Sternengeflüster

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    • Sternengeflüster

      Sterne wandern glühend durch die Zeit
      Die blaue Erde strömt voll Kraft und Leben
      Ich blicke auf – in die Vergangenheit
      Es wird wohl kein Gewitter geben

      Die blaue Erde strömt voll Kraft und Leben
      Verborgen fließt die Zeit - zerrinnt
      Es wird wohl kein Gewitter geben
      Ich stehe klein und fragend wie ein Kind

      Verborgen fließt die Zeit - zerrinnt
      Dunkelheit befeuert tiefe Träume
      Ich stehe klein und fragend wie ein Kind
      Nebel steigen über hohe Bäume

      Dunkelheit befeuert tiefe Träume
      Ich blicke auf – in die Vergangenheit
      Nebel steigen über hohe Bäume
      Sterne wandern glühend durch die Zeit
    • Hallo Berthold,
      mir gefällt dein Pantun sehr.
      Ich mag diese Gedichtsform, da sie, richtig angewandt, in der Lage ist, Stimmungen zu vertiefen und zu intensivieren.
      Das Universum, vor allem nachts, wenn es sichtbar über uns liegt, regt immer wieder dazu an, die erhabenen Gefühle, die uns dabei ereilen, festzuhalten.

      Ich gehe davon aus, das Li steht nachts unter dem Sternenhimmel. Was ist mit dem Gewitter gemeint? Schaut das Li in den Himmel, weil es ein Gewitter erwartet und es kommen ihm dabei diese Gedanken um das Große Ganze?

      Wenn es der nächtliche Sternenhimmel ist, bringt mich die " blaue Erde" ,die mich wieder in den Tag zurückversetzt und das Gewitter ( was es zwar auch nachts gibt) wieder etwas aus der mystischen Stimmung, in die mich dein Gedicht versetzt.
      Aber vielleicht lese ich es nur falsch.

      Habe dein Pantun mit Genuss gelesen.

      Sonnige Grüße
      Wilde Rose
    • Hallo Berthold,


      hier kann ich mich betten wie in einen Taizé -Gesang .... die Zeilen vor sich hinsprechend mit diesen vielen Wohlklängen hat etwas magisches! Ich habe noch nie ein Pantun geschrieben, entdecke aber immer mehr, wie eingängig es durch die Wiederholungen in den Versen wirkt ... mit Deinem schönen Pantun machst Du mir Lust es auch einmal zu probieren ....

      Als Menschenkind vor dieser unglaublichen Erden-Universumkulisse zu stehen, macht staunend und ehrfürchtig. Das Leben hier braucht Vertrauen in das Große Ganze und ein Gewitter soll uns nicht bange machen ... es wird schon nicht so schlimm werden ....

      Wunderschön, je öfter ich es lese!

      LG

      Zaubersee
      Ich bin leuchtend - wie ein Glühwürmchen aus Liebe - in einer Winternacht - auf der Suche nach meiner Herde - einen Sonnenteppich unter den Füssen - ein Herz aus Traumblut - und Schwingen aus Licht - Aus: Silhouetten - 8/8
    • Hallo Wilde Rose,

      freut mich sehr, dass du mein Gedicht mit Genuss gelesen hast. :saint:


      Ich schildere dir meine Gedanken zu deinen Bedenken, Fragen etc.

      Was ist mit dem Gewitter gemeint? Schaut das Li in den Himmel, weil es
      ein Gewitter erwartet und es kommen ihm dabei diese Gedanken um das Große
      Ganze?
      Möglich wäre das schon. Ich selbst habe es mir eher umgekehrt
      vorgestellt: Das LI betrachtet den Nachthimmel, seine Gedanken gehen auf
      Wanderschaft: Millionen von Sonnen und Sonnensystemen leuchten dort oben,
      schwer fassbare Distanzen liegen zwischen ihnen und dem LI, die Fragen
      nach dem Woher, dem Wohin tauchen auf ... Und damit mir das LI und seine
      Gedanken nicht in den unendlichen Tiefen des Raums verschwinden, ist dem
      plötzlich etwas recht Irdisches in den Sinn gekommen: Himmel, die Wäsche! Hängt
      die noch draußen? -- Es wird doch wohl keinen Regen geben ...
      Also einfach so ne Art Erdung / Anker.


      Wenn es der nächtliche Sternenhimmel ist, bringt mich die " blaue Erde"
      [...] wieder etwas aus der mystischen Stimmung
      Das kann ich gut nachvollziehen. Ich hatte auch die Sorge, dass mir das
      Gedicht ein wenig zu 'hell' geworden ist - und habe vorsorglich schon ein
      paar Lichter ausgeknipst (Sterne statt Sonnen).

      Wenn das LI dasteht und unseren blauen Planeten betrachtet, so sieht es
      nur einen winzigen Ausschnitt davon. Mein Ziel war es aber, dem beeindruckenden
      Sternenmeer unsere Erde in ihrer Gänze gegenüberzustellen; so wie man sie
      zum Beispiel aus dem Weltraum betrachten kann. Deshalb habe ich in diesem Fall
      das Licht brennen lassen ...


