Von schwarzen Sternen und dem Nichtvergessen

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    • Von schwarzen Sternen und dem Nichtvergessen

      In den Regenasphalt
      legten sich Lichter
      leise Gesichter
      der Nacht - der Träume
      aus kahlen Zweigen
      fielen nassweite Räume
      und Wolken kuschten im Sturm
      ein Mondvogel schrie einen Namen vom Turm

      und im Auto fuhren mein Atem - mein Herz
      sie jagten sich schraubend himmelwärts
      vor tausend Jahren bist du fortgeflogen
      bonne nuit – Kapitän – wie leicht war das Leben
      wie rot hat vorher die Liebe gewogen

      aus dem Nebelwald
      schlichen sich Schatten
      folgten wie Ratten
      dem Schmerz – aus Jahren
      nach jenem Schreiben
      und als wir Kinder waren
      in unsren Sommern aus Licht
      da fürchteten wir schwarze Sterne noch nicht

      und im Auto fuhren mein Sterben – dein Tod
      einst sangen wir Meeren ins Abendrot
      vor tausend Jahren bist du fortgeflogen
      au revoir chéri – wie schön war das Leben
      wie weit war uns die Liebe gewogen.


      C. Zaubersee / 2016
      Ich bin leuchtend - wie ein Glühwürmchen aus Liebe - in einer Winternacht - auf der Suche nach meiner Herde - einen Sonnenteppich unter den Füssen - ein Herz aus Traumblut - und Schwingen aus Licht - Aus: Silhouetten - 8/8
    • Hallo Zaubersee,
      ich mag die fantasievollen Bilder, die hier einen Bogen von der tristen Gegenwart des LI in die Traumwelt vergangener Zeiten schlagen.
      Ein wenig bin ich am Autobild hängengeblieben, das vermutlich als Realitätsanker dienen soll, denn es will mir nicht so recht in die Fantasiewelt des LI passen, ist aber lediglich ein Detail am Rande. ;)
      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Hallo Zaubersee,

      dein Gedicht ist gefüllt mit beeindruckenden Bildern und einigen für mich
      schwer deutbaren Zeilen. Zwischen den Reimen befinden sich m.E. relativ
      viele Waise (ein Hinweis?), die aber den Fluss, die sanfte Melodie deines
      Werkes nicht stören. - Ein schöner, fast einlullender oder besänftigender
      Rhythmus ist so entstanden.

      Meine Gedanken zu deinem Gedicht - mit denen ich natürlich auch voll
      daneben liegen kann:

      Eine Autofahrt bei Nacht, es regnet und ein Mondvogel schreit. In diesem
      Kontext erinnert sich das LI an ein schmerzvolles Ereignis (jenes
      Schreiben), das einen schwarzen Stern aufgehen ließ ...

      Kursiv gedruckt:
      Das LI erinnert sich konkreter: an das Fortfliegen (den Tod) des LD,
      erinnert sich nun aber auch an die schönen Zeiten mit dem LD, sagt 'bonne
      nuit', sagt 'au revoir cheri' ...

      So wie ich es lese: ein düsteres und schönes Gedicht vom Abschied nehmen,
      loslassen können ...

      Mein Lieblingsbild:
      *einst sangen wir Meeren ins Abendrot


      Gern gelesen (und geknobelt)

      LG
      Berthold
    • Bonsoir Perry,


      herzlichen Dank für Deinen Kommentar ... für den zugegebener Weise , etwas rätselhaften Text. Ich freue mich, dass Dir der Text etwas gefallen konnte. Die Sache mit dem Auto hat Berthold schon herausgefunden: Das Lyri fährt in einer etwas rauen Nacht im Auto und die Gedanken kreisen um die alte Geschichte des Lyri und des LyrDu, die emotional doch sehr verankert ist. Die Phantasie findet während der Fahrt statt .

