Der Patron und das Kind

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    • Der Patron und das Kind

      Der Patron und das Kind

      Verächtlich geht der Herr zur Tür
      klopft hart mit seinem Ring dagegen
      Er zeigt dem Mieter ein Papier
      wonach sich beide rein begeben

      Der Herr will jetzt die Zimmer sehn
      und alles gründlich inspizieren
      schreibt alles auf vorm weitergehn
      öffnet auch die kleinen Türen

      durch lamentieren und beschwören
      lässt der Patron sich nicht erweichen
      will vom Elend gar nichts hören
      der geht auch sicher über Leichen

      „einen Aufschub duld' ich nicht
      hab selber leere Kassen
      hier ist das Urteil vom Gericht
      ihr müsst noch heut mein Haus verlassen“


      die Tür geht auf ein Kind tritt ein
      hängt artig seine Mütze an
      es strahlt wie heller Sonnenschein
      und schaut den Herrn ganz fröhlich an


      „wie schön, wir haben einen Gast“
      bevor sich dieser noch versieht
      das Kind des Mannes Hände fasst
      und den dann in sein Zimmer zieht

      "komm mit ich zeig dir meine Tiere
      kannst meinen Bären gerne halten
      hab davon nicht mehr all zu viele
      aber kannst diesen gern behalten

      nehm ihn für dein kleines Kind
      und sag ihm schönen Gruss von mir
      denn wenn wir Kinder artig sind

      gibt es ein Geschenk dafür“

      Kinder hat er leider keine
      hat sich lang danach gesehnt
      lebt zu lange schon alleine
      hätt' so gerne eins verwöhnt

      der Vater sagt zu seinem Kind :
      „wir müssen raus aus Haus und Garten
      pack deine Sachen noch geschwind
      Der Herr will nicht mehr länger warten“



      "kannst in meinem Bettchen schlafen
      sagt das Kind zu dem Patron
      ich schlaf draussen bei den Schafen
      wenn wir teilen geht das schon"

      Und das Kind fängt an zu weinen
      nimmt den Herrn in seinen Arm
      auch der Herr nimmt jetzt den Kleinen
      endlich wird ums Herz ihn warm

      "Also gut ihr bleibt hier wohnen"
      sagt er als er mit sich ringt
      "aber nur wenn ihr zum Lohne
      Sonntags den als Enkel bringt"


      Dieser Enkel oder Engel
      hat auf Herzlichkeit vertraut
      Dieser liebe kleine Bengel
      hat das Herz schnell aufgetaut

      unsre Kinder die nie schweigen
      treffen uns oft tief ins Mark
      können Nächstenliebe zeigen
      sind meißt selbst im Herz so stark
      silbern ist mein Haar nicht grau, bin so jung wie ich mich trau !

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von die3.Jeije ()

    • Danke lieber Alces, es ist nicht perfekt aber wird immer noch leicht nachgebessert. Und tatsächlich ist es die vorweihnachtliche Stimmung die mich zu dem Thema inspiriert hat.

      Dir auf jeden Fall ein super schönes Weihnachtsfest mit deinen Lieben
      von Heinz, die3.jeije
      silbern ist mein Haar nicht grau, bin so jung wie ich mich trau !

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von die3.Jeije ()

    • Hallo Heinz,

      sehr schön erzählt. Aber tatsächlich nur zur Weihnachtszeit zur Veröffentlichung geeignet. Sonst wär's zu kitschig und realitätsfern. Aber Weihnachten ist ja die Zeit der Weihnachtswunder, da kann man sich so etwas vorstellen. Da will man sich so etwas wahrscheinlich sogar vorstellen.

      Jetzt aber, zur Osterzeit, in der Karwoche, zu der ich dieses schreibe, da denkt man wohl eher daran, wie es real ablaufen würde. Da kommt nicht der Patron (da schwingt zwar der "Chef" mit, aber auch noch etwas beschützendes - von lateinisch patrōnus - Schutzherr, Verteidiger, Vertreter), da kommt der erste und der zweite Brief und dann der Anwalt und zuletzt die Polizei zur Zwangsräumung. Da wird sich niemand persönlich rühren lassen, der diese Entscheidung so positiv für den Mieter treffen könnte.

      Mir dämmert, das die Geschichte aber auch Anklang an die Weihnachtsgeschichte hat, wo zwei Herberge suchten und keine fanden, sodass eine Geburt in einem Stall stattfinden musste, statt in einem Menschenzimmer.

      Eine sehr passende Geschichte hat du uns da beschert und wirklich hübsch in Verse gesetzt.

      LG

      Ruedi
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