Von Sinnen - ein Frühlingsgedicht

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    • Von Sinnen - ein Frühlingsgedicht

      Vergangene Nacht
      zwischen letztem Eis
      hat flüsterleis'
      die Scholle gekracht

      In der taumilden Luft
      voller Strecken und Dehnen
      erwachendem Sehnen -
      schwingt wohliger Duft

      Dann hör' ich ein Läuten
      ganz nah, und seh':
      Das Glöckchen im Schnee
      Der Winter beginnt sich zu häuten
    • Hallo Berthold!

      Also dieser wunderschöne Frühlingsgruß spricht mich total an;
      Wie eine Symphonie kommt es daher; Leichtfüßig im Lesefluss.. einfach nur wunderschön;

      Bezaubernd finde ich auch das Schneeglöckchen am Ende .. das Quasi den Frühling einläutet..

      Du hast mit deinen Zeilen meinen Nerv getroffen.. danke dir dafür;

      Sehr, sehr gerne gelesen und kommentiert;

      mfg. Behutsalem
      ©Behutsalem
      Ohne Poesie wäre das Leben ein Irrtum!
    • Hallo Bertold,

      mir gefällt hier besonders, dass Du dem "üblichen" Frühlings-Schneeglöckchenläuten auch ein paar Facetten beigefügt hast wie
      - "die Scholle gekracht",
      die auch eine kleine Reminiszenz an Theodor Creizenachs Gedicht "Eisgang bei Nacht" sein könnte, indem er die Scholle
      gleich zweimal krachen lässt. ;) .
      - "Der Winter beginnt sich zu häuten",
      stellt auch einen gelungen Kontrast dar.

      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Perry ()

    • Hallo Behutsalem,

      vielen Dank für deinen emotionalen Kommentar; freut mich sehr, dass dir mein Gedicht gefällt und es dich anspricht.
      Die Zeit nach dem Einstellen eines Gedichtes ist immer wieder spannend: liest es jemand, kommentiert es jemand, gefällt es jemandem ...
      Wenn dann so ein Kommentar wie der deine auftaucht, empfinde ich Erleichterung und Freude.

      Bin schon neugierig auf deine Gedichte.

      LG
      Berthold
    • Hallo Perry,

      danke für deinen Kommentar. Freut mich, dass du positive Facetten in meinem Gedicht entdeckt hast.

      Das Gedicht 'Eisgang bei Nacht' habe ich gesucht, gefunden und gelesen; trotz dem antiken Schriftbild. ;)
      In Creizenachs Gedicht kracht wohl eine Eisscholle. Auch mein Gedicht lässt sich so lesen. Gedacht hatte ich allerdings an Mutter Erde, die sich öffnet und Platz für Neues schafft ...

      Bei meinem Schlussbild war ich mir nicht sicher, ob es funktioniert. Umso schöner, dass du es als 'gelungen' einschätzt.

      LG
      Berthold
    • Hallo Berthold,

      was soll ich noch schreiben, meine vorherigen Kommentatoren haben schon so ziemlich alles an Schönem geschrieben und dein zauberhaftes Gedicht gewürdigt.
      Ich liebeeeeeeeeeeeeee Schneeglöckchen, sind es doch die ersten Februar Frühlingsblumen die unser Winterherz erfeuen.

      Sehr gerne gelesen.
      Carry mit lieben Grüßen.
      Ein Leben ohne Fantasie ist möglich
      aber echt langweilig.
      C.M.

      Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
      Blaise Pascal

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Carry ()

    • Hallo Berthold,
      ich habe deine gefühlvollen Gedichte so vermisst. Aber nun gibt's ja vielleicht wieder das ein oder andere.
      Dieses hier ist wieder genau eins der Sorte Berthold. Es lässt in mir ein so frohes Bild entstehen, ein Neubeginn nach langem Erstarren. Der Frühling kündigt sich an mit dem Durchbrechen des Schneeglöckchens durch die noch gefrorenen Erdschollen.
      Dein Gedicht gefällt mir sehr gut.

      Bei dem Wort Scholle war ich auch erst auf dem falschen Gedankenweg. Weil kurz zuvor von letztem Eis die Rede war, kam ich automatisch auf Eisscholle und war ein wenig irritiert. Aber du meinst Erdscholle, das passt.

      Freudige Grüße
      Wilde Rose
    • Hallo Wilde Rose,

      danke für deinen freundlich-freudigen Kommentar. :saint:

      Deine Anwesenheit hier in der WG vermittelt das nostalgische Gefühl der guten alten WG-Zeit (die es so natürlich nie gab).

