Kartenhaus

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    • An Säumen abgesteckter Grenzen
      Und fest gezurrt in Zweifels Zwinge
      Steht jenes Haus zum Trotz der Dinge
      Mit aller Verve von zwanzig Lenzen

      In Stürmen juvenilen Handelns
      Wankt es fragil in Traumes Scheinen
      Sieht Glücksmoment wie stilles Weinen
      Ist Ankerpunkt luziden Wandelns

      An Enden wilder Abenteuer
      Hält heimelig es schützend Wacht
      Wirft warmes Licht in dunkle Nacht
      Birgt Tränenflut wie Fegefeuer
      She is the gold at the end of the rainbow

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sushan ()

    • Sushan schrieb:

      An Säumen abgesteckter Grenzen
      Und fest gezurrt in Zweifels Zwinge
      Steht jenes Haus zum Trotz der Dinge
      Mit aller Verve von zwanzig Lenzen

      In Stürmen juvenilen Handelns
      Wankt es fragil in Traumes Scheinen
      Sieht Glücksmoment wie stilles Weinen
      Ist Ankerpunkt luziden Wandelns

      An Enden wilder Abenteuer
      Hält heimelig es schützend Wacht
      Wirft warmes Licht in dunkle Nacht
      Birgt Tränenflut wie Fegefeuer
      Hallo, ich habe deinem düstren werk - schöne bilder! - eine silbe geschenkt, damit der vierhebige jambus überall schwingt. lg W.
      Motto: "Gelegenheit.Macht.Dichtung"
      (c) Walther - Abdruck/Verwendung gegen vorherige Freigabe durch mich durchaus erwünscht!
      www.zugetextet.com
    • Hallo Sushan,
      das Leben als Kartenhaus zu beschreiben ist ein fragiles Unterfangen. ;)
      Die verwendeten Beschreibungen sind teilweise etwas speziell wie Verve (Schwung), juvenile (jugendlich) (, luzid (?) was natürlich auch Geschmackssache ist.
      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Sushan schrieb:

      An Säumen abgesteckter Grenzen
      Fest gezurrt in Zweifels Zwinge
      Steht jenes Haus zum Trotz der Dinge
      Mit aller Verve von zwanzig Lenzen

      In Stürmen juvenilen Handelns
      Wankt es fragil in Traumes Scheinen
      Sieht Glücksmoment wie stilles Weinen
      Ist Ankerpunkt luziden Wandelns

      An Enden wilder Abenteuer
      Hält heimelig es schützend Wacht
      Wirft warmes Licht in dunkle Nacht
      Birgt Tränenflut wie Fegefeuer

      Hallo Sushan,

      scheint mir, will es um ein Bild des Kartenhauses, das auch zusammenstürzen kann gehen … nun figuriert auf das menschliche Empfinden [ hier ein zwanzig jähriges LI ] zu seinen Handlungen, Wünschen und Aktionen,

      ist da für LI wohl die immerwährende Ambivalenz in den Gefühlen, dass sie sofort umkippen können bis hin ins Gegenteil? ... Ziele nicht zu sich finden können, Wünsche unerfüllt bleiben, können, so in etwa. ./ ist aber eine fast nur spekulierte Wegung, die ich hier führe.

      Denn, sind mir hier einige Bilder, Worte, die ich Konjunkt nicht unterbringen kann, ja ich sogar für deutliche Widersprüche in ihrer Umgebung bedeute, wie z. B. :

      in Zweifels Zwinge - (zu) - Verve ; mMn schließen sich beude Werte aus

      Mit aller Verve von zwanzig Lenzen - (zu) - In Stürmen juvenilen Handelns , juvenil ./ vorpupertär, ist wohl fernab von Zwanzig

      Was ist ein luzides Wandeln?

