Alabasterfurz

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    • Alabasterfurz

      Das Seidenweiche überm Alabasterhals:
      Wie kleidet das die Schwanengleiche! Der Augen Blick
      Stiehlt jedem, der sie sieht, Herz und Verstand: Sein Geschick
      Liegt jetzt in ihren kleinen Händen, jedenfalls,

      Bis er erwacht – wenn er denn jemals draus erwachte! –,
      Und schnell begreift, dass er dem Bild verfallen war:
      Die Wirklichkeit ist anders und doch schrecklich wahr.
      Sie schüttelt kühl die volle Haarpracht. Falls sie lachte,

      Wird es noch teurer als ihr kleines feines Lächeln,
      Das nie die Augen ganz erreicht; und wenn, dann kurz.
      Dem so Getäuschten bleibt ein langes Luftzufächeln,

      Dazu ein heftiger, rasanter tiefer Sturz:
      Man sollte nicht nach flacher Jugendschönheit hecheln –
      Am Ende ist man nur ein eingeklemmter Furz.
      Motto: "Gelegenheit.Macht.Dichtung"
      (c) Walther - Abdruck/Verwendung gegen vorherige Freigabe durch mich durchaus erwünscht!
      www.zugetextet.com

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Walther ()

    • Walther schrieb:

      Das Seidenweiche überm Alabasterhals:
      Wie kleidet das die Schwanengleiche!

      Das hat mir sehr gut gefallen, genau wie


      Walther schrieb:

      Sie schüttelt kühl die Haarpracht. Falls sie lachte

      Irgendwie scheint es der Fluch unserer Zeit zu sein, mit schönen Bildern zu täuschen und sich an den glänzenden Oberflächen zu ergötzen.
      Manche Menschen erwachen daraus nie. Allerdings ergibt sich, für mich, immer die Frage, ob diese Menschen es nicht irgendwie besser haben?!


      Walther schrieb:

      Man sollte nicht nach flacher Jugendschönheit hecheln –

      Das gilt aber für beide Seiten irgendwie. Wobei der Blender schlechter dran ist.
      Sowie die Jugend weg ist, ist sein Spiel vorbei, während sich der/die Geblendete an neuen Trugbildern ergötzen kann.

      Mir hat Dein Gedicht sehr gefallen!
      Ich hatte es gestern schon gelesen und habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht. Nur so ganz humoristisch fand ich es nicht.
      Aber das mag an mir selbst liegen und meinem Gemütszustand. Ich nehme alles wohl etwas ernst, im Moment.

      Nachtrag: Die Schlusszeile, obwohl sehr treffen, mochte ich nicht ganz so gerne.
      I swear that when our lips touch, I can taste the next 60 years of my life.
    • Hi Sushan,

      der titel und der schlußvers sind taff, weiß ich. aber das muß so sein. es geht um ironische kritik unserer oberflächlichkeit - auch. und um gereimte, in form gebrachte sprache, die glänzt. ob das geklappt hat, mag der leser beurteilen. es gibt kritiken, die das so sehen. zum formalen: sechshebiger jambus, sonett in der Gryphius tradition des Barock, auch vom thema her durchaus mit dem 17. und 18 jahrhundert verwandt - nicht jedoch in der tonlage (da schon eher bei Shakespeare und moderneren sonettisten). spürt man kaum, wenn man es vorliest, denke ich.

      das sonette faktisch immer eine moral von der geschicht liefern, also ein lehr- oder lerngedicht sind, ist das schlußterzett immer "kritisch" und zwiespältig. aber man muß dem ja nicht folgen, man darf es aber bedenken - und davor genießen. mir jedenfalls macht schon das schreiben saumäßig spaß. und bald gibt es hoffentlich den schon lange geplanten sonettband. und dann schauen wir mal, wer ihn kauft und liest.

      lg W.
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    • Sushan schrieb:

      Wow, ich sollte Stunden bei Dir nehmen.
      Deine Beiträge sind immer sehr Gewinn bringend, nicht nur die Gedichte!

      Ich wünsche viel Erfolg, für Dein Buch! Das Zeug dazu hast Du allemal!
      Lb Sushan,
      danke für die blumen. das habe ich nicht studiert, das habe ich mir selbst erarbeitet. wie ich anderenorts sagte: man kann vorankommen, wenn man will. und es gibt kein alter dafür, damit anzufangen.
      ob ich das zeug habe? das weiß der dichter selbst am wenigsten, da partei. mal sehn: erst das buch, dann die auflage. :saint: und dann weiß ich, wie das mit dem zeugs so ist. :thumbup: :thumbdown: :whistling:
      lg W.
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