Entwurf für einen Poetry Slam

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    • Entwurf für einen Poetry Slam

      Entwurf Poetry Slam 1

      Mehrheitlich denk ich für gewöhnlich nicht nach,
      dann liegt mein Gehirn so schön wundervoll brach,
      so vermeid' ich erfolgreich den Zustand der Klarheit,
      denn die sagt mir schonungslos immer die Wahrheit,
      Und die ist beizeiten nur schwer zu ertragen,
      und kann mir bisweilen nicht ganz so behagen,
      sie sagt mir, dass nur ich verantwortlich bin,
      für mein Glück, meinen Erfolg und für tieferen Sinn,

      Zu süß die Versuchung die Schuld abzugeben,
      für die Schwächen und die Misserfolge im Leben,
      wie leicht sagen wir “hätte der dass nicht gemacht“,
      oder “sie hat von mir stets nur schlechtes gedacht“,
      wie bequem wenn wir doch völlig chancenlos sind,
      wie eine Feder dem Wind hilflos ausgesetzt sind,
      Ich wollte so gern, doch ich wurde gehindert,
      Mit der Einstellung hab ich mich selber behindert.

      Doch Moment mal - mein liebes ich, halte ein,
      ganz so pauschal - wäre schlichtweg gemein,
      nicht jeder kann seine Saat auf fruchtbaren Boden verteilen,
      nicht jeder hat Zeit, sondern muss sich beeilen,
      nicht jeder kann da wo er ist auch verweilen,
      nicht jeder wird nach einem Sturz wieder heilen,
      und so mancher geht Meilen wegen Vorurteilen,
      darf seine Meinung den Anderen nicht frei mitteilen ......

      wir gehen also nicht alle gleich an den Start,
      und für manchen ist der Weg richtig steinig und hart,
      und dennoch - gilt am Ende für alle das gleiche,
      für junge und alte, für arme und reiche,
      für die, die noch wollen und für die, die schon sind,
      das Glück ist kein Zufall, kein günstiger Wind,
      sondern Glück ist zumeist eine Einstellungssache,
      weil ich selbst frei entscheide ob ich wein' oder lache,
      weil ich die Wahl hab wie ich auf meine Umwelt reagiere,
      was ich beim Nachdenken oft erst viel später kapiere,
      und wenn ich versteh' tut das oft ziemlich weh,
      denn ich schenke den Dingen meist zu viel Gewicht,
      und ich seh' aus Gewohnheit dabei meistens nicht,
      dass ich mir unnötiges Gepäck in den Kofferraum lade,
      dabei könnt' es so leicht sein - eigentlich schade.

      Wie ihr seht hab ich Worte - und davon recht viele,
      mit denen ich gern und sehr ausdauernd spiele,
      doch bleibt es bei Worten, ist es nur Theorie,
      oder bin ich am Ende vielleicht doch ein Genie,
      äh nein bin ich nicht, aber ich schlage mich wacker,
      meine Frau sagt ich bin wohl der weltgrößte Schnacker,
      und so dachte ich mach ich daraus halt profit,
      und mache beim Poetry-Wettbewerb mit,
      dann können mich alle am Hinterteil lecken,
      denn ich komme groß raus, ja ich lass mich entdecken,
      und dann springe ich täglich verbal aus der Torte,
      und tausende folgen gespannt meiner Worte,
      na ja, wir werden seh'n - ich nehm erst mal teil,
      vielleicht findet ja wer mein Gesprochenes geil!!

      Morten Müller-Schnelle 2017
    • Hallo @Halbnorweger,

      richtig cooler Text: Nachdenklich und schwungvoll. Von mir hättest du eine 10 bekommen (oder eine 100, oder was auch immer gerade die höchste Punktezahl ist).
      Nur...
      passt die letzte Strophe irgendwie nicht zum Rest, oder? An sich ist sie nicht schlecht und richtig vorgetragen sicher ein richtiger Kracher, aber inhaltlich halt eine ziemliche Kehrtwende. Mir wäre es so vorgekommen, als hätte ich das Ende eines anderen Textes gehört. Und das ist auch das, was ich damit machen würde: Die gleiche Strophe einfach als Ende für einen anderen Text nehmen, der komödiantischer ist und mehr in diese derbere Alltags-Humor-Kerbe haut.

      Nur so eine Idee. Viel Spaß beim Slammen!
      Dichtung heißt, Realität zu Poesie machen und Poesie zu Realität.
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