      Wirft warmes Licht in dunkle Nacht / Birgt Tränenflut wie Fegefeuer ./

      dieser Zusammenhang, kausale Folge erschließt sich mir gar nicht? führt ein warmes Licht zum einen zu einer Tränenflut, umso mehr dann auch noch zu einem Fegefeuer ???
      … wird behauptet, aber mMn nicht vom Text unterlegt , ;)


      Sushan, für mich hier im Text doch alles sehr vage und spekulativ , ;) , zumal weiß ich überhaupt nicht, um wen es tatsächlich geht … um einen zwanzig jähriges Li oder um ein jung-teenie ? … oder geht's hier um eine Reise eines LI in die Jahre hin und her? was ich auch nur spekuliere.



      Dieses Mal dir ein sehr fragezeichnendes Tschüss, Frank …

      kleiner Nachtrag: die beiden Male 'es' beziehen sich wohl auf das Kartenhaus, oder? … nur ne Spekulation, eben wie sie hier eingebaut sind ./ gäb's dazu auch andere, direkte Nomensbezüge ....

      -
      Gabel im Mund ./ nicht so hastig

      Plapp ist nicht für seine Denke verantwortlich, Holy Moly ./ wofür auch, Dallo Moly ist tot

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dichtel ()

    • Hallo Sushan,

      ein sprachlich intellektuell aufgemotztes Gedicht, nicht nur wegen der Häufung der Fremdwörter. Es könnte meiner Ansicht nach auch im 19. Jahrhundert geschrieben worden sein. Du merkst schon, sprachlich-stilistisch ist dein Gedicht nicht so mein Fall. Geschmackssache.

      Du beschreibst ein 20 Lenze altes Haus, und ob nun tatsächlich ein Haus oder ein lyrisches Ich gemeint ist, wird mir nicht deutlich genug. Das "alte Haus" als Synonym für den alten Menschen, obwohl ja nun 20 Lenze für ein Haus und erst recht für einen Menschen mit dem Begriff "alt" überstapelt sind. Mir gefällt aber das Oxymoron, das zugleich auch Alliteration ist: Zweifels Zwinge. An allem ist eben zu zweifeln. Warum aber statt leuchtend oder hell nun unbedingt luzil? Das ist mir zu aufdringlich hochgepoppt.

      Inhaltlich: Naja. Mal Lachen und mal Heulen und Zähneklappern. So ist das Leben. Kann passieren.

      Alles in allem kein Gedicht, das ohne Fremdwörterbuch bei der Hand zu lesen ist vom Durchschnittsbürger. Und ich wette, wenn du das Gedicht bei einer Lesung vortragen würdest, dann würdest du in verständnislose Gesichter blicken.

      Angelika
    • Hallo Perry und Frank

      Ich erst nachgedacht, ob ich das Ganze unter "Fantasy und Mythen" einstelle, aber dafür ist der Bezug zum Leben dann doch zu groß.
      Trotzdem wäre es eventuell nicht so falsch gewesen, weil ich mich schon etwas an an meinen "Saumrändern" orientiert habe.

      Saumränder

      Dieses Gedicht ist sehr persönlich und bedeutet mir auch sehr viel.
      Und das aus verschiedenen Gründen. Diese Haus gibt es natürlich nicht, aber in Wirklichkeit doch und es hat etwas mit meiner Mentalität zu tun.
      Ich habe beigebracht bekommen, eine innere Balance zu halten und Ruhe und Ausgeglichenheit zu bewahren. Zumindest nach außen hin.
      Da kommt dann das Haus ins Spiel, welches man in seinem Inneren errichtet und das man sich zurückzieht, wenn das Leben tobt. Egal ob man traurig ist, wütend, genervt...
      Dorthin kann man den Teil zurückziehen, der verletzlich ist und der einen aufbringen kann. Es ist nur ein kleiner Teil in meinem Inneren und ein sehr fragiles kleines Gebäude, aber eben mit einer immensen Schutzfunktion.
      Und versiegelt wird dann alles, nach außen hin, mit einem Lächeln. So hat es mir meine Mum beigebracht.

      Aber es ist noch mehr.