      Ganz liebe GRüße aus dem Norden


      Zaubersee
      Ich bin leuchtend - wie ein Glühwürmchen aus Liebe - in einer Winternacht - auf der Suche nach meiner Herde - einen Sonnenteppich unter den Füssen - ein Herz aus Traumblut - und Schwingen aus Licht - Aus: Silhouetten - 8/8
    • Bonsoir auch Berthold,


      wie bin ich überrascht, dass Du dem Text so gut auf die Spur gekommen bist. Du liegst überhaupt nicht daneben ... es ist wie Du es beschreibst. Wirklich schön zusammengefasst, auch mit Bezugnahme auf den Titel!

      Die Reim-Waisen sind nicht wirklich Waisen. Sie spiegeln sich auch zwischen den Strophen:

      Strophe 1 In den Regenasphalt
      Strophe 2 In dem Nebelwald
      ( hier fehlt allerdings eine Silbe )

      Strophe 1 aus kahlen Zweigen
      Strophe 2 nach jenem Schreiben
      ( der Reim nicht hunderpro sauber)

      Die anderen Reime sind jeweils in den Strophen zu finden

      Im Kursiven: Vor tausend Jahren bist du fortgeflogen ... wiederholt sich in den Strophen.

      Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit
      Liebe GRüße aus dem Norden

      Zaubersee
      Ich bin leuchtend - wie ein Glühwürmchen aus Liebe - in einer Winternacht - auf der Suche nach meiner Herde - einen Sonnenteppich unter den Füssen - ein Herz aus Traumblut - und Schwingen aus Licht - Aus: Silhouetten - 8/8
    • Hi Zaubersee,
      tolle bilder, haben mir sehr gefallen. allerdings stimmt die metrik nicht so ganz. daran sollte man vielleicht noch arbeiten, um den text von gut nach sehr gut zu bekommen - wenn man es will, denn man muß es hier nicht unbedingt.
      im letzten vers würde ich das "weit" durch "sehr" ersetzen. der bezug zur länge einer fahrstrecke ist hier nicht schlagend. das "sehr" paßt einfach besser.
      lg W.
      Motto: "Gelegenheit.Macht.Dichtung"
      (c) Walther - Abdruck/Verwendung gegen vorherige Freigabe durch mich durchaus erwünscht!
      www.zugetextet.com
    • Guten Morgen Walther,

      Du auch hier .... :) das ist ja toll ... seit ich auf Poesiepfaden unterwegs bin stelle ich fest, dass wir alle in einem Städtchen wohnen, und treffe viele mir bekannte Schreiber in unterschiedlichen Straßen und Gebäuden der Poetenstadt wieder. Jetzt also in der Poeten WG ... Perry kenne ich hier auch schon ...

      Zu Deinem Kommentar; doch, ich wäre daran interessiert hier die Metrik zu verbessern. Ich scheue mich manchmal davor, weil ich denke, dass ich viele Kompromisse eingehen muss und damit das Ursprüngliche des Textes zerstöre. Aber mit Dir ist mir das ja auch schon so manches Mal in "Gut" gelungen... ich schau in jedem Fall drüber.

      Weit gegen sehr eintauschen; klingt natürlich sprachlich viel vertrauter. Und ist mir auch nicht wirklich unangenehm. Mit "Weit" wollte ich mehr aussagen, als ich es mir mit sehr hätte denken können. Wie sehr sagt ja: wie stark, wie besonders ... mit weit meinte ich, wie sehr tief, wie fast unendlich, wie in andere Welten führend ( in die große Weite ).... ich weiß aber auch, dass ich manchmal zu viel will ..... ich überdenke es in jedem Fall. Vielen Dank erneut für Dein Interesse an meinem Text und herzliche Grüße aus dem wahren Norden.
      Zaubersee
      Ich bin leuchtend - wie ein Glühwürmchen aus Liebe - in einer Winternacht - auf der Suche nach meiner Herde - einen Sonnenteppich unter den Füssen - ein Herz aus Traumblut - und Schwingen aus Licht - Aus: Silhouetten - 8/8
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