      Die 'Scholle' direkt neben dem 'Eis' ist eine Irritation, das stimmt schon. Alternativ hätte ich von 'Erde' sprechen können; aber ich wollte einfach nicht auf den schönen Klang der 'Scholle' verzichten ... Und nach kurzem Herumplanschen auf See ist die geneigte Leserschaft ja auch wieder zurück an Land gegangen.

      Schön, wieder mit dir zu plauschen.

      LG
      Berthold
    • Jetzt komme ich aber bei Dir auch mal ein bisschen stöbern und das hier gefällt mir besonder gut, weil es auch zeitlich so schön passt.

      Berthold schrieb:

      In der taumilden Luft
      voller Strecken und Dehnen
      erwachendem Sehnen -
      schwingt wohliger Duft

      Die zweite Strophe gefällt mir am besten, weil es dieses Frühlingsgefühl rüber bringt.
      Derzeit bange und hoffe ich immer so ein bisschen, denn auf jeden schönen Tag folgt gleich wieder ein kühler. Der Sommer liegt schon in der Luft, man möchte ihn unbedingt erleben, aber so leicht lässt der Winter nicht los,
      Und jedes Mal wenn er den Frühling bedroht, bangt man sogleich, ob er doch gewinnt. Oder uns den Sommer verhagelt.
      Wohl wissend das die Natur erneuern wird, denn sie ist bereits mittendrin. Es ist ein Aufbruch, wo jedes summende Insekt wie Musik klingt und ich jedes Blatt wahrnehme, die tollen Blüten und Gerüche.
      Eine wunderschöne Zeit. Fast schöner als der eigentliche Sommer, an dem man sich schnell sattgesehen hat.
      Tolles Gedicht, lieber Berthold.

      LG Yue
      Ich war mir nie einer anderen Möglichkeit bewusst, als die, alles in Frage zu stellen.
      Noam Chomsky
    • Hallo Yue,

      na, das ist ja mal eine freudige Überraschung ...

      Vor etwa acht Wochen habe ich die ersten Schneeglöckchen gesehen. Sie
      wachsen von Häusern geschützt an einem schmalen Hang. - Doch nach wie
      vor will der greise Winter nicht locker lassen, greift immer wieder mit
      seiner kalten Hand übers Land und beschert uns frostige Temperaturen.
      Ein letztes Aufbäumen, ein verzweifeltes Nicht-loslassen-Können.
      Nützt ihm alles nichts, der Frühling gewinnt an Kraft. Langsam steigen
      die Temperaturen, bleiben auch nachts über dem Gefrierpunkt und - du
      hast es gesagt, seine Boten sind im Anmarsch ...

      Gestern habe ich eine Amsel beobachtet, den Schnabel randvoll mit
      Nistmaterial; ein kurzer Flug zu der alten Thuja, die Landung einen
      halben Meter neben dem Nest. Dann werde ich streng beäugt, die Amsel
      wartet. Erst wenn ich demonstrativ wegschaue, fliegt sie höchst
      konspirativ aber nicht ganz leise in ihr Versteck und baut an ihrem
      Nest. Ich muss jedesmal schmunzeln, wenn ich als Teil der Inszenierung
      und Zuschauer solche Aktionen verfolge ...
      Yue, Danke für deinen Besuch.

      Ich wünsche dir+ sonnige Frühlingstage.

      LG
      Berthold
    • Bei uns in der Nähe lebt ein Eichhörnchen, wir sehen es ganz oft.
      Seit letzten Jahr versuchen wir es zu fotografieren, aber jedes Mal wenn das Telefon bereit ist, huscht es davon.
      Letztens ging ich die Parallelstraße entlang, da kam es aus einem Busch gestürzt und sprang direkt neben mir auf Nachbars Zaun.
      Ich glaube, es hat sich genau so erschrocken wie ich. Dann lief es zu einem Baum, krallte sich fest... und verschwand als ich das Telefon draußen hatte.
      Seitdem ich es dieses Jahr wiedergesehen habe, weiß ich auch wieder das der Frühling da ist. Den Winter über haben wir es nämlich nicht gesehen.

      Ebenfalls schöne Frühlingstage.
      Ich war mir nie einer anderen Möglichkeit bewusst, als die, alles in Frage zu stellen.
      Noam Chomsky
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