      Perry schrieb:

      (, luzid (?)

      Ich habe seit ich klein bin immer einen bestimmten Albtraum und er kehrt wieder. Nur kann ich mich nach dem Aufwachen nicht mehr daran erinnern.
      Also habe ich ein bisschen recherchiert und bin dann auf das sogenannte luzide Träumen gestößen, oder auch "Klartraum" genannt.
      Angeblich kann man es lernen, so zu träumen das man sich dessen bewusst ist. Es ist ein richtiges Forschungsgebiet und die Menschen die es beherrschen werden Oneironauten genannt (oder nennen sich so).
      Bei mir hat es nicht wirklich funktioniert, aber ich habe zumindest einige Bruchstücke des Traumes zusammen bekommen. Was mich aber noch verrückter macht.
      Die Idee dahinter war es, eventuell in diesem Traum auch ein solches Haus zu errichten und mich quasi dagegen abzuschotten, Und natürlich herauszufinden, um was es überhaupt in dem Traum geht.

      Die Worte sind also absichtlich so gewählt, da es sich hier nur um halb reale Dinge handelt.
      She is the gold at the end of the rainbow
    • Walther schrieb:

      Hallo, ich habe deinem düstren werk - schöne bilder! - eine silbe geschenkt, damit der vierhebige jambus überall schwingt.

      Vielen Dank!
      Wenn Du technisch sonst nichts groß zu bemängeln hast, bin ich ja schon mal hoch zufrieden. Ich bin noch nicht so weit, so etwas erkennen zu können.
      Nur manchmal und ich habe es gleich mal geändert.


      Hallo Angelika

      Angelika schrieb:

      ein sprachlich intellektuell aufgemotztes Gedicht, nicht nur wegen der Häufung der Fremdwörter.

      Angelika schrieb:

      Alles in allem kein Gedicht, das ohne Fremdwörterbuch bei der Hand zu lesen ist vom Durchschnittsbürger. Und ich wette, wenn du das Gedicht bei einer Lesung vortragen würdest, dann würdest du in verständnislose Gesichter blicken.

      Ich habe das Gedicht noch einmal gelesen und kann es nicht recht nachvollziehen, um ehrlich zu sein.
      Natürlich habe ich hier extra "schöne" Wörter herausgesucht, da ein Traum, oder eben auch das Innere ein wenig größer und überwältigender ist, als die äußere Realität sind.
      Aber ehrlich gesagt habe ich auch kein Wort verwendet, welches ich nicht im normalen Sprachgebrauch auch benutzen würde, oder sogar benutze.
      Meine Frau und ich wir sind vielleicht ein bisschen vergeistigt und verkopft, aber ich finde das nicht schlimm.
      Jedes Wort kann man natürlich nicht kennen, aber das ist auch keine Schande. Noch wäre es heutzutage ein großes Problem, denn man kann ja jederzeit am mobile nachschauen.
      Wir sind jedenfalls große Fans der Sprache und wenn wir ein Wort hören was uns gut gefällt (aus welchem Grund auch immer), übernehmen wir es oft und/oder verballhornen es, für unsere Zwecke.


      Angelika schrieb:

      Du beschreibst ein 20 Lenze altes Haus, und ob nun tatsächlich ein Haus oder ein lyrisches Ich gemeint ist, wird mir nicht deutlich genug.

      Ich halte nichts von diesem LI und LD Kram und verwende es i.d.R. auch nicht. Meistens geht es tatsächlich um mich, oder um Ereignisse, Erlebnisse, oder Personen.
      Worum es tatsächlich geht, kannst ja in meiner anderen Antwort nachlesen, falls Interesse besteht.

      Ich bedanke mich jedenfalls für Deinen Kommentar und Deine Ansichten!
      She is the gold at the end of the rainbow
    • Hallo Sushan,
      luzide bzw. Klarträume sind ein sehr spezielles Thema, weshalb sie einer "klaren" Darstellung bedürfen, um nachvollziehbar zu sein.

