Zündholz

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    • Ein Funken taucht den Saal des Nachts in ein dämmriges Rotorange. Zugleich spiegelt sich die Flamme in der selben Farbe im feuchten Auge des Pyromanen wieder und zuckt und tanzt wie ein lebendiges Wesen am Zündholz entlang, bis sie, so klein und unschuldig sie auch wirkt, zu einem Flächenbrand herangeschwollen ist.
      Mit zunehmender Größe schwindet die Faszination des warmen Lichtes, während die wilden und unberechenbaren Schatten, die von allen Seiten wie Monster nach einem zu packen drohen, den Angstschweiß aus den Poren locken und die Stirn befeuchten. Jede neue Flamme raubt die Luft zum Atmen, erstickt den Schrei, die Ermahnung zur Vernunft. Das hoffnungsvolle Licht im Dunkeln hat die Nacht in ein noch tieferes Schwarz getaucht und den Saal in Asche und Staub verwandelt.
      Als das Herz des Pyromanen, der vor den Trümmern und Scherben steht, endlich Luftsprünge macht, entschließt sich der glühende Rest jedoch, noch ein letztes Mal aufzuflammen. Wie eine Schlange mit der Zunge riecht, so züngelt die Flamme in Richtung des nach Schwefel stinkenden Mannes, bis auch dieser lichterloh brennt. Ein Feuer, mag es auch klein sein, findet seinen Ort zum lodern.
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