Widerstand

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      Harsche Worte fordern Taten
      Ihr lässt sie ungehindert walten
      Meint sie seien Demokraten

      Es ist Zeit für Widerstand!

      Noch sind sie in der Minderheit
      Doch sie werden täglich mehr
      Voll Hass auf Fremdes, Gier und Neid
      Läuft der Pöbel johlend hinterher

      Es ist Zeit für Widerstand!

      Die Mehrheit schweigt schon wieder
      Will nichts hören, will nichts wissen
      Sie singen doch nur alte Lieder
      Muss Blut erst wieder fließen?

      Es ist Zeit für Widerstand!

      Erst wenn die Straßen wieder beben
      Erst wenn Häuser wieder brennen,
      Erst wenn Menschen fürchten um ihr Leben
      Werdet ihr erkennen:

      Es ist zu spät für Widerstand!
    • Dosto, es ließt sich krass. Es könnte 33 geschrieben sein aber aufrütteln geht nur krass. Sind wir Deutsche so veranlagt ? Treibt uns ( zumindest einen Teil der Deutschen ) die Selbstsucht dazu Fremde zu Hassen ? Warum können so Viele nicht differenzieren ?
      am Gartentisch einer Eisdiele setzte ich mich zu einer Gruppe Arbeitern die da Pause machten. Ich hörte einem Gespräch zu in dem sie über die Flüchtlinge aus Nordafrika, die übers Wasser kommen sprachen. Die Abfälligkeit in deren Worten hat mich geärgert und ich fragte "ja soll man denn die Leute, die ja nur versuchen ein Menschenwürdiges Leben zu führen ersaufen lassen ?" "Aber ja, ....hätten ja zu hause bleiben können" bekam ich laut und ernstgemeint zur Antwort. Ich weiß garnicht genau ob ich mich schämen muß Deutscher zu sein. Ich sehe mich viel lieber als Internationalist
      silbern ist mein Haar nicht grau, bin so jung wie ich mich trau !

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von die3.Jeije ()