      Sushan schrieb:

      In Stürmen juvenilen Handelns
      Wankt es fragil in Traumes Scheinen
      Sieht Glücksmoment wie stilles Weinen
      Ist Ankerpunkt luziden Wandelns
      In deinem Bild ist die Verarbeitung von Erlebtem als Klartraum für mich nicht erkennbar.
      Ungereimte Anregung: "in Traumes Scheinen" -> in klaren Träumen.
      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Hallo Sushan,

      nach deinen Erklärungen kann ich mich in deine Gedanken (Gefühle) hineinversetzen. Auf jeden Fall behandelst du ein schwieriges Thema.
      Allerdings habe ich beim Lesen nicht wirklich das Gefühl, ein Gedicht vor mir zu haben. Deine Verse sind mir zu rational, sie wirken auf mich wie ein wissenschaftlicher Vortrag, dabei schreibst du doch in erster Linie über deine Gefühlswelt.

      Soweit mein Eindruck.
      Gruß Alces
      Poesie ist die Muttersprache des Menschengeschlechts.
      Johann Gottfried von Herder
    • Alces schrieb:

      Deine Verse sind mir zu rational, sie wirken auf mich wie ein wissenschaftlicher Vortrag, dabei schreibst du doch in erster Linie über deine Gefühlswelt.

      Das ist interessant und wirft Fragen auf,
      Ich habe jetzt mal versucht, es unter diesem Gesichtspunkt zu lesen, aber es ist natürlich ein wenig schwierig, denn ich empfinde dabei viel.
      Auch weil da ein weiterer Aspekt drin steckt, den ich hier gar nicht ausgeführt habe.
      Trotzdem finde ich Deine Sichtweise ungemein spannend.
      Letztens hatte ich dem User mal Holger geschrieben, seine Gedichte wären immer sehr zärtlich und mit einem Touch behaftet, den ich regelrecht erotisch finde.
      Mich spricht das immer sehr an und vielleicht sollte ich mal genau drauf schauen, warum das so ist?
      Gefühle sind für mich ein faszinierende Sache und waren bei uns immer ein großes Thema. Meistens aber eher dahingehend, dass man sie nicht nach außen trägt und kontrolliert.
      Alles andere sollte man mit sich selbst ausmachen und nur wenige Menschen überhaupt daran teilhaben lassen. Alles andere ist närrisches Benehmen und Gesichtsverlust.
      So habe ich es gelernt. Hat das also auf meine Gedichte abgefärbt, oder ist das nur Zufall? Ist es immer so, oder nur hier?
      Darüber muss ich mal intensiv nachdenken. Diese Kritik ist sehr wertvoll für mich.
      She is the gold at the end of the rainbow
    • Sushan schrieb:

      Gefühle sind für mich ein faszinierende Sache und waren bei uns immer ein großes Thema. Meistens aber eher dahingehend, dass man sie nicht nach außen trägt und kontrolliert.
      Wenn ich dein Gedicht unter diesem Aspekt betrachte, machen deine nüchternen und emotionslosen Zeilen wieder Sinn. So gesehen blendest du die Gefühle aus und schilderst das zum Teil selbst Erlebte wie ein unbeteiligte dritte Person.
      Poesie ist die Muttersprache des Menschengeschlechts.
      Johann Gottfried von Herder
    • Halllo Sushan,

      dein Gedicht spricht mich schon an, allerdings bringe ich verschiedene beschriebene Zusammenhänge nicht so wirklich für mich übereinander. Deine Erläuterungen, insbesondere die zum inneren Haus und der angestrebten Balance waren erhellend. Dennoch hinterlässt deine Beschreibung in mir den Eindruck von Trümmerstücken, die durch den Weltraum trudeln, die aufeinanderprallen, aber nicht wirklich zusammengehören.

