Mauern

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    • Mauern

      Stetig wander' ich an Mauern
      immer nur an Mauern lang

      Sehe niemals eine Seele
      spüre nur noch diesen Drang:

      Immer weiter, forwärts, forwärts
      wirst schon finden was du suchst

      Tote Mauern, kalte Mienen,
      dennoch bleibt nichts unversucht

      Hinter Mauern schlafen Seelen
      warten auf den Kuss, so warm

      Warum dieses Spiel und Lauern?
      Was hat man euch angetan?

      Kommt hervor und tanzt mit mir, dann
      tanzt so wild, so frei, so froh

      Leuchtet auf ihr Herzen dieser
      brennt im Feuer - lichterloh

      Reißt euch frei von euren Ketten
      euer Mut ist angefacht

      Mauern, einst gebaut zum Schutze
      sollen fallen eurer Macht!
      Dichtung heißt, Realität zu Poesie machen und Poesie zu Realität.
    • Hallo A.Akke!

      Ich habe gestern schon mehrmals den Anlauf gemacht deine Zeilen zu kommentieren;
      Irgendwie fand ich nicht die richtigen Worte; Mal sehen ob ich mich heute besser ausdrücken kann;

      Als aller Erstes.. herzlich Willkommen hier in der Welt der Gedanken und Worte;

      zu oft stößt man auf Barrikaden , die aus Angst, aus Scheu leider oft auch aus Hass gebaut wurden und kann es nicht ändern;
      da versucht man und versucht man, aber man durchbricht diese Schutzschicht nicht; Menschen verbarrikadieren sich hinter ihren vier Wänden ..
      lassen niemand an sich ran, könnte ja wiedermal nicht gut ausgehen und anstatt zu Leben vereinsamen sie;

      Du hast geschrieben... was hat man euch angetan?
      Ich glaube es ist der Eigenschutz den Mensch dann an den Tag legt, was auch immer ihn zurückhält zu Leben. ..

      Was mir hier sehr gefällt ist dieses Schwunghafte, dass du konsequent durchziehst.. vor allem hier



      A. Akke schrieb:

      stetig wander' ich an Mauern
      immer nur an Mauern lang

      Sehe niemals eine Seele
      spüre nur noch diesen Drang:

      Immer weiter, forwärts, forwärts
      wirst schon finden was du suchst
      wird es gut spürbar;
      Es müsste mehr Menschen geben, die so Lebensbejahend durch die Straßen laufen und rufen.. he, wo seid ihr alle, lasst uns tanzen, küssen, LEBEN
      glücklich sein.. meist wird man nur schief belächelt.. oder?

      in der letzten Strophe , letzter Vers hätte ich einen Vorschlag ..


      A. Akke schrieb:

      Mauern, einst gebaut zum Schutze
      sollen fallen eurer Macht!
      Mauern, einst gebaut zum Schutze
      sollen fallen, euch zur Macht! ???

      Sehr gerne gelesen,
      mfg. Behutsalem
      ©Behutsalem
      Ohne Poesie wäre das Leben ein Irrtum!
    • Hallo Behutsalem,

      vielen Dank für deine Worte und dass du überhaupt mehrere Anläufe gestartet hast.

      Ja, solche Mauern können aus allem Möglichen bestehen, auch aus Angst, Scheu oder Hass. Manchmal verraten diese Mauern auch schon viel über den "Insassen" und bei manchen Mauern kann man glatt durch schauen (ist das nicht schön, dass unser Wort dafür tatsächlich "jmd. durchschauen" heißt?), aber uneingeladen übertreten möchte ich sie dann doch nicht.

      Wie ein Gedicht "gemeint" ist und wie es verstanden wird, sind natürlich oft verschiedene Dinge. Und ich finde das Eine nicht valider als das Andere. Und manche Gedichte sind ja auch nur wage Hinweise, die vom Leser erst vervollständigt werden können. Daher schreibe ich dir gerne, wie ich manche Dinge an diesem Gedicht betrachte, ohne eine Deutungshoheit in Anspruch nehmen zu wollen. Wer sich unvoreingenommen mit dem Gedicht beschäftigen will, sollte jetzt aufhören zu lesen.

      Meine Frage "was hat man euch angetan?" war tatsächlich wörtlich und nicht rethorisch gemeint. Jeder Mensch, der sich so einmauert, tut das ja aus einem konkreten Grund, der eigentlich immer mit etwas zu tun hat, das derjenige als Gewalt oder Verletzung empfunden hat bzw. empfindet. Ich mag gerne hören, wovor jemand Angst hat, wo im Körper seine Scheu sitzt, oder welchem Ding gegenüber er sich so machtlos fühlt, dass er ihm nur mit Hass begegnen kann. Wenn ein solches Gespräch gelingt, hilft das ja oft auch schon dabei ein paar Steinchen abzutragen.

      Ja, die Wunschvorstellung der Menschen, die lebensbejahend durch die Straße laufen ist natürlich eine schöne, auch wenn es für mich persönlich auch ohne Rufen zugehen dürfte. ;) Ich denke, damit aus dem Wunsch Wirklichkeit werden kann, müssten wir Menschen u.a. besser darin werden, behutsamer miteinander umzugehen (entschuldige bitte die Anspielung auf deinen Benutzernamen).