      Aber vielleicht lese ich es nur falsch.
      Nein, überhaupt nicht. Ein Richtig oder Falsch gibt es da m.E. nicht;
      lediglich verschiedene Lesweisen, Zugänge, Wahrnehmungen etc.

      Wilde Rose, ich sage Dankeschön für deinen sympathischen Kommentar.

      LG
      Berthold

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Berthold ()

    • Hallo Zaubersee,

      freut mich sehr, dass dich mein Gedicht so rundum anspricht und es gefällt. - Ich bewundere schon seit geraumer Zeit Wilde Roses Pantuns (auch die von Alces), diesen erhabenen und beruhigenden Klang samt der sich wiederholenden Bilder, und habe mich nun auch daran versucht ...

      machst Du mir Lust es auch einmal zu probieren ....
      Ich kann es dir nur empfehlen; ist eine schöne und spannende Bastelarbeit.

      Wunderschön, je öfter ich es lese!
      Dankeschön. :saint:

      Zaubersee, ich sage Danke für deinen wohlwollenden Kommentar.

      LG
      Berthold
    • Hallo Berthold,
      vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Nun ist alles klar. Dass das Li die Wäsche draußen vergessen hat, und dieses ihm beim Blick in den Weltenursprung heiß in den Kopf schießt ist eine durchaus reale Möglichkeit. Nun kann ich dein Pantun mit vollem Hintergrundwissen genießen.
      Sonnigen Sonntag wünscht dir
      Wilde Rose
      :D
    • Wunderschön!
      Ich bin ein riesiger Fan des Universums und mir gefällt die Analogie zu einem Kind. Denn man fühlt sich immer so klein, im Angesicht der Sterne.
      Wenn man bedenkt, dass manche davon schon verglüht sind, ihr Licht aber immer noch durch die unendlichen Weiten zu uns kommt und sich die Dimensionen vor Augen führt, wird einem schwindelig.
      Und wir sind alle letztlich nur der Staub von den Sternen, die uns erst leuchten, bevor sie dann in gewaltigen Explosionen vergehen und die Bausteine allen Lebens ins Universum schleudern.
      Wie klein und unbedeutend wird doch sind, mit all unseren Problemen, Träumen und Hoffnungen. Trotzdem bedeuten sie unsere Welt, während die Sterne, deren Kinder wir sind, abstrakt bleiben. Unerreichbar. Aber das ist ja auch das Schöne an ihnen.
      Trotzdem wurde uns die Gabe gegeben, all diese Dinge zu erforschen. Von Zeit zu Zeit haben wir alle sogar kleine Momente, wo wir kurz vor dem Begreifen sind, oder zumindest eine Ahnung haben, von den Kräften, die so viel größer sind als wir.

      Bei mir hast Du genau den Nerv dieser Überlegungen getroffen, die ich bisweilen anstelle.
      Ich darf nur nie zu lange darüber nachdenken, weil vieles eben für uns nicht erklärbar ist, was mich immer unbefriedigt zurücklässt.
      Selbst unsere genialsten Denker, von denen ich glaube, dass sie die wirklichen Eliten und Anführer sind, wie ein Stephen Hawking, vermögen es nicht.
      So tappen wir weiter durch die Dunkelheit. Aber irgendwie ist das ja auch ganz schön. Zumindest mir wird das nie langweilig.
      Auch wenn ich nicht an Gott glaube so doch zumindest, dass diesem gewaltigen Chaos irgendeine übergeordnete Logik innewohnt, denn der Zufälle sind es zu viele.

      Ich bedanke mich und was gern hier.
      LG Yue
      "Ein Leser hat`s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen."
      Tucholsky
    • Hallo Yue,

      freut mich, dass dir meine Verse gefallen und dich zu 'universalen'
      Gedanken angeregt haben.


      Yue schrieb:

      während die Sterne, deren Kinder wir sind, abstrakt bleiben.
      Unerreichbar. Aber das ist ja auch das Schöne an ihnen.
      'Kinder der Sterne', dieser Gedanke gefällt mir.

      Yue schrieb:

      Selbst unsere genialsten Denker, von denen ich glaube, dass sie die
      wirklichen Eliten und Anführer sind
      Ich wünsche mir, dass du recht hast.

      Yue schrieb:

      Auch wenn ich nicht an Gott glaube so doch zumindest, dass diesem
      gewaltigen Chaos irgendeine übergeordnete Logik innewohnt, denn der
      Zufälle sind es zu viele.
      'Zufall und Notwendigkeit' ... und die übergeordnete Logik, besitzt sie
      Geist, Moral, ...? :gruebel:

      Yue, ich danke für deinen kurzweiligen Kommentar.

      LG
      Berthold

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Berthold ()

    • Hallo Sternwanderer,

      freut mich sehr, dass meine Zeilen so ein positives, wohliges Gefühl bei dir erzeugen konnten; schön auch, dass du es mir schreibst.
      Das Bild, das du hier zeichnest erinnert mich spontan an die Schlussstrophe des Bonhoeffer-Gedichts 'Von guten Mächten ...'
      Danke für deinen Kommentar.

      LG
      Berthold
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