      Im Einzelnen:
      Der Titel deutet auf etwas instabiles, leicht zum Einsturz zu bringendes. Bei jungen Menschen (aber nicht nur), häufig das Selbstbewusstsein.
      Dies Kartenhaus ist einerseits festgezurrt, andererseits wankt es fragil im Traum. Das festgezurrte könnte man ja auch mit gefesselt übersetzen, oder? Denn Stabilität verleiht die Verzurrung ja ausdrücklich nicht. Gefesselt (gelähmt?) durch die beständigen Zweifel des jungen Menschen an sich selbst?Ein unflexibles, erziehungstechnisch traditionelles inneres Zuhause, das aber nicht wirklich schützt, lese ich hier, das eventuell nur Fassade bleibt.

      Dass dieses Haus "Mit" aller Verve steht, ist mir rätselhaft. Ich könnte allerdings verstehen, würde es in einem Sturm juvenilen Handelns stehen und also auch in aller Verve (analog zum Sturm) bestehen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch ein flexibles (Karten-)Haus handelt, noch dazu mit Verve. Das Handeln des Bewohners und/oder seiner Umwelt auszuhalten, dass allerdings würde für mich passen. Auch wenn es das Handeln dann nicht in jedem Fall durchsteht, sondern in heftiges Wanken kommt.

      Sushan schrieb:

      Sieht Glücksmoment wie stilles Weinen
      Ist Ankerpunkt luziden Wandelns
      Das wird durch deine Erläuterungen erhellt, ist mir - denke ich -klar.

      Sushan schrieb:

      An Enden wilder Abenteuer
      Hält heimelig es schützend Wacht
      Wirft warmes Licht in dunkle Nacht
      Ist das so oder ist das die Sehnsucht, die an das Haus gerichtet wird? Denn dies widerspricht der Schilderung des baulichen Zustands in den ersten 6 Zeilen.

      Sushan schrieb:

      Birgt Tränenflut wie Fegefeuer
      Hier stoßen zwei negative Aussagen über das Haus zusammen. Tränenflut und Fegefeuer (=reinigende Folter). Das passt für mich nicht zu den Gegensatzpaaren, wie Du sie oben gebildet hast: Glücksmoment / stilles Weinen, Ankerpunkt / Wandeln, warmes Licht/dunkle Nacht. Zur Weiterführung dieser inneren Struktur müsste hier eine der beiden Metaphern eigentlich positiv sein. Um den Reim nicht neu finden zu müssen, böte sich eine Änderung der "Tränenflut" an. "kostbar Gut" mal als Idee.

      Also: Ich finde deine sprachliche Fähigkeit und Kreativität weiterhin beängstigend gut, aber hier könntest Du (je nachdem wie richtig oder falsch ich liege), vielleicht noch an der Struktur und der Präzision des Zusammenspiels deiner Bauteile arbeiten. Nur aus meiner Sicht.

      Angelika schrieb:

      Inhaltlich: Naja. Mal Lachen und mal Heulen und Zähneklappern. So ist das Leben. Kann passieren.
      Der Ton der Mitbewohnerin gefällt mir ja nicht immer, aber sie hat "inhaltlich" auch aus meiner Sicht nicht ganz unrecht. Aber: Warum jemanden abwatschen für einen durchaus substanzhaltigen Text, nur weil man das selbst (vielleicht) schon hinter sich hat, der Verfasser aber noch einiges sich erwerben muss?

      GLG

      Ruedi
    • Ruedi schrieb:

      . Das festgezurrte könnte man ja auch mit gefesselt übersetzen, oder?

      Eingeklemmt, gefesselt, irgendwas in der Art, ja. Merke ich selbst, dies wäre die bessere Wahl gewesen.


      Ruedi schrieb:

      Gefesselt (gelähmt?) durch die beständigen Zweifel des jungen Menschen an sich selbst?