      Was deinen Vorschlag angeht kann ich nur Folgendes sagen: Das ist nicht als tatsächlicher Aufruf gemeint. Zu so etwas kann man nur einladen, nicht aufrufen. Die doch eher starke Sprache im letzten Teil des Gedichts ist dem verschuldet, dass ich dort gegen meinen Frust angeschrieben habe. Dies ist eines dieser Gedichte, wo es einem gelingt, es am Stück runter zu schreiben. Es ist vor ca. 11 Jahren im Wartezimmer des Hausartzes entstanden: Am Tag vorher war mir in der Bahn ein Bekannter begegnet und wir haben die gesamte Fahrt über mit Smalltalk verbracht. Am Ende der gefühlten 10 Stunden war ich dann ganz entnervt darüber, wieviel man reden kann, ohne sich irgendwas zu sagen. Meine Versuche, dem Gespräch etwas Substanz zu verleihen sind eben an besagten Mauern gescheitert. Dieses Erlebnis wollte ich eigentlich nur "dokumentieren", aber dann war mir das nicht genug und ich wollte meinen Frust auch los werden. Darum sind die letzten 4 Strophen so auffordernd: Es ging mir nicht um den Adressaten der Aufforderung sondern um den Absender - mich. Und daher würde für mich auch das Fragezeichen dort nicht passen.
      Dichtung heißt, Realität zu Poesie machen und Poesie zu Realität.
    • Guten Morgen A.Akke,

      na da lag ich ja gar nicht so weit weg mit meinen Gedanken; Bis auf das Rufen ..

      Die Fragezeichen waren oder sind nur deswegen gesetzt worden , ob dir der Vorschlag so vielleicht gefallen mag. Als Fragestellung..

      Finde deine Einstellung sehr gut;

      mfg. Behutsalem
      ©Behutsalem
      Ohne Poesie wäre das Leben ein Irrtum!
    • Behutsalem schrieb:

      Die Fragezeichen waren oder sind nur deswegen gesetzt worden , ob dir der Vorschlag so vielleicht gefallen mag. Als Fragestellung..
      Da stand ich wohl echt auf dem Schlauch - natürlich war das so gemeint. Unter den Umständen finde ich deinen Vorschlag sehr schön.

      @Kastanienbluete
      Schön, dass es dir gefällt. Das höre ich gern :)
      Dichtung heißt, Realität zu Poesie machen und Poesie zu Realität.
    • Am Ende des Gedichtes sprichst Du doch noch das Thema an, welches ich schon zu Beginn im Kopf hatte, nämlich Schutz.
      Mauern können einengen und einsperren, aber eben auch Sicherheit und Orientierung bieten, weswegen ich sie für durchaus positiv halte.
      In Gewissen Maßen selbstverständlich und hier geht es ja auch um die persönliche Entwicklung.
      Das Erlangen von persönlicher Freiheit, durch das Einreißen der Mauern, ist sicherlich wichtig. Aber so ein paar würde ich dennoch stehen lassen, aus persönlichem Empfinden heraus.
      Denn ich habe mal einen sehr klugen Satz gelesen, über den ich oft nachgedacht habe. Platon hat mal geschrieben, es würde sich Tyrannei entwickeln, wo Freiheit im Übermaß gewährt würde.
      Dabei ging es zwar eigentlich um die Demokratie bzw. Staatsformen, aber es lässt sich auch sehr gut auf dieses Thema ummünzen. Ich habe das jedenfalls immer im Hinterkopf behalten, beim Thema grenzenlose Freiheit, oder dem Erwachsen werden. Ich weiß das es schrecklich vernünftig klingt.
      Andererseits muss man eben auch aufpassen, sich nicht zu sehr hinter den selbst gebauten Mauern zu verschanzen.
      Mir hat das hier gut gefallen, auch wenn ich immer eher für einen Mittelweg bin. Aber das ist natürlich nur eine ganz persönliche Sichtweise.
      She is the gold at the end of the rainbow
    • Hallo @Sushan,
      natürlich werden Mauern immer zum Selbstschutz errichtet, und diese Funktion erfüllen sie dann (meißtens) auch relativ gut. Das Problem sind dann die "Nebenwirkungen", nämlich dass man auch schlecht rauskommt aus seinem Bunker und im gewissen Sinne unberührt bleibt. Oft sind die Mauern auch schlichtweg übertrieben groß oder schon längst nicht mehr notwendig, weil die Gefahr vorrüber ist. Das ist hier im Gedicht natürlich auf einer persönlichen Ebene gemeint, aber das gleiche Muster gibt es auch in der Biologie (Autoimmunerkrankung), in der Politik (Militärausgaben) und anderen Bereichen. Das Ding, das uns vor einer Gefahr schützen soll, richtet am Ende mehr Schaden an, als die Gefahr selbst.
      Aber natürlich kann man sie auch stehen lassen aus einem persönlichen Empfinden heraus. Entweder die Gefahr ist noch da, oder man hat noch nicht das "Ausweichen" gelernt (eine Alternative, die einem vor Schaden schützt und bei der man offener und agiler ist als bei der Mauer).

      Ich finde Freiheit ist keine Freiheit, wenn sie auf Kosten der Freiheit Anderer geht. Mit dieser Definition gibt es dann auch keine "Freiheit im Übermaß", weil es nicht genug von ihr geben kann. Allerdings erfordert diese Art der Freiheit eben eine freiwillige Selbstmäßigung. Platon soll ja auch ein Freund von Muße und Mäßigung gewesen sein. :) Da viele Menschen das aber anders sehen, ist ein solches Maß an Freiheit für eine ganze Gesellschaft derzeit nicht denkbar, das stimmt schon.

      Danke für deine Gedanken und deine Auseinandersetzung mit den Mauern.
      Dichtung heißt, Realität zu Poesie machen und Poesie zu Realität.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von A. Akke ()

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