    • Ob Deutsche so veranlagt sind, weiß ich nicht 3. Jeije. Ich beobachte nur und habe schon vor längerer Zeit diesen Text zu Thema verfasst:
      Die aktuellen Debatten über gesellschaftliche Werte, kulturelle Gepflogenheiten bis hin zu Beklei­dungsgewohnheiten werden immer eindringlicher, oftmals fanatisch, in vielen Fällen richtig hysterisch geführt. Ob es um lange Bärte bei Männern oder die Verschleierung von Frauen geht, fast immer wird befürchtet das europäische Abendland wird deswegen untergehen. Scheinbar mutig, jedenfalls aber fest entschlossen wird mit allen Mitteln versucht, den befürchteten Verlust der Identität, die meist national definiert ist, zu verhindern. Was Irgendetwas ist, muss Irgendetwas bleiben. Basta!
      Kleiner Exkurs: Das gilt natürlich auch für das Österreichische, manchmal hat es den Anschein ganz besonders sogar. Dabei ist das Österreichische eine wunderbare und liebenswerte Melange unterschiedlichster Einflüsse, auch wenn so manche Deutschtümler das partout nicht wahrhaben wollen: „I bin a Deitscha und i bleib a Deitscha!“, auch wenn ich Prohaska, Pospisil, Golobcik oder Kolaritsch heiße. Warum das so ist, ist nicht schwer zu erklären, aber hier kämen Freud und Ringel ins Spiel und das würde in diesem Rahmen doch zu weit führen.
      Wenn man also solche Themen diskutiert, ist es hilfreich sich einmal die Frage zu stellen: Woher kommen wir? und: War immer schon alles so, wie es ist? und das konsequent bis zum Ursprung zurückzuverfolgen. Dank der Wissenschaft wissen wir: Die Wiege der Menschheit stand nicht in Europa, son­dern - ja das tut manchem jetzt wahrscheinlich weh: in Afrika. Wir alle, die wir das Glück haben hier geboren worden zu sein und hier leben zu dürfen, haben, wie man heutzutage so schön sagt, Migra­tionshintergrund und sind konsequent gedacht afrikanischer Herkunft. Unsere Urvorfahren sind also vor hunderttausenden Jahren aufgebrochen – warum ist irrelevant, weil es damals nirgendwo Einge­borene gab, die danach fragten, und es daher egal war, ob aus wirtschaftlichen Gründen, wegen eines Streits mit dem Nachbardorf, oder weil sie die Welt überzeugen wollten, dass der von ihnen verehrte Affenbrotbaumgott der einzig wahre ist – sie sind aufgebrochen und haben sich hier in Europa ange­siedelt und waren dann eben da. Wir wissen aber auch, dass keine unserer Gewohnheiten und Tradi­tionen bis in diese Zeit zurückreicht, also tun wir nicht so, als müssten wir Dinge verteidigen, die es schon immer gegeben hätte, die Teil der menschlichen Evolution wären. Hätten sich im Laufe der Jahr­tausende immer die Traditionalisten durchgesetzt, dann wäre beispielsweise die Ganzkörperrasur ein absolutes No Go, wir würden möglicherweise noch Latein sprechen – zumindest die Bildungsaffinen – oder aber als Jäger und Sammler durch die Wälder streifen.
      Viele werden jetzt in die Diskussion einwerfen, bei den aktuellen Konflikten handelt es sich um einen Kampf der Religionen. Meist wird dies mit Parolen wie „Daham statt Islam“, oder „Unser Geld für unsere Leute“ oder sonst irgendeinem Schwachsinn bekräftigt. Das Christen­tum, das diese modernen Kreuzritter so heldenhaft verteidigen, ist leider keine europäische Erfindung und wurde von außen hereingetragen. Hätten sich damals die Traditionalisten durchgesetzt, hätte jeder Clan seinen Druiden oder Schamanen, jedenfalls keine Pfarrer und Pastoren. Das Christentum wurde den Menschen oftmals zwangsverordnet und nur so nebenbei bemerkt: Sogar die heutige Kirche hat mit ihren Anfängen nichts mehr zu tun, obwohl Tradition dort sehr groß geschrieben wird. Dennoch glau­ben viele, es sei seit Anbeginn der Menschheit so gewesen. Brian!
      Leben ist Veränderung. Alles fließt und ändert sich, das mussten schon die alten Griechen, die Römer und alle anderen zur Kenntnis nehmen, die sich dem Lauf der Geschichte der Menschheit entgegen­stellen wollten. Moral, kulturelle Gepflogenheiten und gesellschaftliche Dogmen sind jeweils Kinder ihrer Zeit. Vieles, was heute scheinbar seit Ewigkeiten so ist, war gestern völlig unbekannt und wird morgen wieder vergessen sein. Vom Gamsbart und Lederhose angefangen, bis zur Ganzkörperver­schleierung von Frauen. Es ist noch nicht so lange her, da war das Deutsche, das Französische, das Was-auch-immer den damaligen Menschen völlig unbekannt. Es gab das Fränkische, das Bayrische, das Sächsische, das Burgundische, das Normannische, das Was-weiß-ich-noch-alles.
      Was wir Europäer wirklich der Welt geschenkt haben und dass es wirklich wert ist verteidigt zu werden, sind die Errungenschaften der Aufklärung. Freiheit, Gleichheit und Solidarität, dafür lohnt es sich wirk­lich einzustehen, aber auch sie sind letztendlich das Ergebnis tiefgreifender gesellschaftlicher Verän­derungen, gegen die sich so mancher Bewahrer damals geltender Werte und Gepflogenheiten entge­gengestellt hat.
      Werden irgendwann in der Zukunft Nachfolgegenerationen auf unsere Zeit zurückblicken, werden sie vieles nicht verstehen können. Zukünftige Generationen werden sich ganz selbstverständlich als Euro­päer oder Weltenbürger definieren und die Gesellschaften werden sich vollkommen anders aussehen als die heutigen. Daran werden weder Bekleidungsvorschriften, noch Zäune oder Mauern und schon gar nicht hysterische Panikmache etwas ändern können. Das ist einfach der Lauf der Zeit. Es wäre daher viel sinnvoller all die Energien nicht in das Verhindern und Bewahren und schon gar nicht in Hass zu investieren, sondern in die Gestaltung des unweigerlich kommenden Neuen. Die Bewahrer und Behar­rer, die Anpassungsunfähigen sind, wie die geschichtliche Rückschau beweist, früher oder später noch immer untergegangen.
    • wow ! Jetzt weiß ich das du nicht nur aufrüttelnde Gedichte schreiben kannst. Hochachtung vor deinem Wissen. Schade das solche lehrreichen Texte so wenig Leser finden.
      Genau wie du, und davon bin ich überzeugt, haben sich viele Studenten die heute Doktoren und Professoren sind, in ihrer Jugend mit Schriften von Marx beschäftigt. Sie haben darin vieles gefunden das die Augen und den Kopf für Wahrheiten geöffnet hat. Leider liest heute kaum einer Marx und kaum einer das was du und andere den Menschen mitgeben wollen.
      Wir sind zu sehr damit beschäftigt unseren ganz persönlichen Wohlstand zu erhalten und zu vermehren
      silbern ist mein Haar nicht grau, bin so jung wie ich mich trau !
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