      Zum einen das, weil man ja hin, und her gerissen ist und voll von fixen Ideen. Aber auch durch Einwirkung von außen. Bei mir wären das z.B. das Suchen nach der eigenen Identität gewesen und zwar in dem Sinne, welcher Kultur ich mich zugehörig fühle.
      Das war eine Sache, die mir enorm wichtig gewesen ist und mit der ich mich sehr intensiv auseinandergesetzt habe. Elterliche Einflüsse spielen auch eine Rolle.


      Ruedi schrieb:

      Ein unflexibles, erziehungstechnisch traditionelles inneres Zuhause, das aber nicht wirklich schützt, lese ich hier, das eventuell nur Fassade bleibt.Doch es schützt sehr gut. Darüber habe ich nachgedacht und ob es nicht vielleicht falsch gewesen, dieses Haus als Kartenhaus zu bezeichnen.
      Aber das war schon richtig, weil es nämlich nicht nur fragil ist, sondern auch sehr flexibel und sich hin und her bewegen kann.
      Was sich biegen kann, bricht nicht so schnell.



      Ruedi schrieb:

      Dass dieses Haus "Mit" aller Verve steht, ist mir rätselhaft.

      Das sollte den den Schwung und die Euphorie der Jugend andeuten, den Enthusiasmus mit dem man ausgestattet ist und das Gefühl der Unbesiegbarkeit.
      Auch der die dieses Haus vermittelt.

      Ruedi schrieb:

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch ein flexibles (Karten-)Haus handelt, noch dazu mit Verve.

      Das Handeln kommt natürlich von mir und das Haus ist ein Teil davon.
      Aber okay, da habe ich mich ganz schön verschwurbelt ausgedrückt, was ich ja gerne mal tue. Ich gebe zu, manchmal geht es ein bisschen mit mir durch, was das betrifft.
      Da hat Angelika vielleicht nicht so unrecht gehabt. Entweder steckte das schon immer in mir, oder es hat von jemand bestimmtem schon auf mich abgefärbt.
      Ein bisschen Theatralik muss man mir zugestehen.


      Ruedi schrieb:

      Ist das so oder ist das die Sehnsucht, die an das Haus gerichtet wird? Denn dies widerspricht der Schilderung des baulichen Zustands in den ersten 6 Zeilen.

      Doch das ist so und gleichzeitig auch die Sehnsucht.
      So instabil wie es wirkt, ist es im Endeffekt gar nicht und im Laufe der Zeit hat es an Stabilität gewonnen. Kann auch sein, die Stürme lassen nach, oder die Selbstbeherrschung wird größer.



      Ruedi schrieb:

      Hier stoßen zwei negative Aussagen über das Haus zusammen. Tränenflut und Fegefeuer (=reinigende Folter). Das passt für mich nicht zu den Gegensatzpaaren, wie Du sie oben gebildet hast: Glücksmoment / stilles Weinen, Ankerpunkt / Wandeln, warmes Licht/dunkle Nacht. Zur Weiterführung dieser inneren Struktur müsste hier eine der beiden Metaphern eigentlich positiv sein.

      Das stimmt, was das von mir aufgebaute Schema angeht, gut beobachtet. Das ist mir nämlich selbst gar nicht aufgefallen.
      Vom inneren Gefühl her ist es aber richtig, weil es ja darum geht, vor allem negative Dinge dort auszutragen, unbemerkt von der Außenwelt.

      Ich muss sagen, ich bin ganz gerührt, wie intensiv Du Dich damit auseinandergesetzt hast.
      Über Deine Worte habe ich mir wirklich Gedanken gemacht, wie auch über die andere Kritik. Ob ich hier dran noch einmal etwas umbaue, oder es dabei belasse, weiß ich noch gar nicht.
      Auf jeden Fall habe ich aber einige Schlüsse daraus gezogen bzw. Anregungen erhalten, die nicht mal unbedingt etwas mit dem hier zu tun haben, die aber bestimmt Auswirkungen auf kommende Werke haben.

      Schön das Du wieder hier bist! Und das Du Dir so viel Zeit genommen hast!
      She is the gold at the end of the rainbow
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