Dezember

    • Feedback jeder Art

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    • Dezember*

      Die Gauklertruppe hat die Facebookseite
      Auf Weihnacht dekoriert, und Instagram
      Ist neu designt. Der Clan ist ziemlich klamm.
      Er zählt fürs Lagerfeuer seine Scheite;

      Die Wagen stehen um den Hügelkamm;
      Das Essen ist von Aldi. Arme Leute
      Sind schnell des Fastfoods fette Beute.
      Am Folgetag sitzt nur die Hose stramm.

      Die Akrobatin sucht schon lang auf Tinder
      Den Lover, der es besser mit ihr meint
      Als ihre Mutter, die vom Gestern greint.

      Das Zelt war leer. Es kamen wenig Kinder.
      Der Clown hat nach der Vorstellung geweint:
      Das Glitzerleben war nie, wie es scheint.

      *sehr frei nach dem Sonett „Dezember“ von Georg Trakl
      Motto: "Gelegenheit.Macht.Dichtung"
      (c) Walther - Abdruck/Verwendung gegen vorherige Freigabe durch mich durchaus erwünscht!
      www.zugetextet.com

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Walther ()

    • Hallo Walther,

      Traurig, aber wahr...
      So kann man den Überfluss und das ganze Überblink, Blink von und um Weihnachten auch beschreiben;
      Ich bin da voll bei dir.. Da gehen Tag täglich hunderte von Nachrichten auf dein Handy ein, Facebook wird immer nerviger,
      dann tanzen halbnackte Hasengestalten mit schriller Stimme über deinen Bildschirm und singen, schräger geht es nicht mehr, Lieder die, wenn man es kann, sogar das Herz berühren könnten; Aber alleine dieses Gepiepse in der Stimmer macht mich kirre..
      Sehr gut gefällt mir die Tinder Love Story.. wie man in solch Singelbörsen jemand Herznahen finden soll ist und bleibt mir ein Rätsel..
      Traurig, was aus Weihachten, geworden ist; Was ist aus uns geworden?

      Mich findet man weder da noch dort, denn ohne lebt es sich sichtlich besser;
      Dein Sonett ist wieder einmal klasse; weißt ja, dass ich auf diese Art Schreibe stehe..

      Vielleicht wirds besinnlicher wenn wir mal für ne Woche den Strom abschalten würden;
      Ich denke viele wissen nicht was mit sich und der Stille anfangen;

      Mit lieben Grüßen, Line
      ©Behutsalem
      Ohne Poesie wäre das Leben ein Irrtum!
    • Guten abend, lb. Behutsalem, danke vielmals. poesie dieser art ist nicht leicht, gern zu haben. das muß man nicht mögen. daher freue ich mich auf und über einen solchen kommentar. besinnliche festtage dir und uns allen. lg W.
      Motto: "Gelegenheit.Macht.Dichtung"
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    • Hallo Walther,

      ein unerwartet witziger Beitrag für den Politik-Bereich. Bei allem Ernst, der dem Thema anhaftet, musste ich doch schmunzeln und lachen. Bei "Der Clan ist ziemlich klamm" musste ich natürlich gleich an raubärtige Highlander denken und war dann kurze Zeit später überrascht, dass der "Clan" dann doch ein wenig anders aussieht. ;)
      Aber eigentlich passt es ja ganz gut: So wie die Clans mehr oder weniger ausgestorben sind bzw. irrelevant wurden, so geht es sicher auch den Akrobaten - und das ja auch nicht erst seit gestern. Eigentlich sind ja Clans und auch Zirkusdarsteller etwas, das man eher in der Vergangenheit ansiedelt - bei letzterem wird man vielleicht noch ein wenig sentimental. Daher war dann der Kontrast zur Moderne auch so überraschend und - zumindest für mich - witzig.
      Auch wenn es natürlich eigentlich wenig zu lachen gibt. Mich machen leere Zirkuszelte, leere Sternwarten, leere Konzertsäle auch immer ein wenig traurig.
      Dichtung heißt, Realität zu Poesie machen und Poesie zu Realität.
    • Hi Akke,
      danke für deine interessante interpretation. der gegensatz hat natürlich einen grund. noch deutlicher sichtbar wird er, wenn man das gedicht von Trakl danebenstellt. natürlich darf man über diese darstellung schmunzeln, das ist durchaus erwünscht.
      das fahrende volk ist auch heute noch durchaus eine "familienbande"; nichts anderes sagt das wort "clan" aus. daß du diese assoziationskette im kopf hast, ist billigend in kauf genommen. dieses "signposting" ist stilmittel und werkzeug zugleich.
      dem sonett ist eigen, daß es nie wie erwartet endet. das antagonistische ist sozusagen programm.
      lg W.
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    • Hallo Walther

      Deine Strophen sprechen ja ganz unterschiedliche Dinge und Themenfelder an, handeln aber alle irgendwie von der Oberflächlichkeit.
      Alles wird immer mehr zugedeckt, vom Glitzer der schnelllebigen Welt.
      Sei es Facebook, oder die Myriaden an Männern und Frauen, die ihr Glück beim Online Dating suchen. Und am Ende doch nur wieder schnellen Sex und Enttäuschung finden.
      Am traurigsten hat mich tatsächlich der Clown gemacht. Selbst die Kinder reiz die Glitzerwelt heute mehr, als die typischen Sachen.
      Was aber an den Eltern liegt, die ihre Kinder oft damit ruhig stellen.
      Ein besinnliches Gedicht, sehr schön ausgestaltet!

      LG Yue
      She is the gold at the end of the rainbow
    • Hi Sushan,
      die weihnachtszeit bedarf eines zerrspiegels, um ihre kernbotschaft unter dem kommerz zu erkennen. heile welten gäbe es, wenn wir die unsrigen heilten. das ist der auftrag und die botschaft,
      poesie lebt mit, in und durch die verdichtung. sie soll zum nachdenken anregen. deine assoziationen zeigen, daß dieser text das vielleicht bei manchen leserInnen kann. das zu erfahren, freut mich.
      für dieses und deine weiteren lobenden worte bedanke ich mich bei dir - und bei meinem vorbild Georg Trakl, dessen sonett "Dezember" dieses anstiftete.
      lg W.
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