzt schon so, dass ihnen die Ideen dazu häufig von Lobbyisten eingeflüstert werden, die im Dienst der wirklichen Eliten stehen, die längst global agieren.

      Krieg wird es wahrscheinlich trotzdem geben, aber ich denke eher in der Umbruchphase. Danach ist es sowieso egal und es wird sich auf kleine hoch spezialisierte Einheiten beschränken, wie das High Tech Länder jetzt schon handhaben.
      Wirklich große Schlachten, mit vielen Menschen, gibt es doch jetzt schon nur noch in den Entwicklungsländern.
      Dafür beobachte ich hier zunehmend eine, meiner Ansicht nach gelenkte, Spaltung der Gesellschaft, die gezielt in verschiedene Gruppen eingeteilt wird, indem man ihnen verschiedene Ziele und Feindbilder an die Hand gibt.
      So zerstrittene Gruppen lassen sich leicht lenken, gegeneinander aufhetzen und da regieren, da kein Zusammenhalt mehr besteht. Kurzum: Divide et impera.
      Die Kriege der Zukunft werden andere sein und man kann dem eigentlich nur noch mit Bildung begegnen. Aber Menschen die all das durchschauen, aufzeigen und etwas dagegen unternehmen möchten, werden weniger.
      Und man grenzt sie sehr geschickt aus, rechts wie links.

      Diese Gedanken kamen mir beim Lesen Deiner kleinen Geschichte, denn ich kenne den Film dazu.
      Und auch wenn die Kriege damals nicht weniger blutig gewesen sind, oder Leid verursachten. so war es doch eine unschuldige Zeit, die direkt naiv wirkt, im Gegensatz zu heute.

      Gerne hier mitgedacht und mitgelesen.
      Liebe Grüße Yue
      She is the gold at the end of the rainbow
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